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Wörheider Weg - Radwegbenutzungspflicht aufgehoben

16.07.14
Kategorie: Aktuelles, Bielefeld, Verkehr, Mobilität, Sicherheit, StVO
Grafik: Stadt Bielefeld

Grafik: Stadt Bielefeld



Hinweistafel - Foto: Heinz-Gustav Dingerdissen


Rechtswidriger Zustand endlich beseitigt

Der Wörheider Weg in Bielefeld-Jöllenbeck verbindet die Jöllenbecker Straße mit der Vilsendorfer Straße. Auf einer Länge von 1,2 km wird er auf einer Seite von einem Geh- und Radweg begleitet. 

Bisher war dieser Radweg benutzungspflichtig: in Richtung Jöllenbecker Straße (rechts der Fahrbahn) auf ganzer Länge, in Gegenrichtung zur Vilsendorfer Straße (links der Fahrbahn) auf einer Länge von rund 700 m.

Wer bisher mit dem Rad in Richtung Vilsendorfer Straße gezwungenermaßen auf dem Radweg fuhr, musste ihn etwa in Höhe des Schwimmbades verlassen und in der Steigung vom linksseitigen Radweg (ungesichert) auf die rechte Seite der Fahrbahn wechseln. 

Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Bielefeld hat nun angeordnet, dass die Benutzungspflicht aufgehoben wird, womit sie einen seit 1998 rechtswidrigen Zustand endlich beseitigt.

Der ADFC Bielefeld hatte sich seit langem für die Aufhebung auch dieser Benutzungspflicht eingesetzt. 

Pressemitteiung der Stadt Bielefeld: 

"Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht im Wörheider Weg

Die Stadt Bielefeld ist gesetzlich verpflichtet, Radwege hinsichtlich der Aufrechterhaltung ihrer Benutzungspflicht zu überprüfen. Benutzungspflichtig ist ein Radweg dann, wenn er mit einem der folgenden Verkehrszeichen gekennzeichnet ist: 
http://www.bielefeld.de/ftp/bilder/verkehr/fahrrad/Benutzungspflicht.gif
(Anm.: Runde blaue Verkehrszeichen "Radweg", "gemeinsamer Geh- und Radweg", "getrennter Geh- und Radweg")

Wenn diese Schilder aufgestellt sind, müssen Radfahrer die vorhandenen Radwege und Radfahrstreifen benutzen. Fehlen diese Schilder oder sind Gehwege mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei” gekennzeichnet, können Radfahrer diese Wege benutzen, sie müssen es aber nicht. Radfahrer dürfen dann auch die Fahrbahn nutzen. 

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht vor, dass Fahrradfahrer nur dann zu einer Benutzung von Radwegen durch eine entsprechende Beschilderung „gezwungen” werden dürfen, wenn von dem Kfz-Verkehr eine über das normale Maß hinausgehende Gefahr für den auf der Straße fahrenden Radfahrer ausgeht. Dies kann z. B. bei einer sehr hohen Verkehrs-Belastung oder einem hohen LKW-Anteil der Fall sein. Gleichzeitig müssen definierte Qualitätsanforderungen an den vorhandenen Radweg erfüllt  (Breite, Oberflächenbeschaffenheit) und in den Kreuzungen und Einmündungen eine eindeutige und sichere Führung vorhanden sein. Ist einer der vorgenannten Faktoren nicht vorhanden, ist die Benutzungspflicht für den Radweg zwingend aufzuheben. 

Dies war beim Wörheider Weg der Fall. Radfahrer haben nunmehr die Möglichkeit, entweder die Fahrbahn oder den Geh-/Radweg auf der Westseite des Wörheider Weges zu nutzen. Die weiterhin mögliche Nutzung des Geh-/Radweges für den Radverkehr wird  in Fahrtrichtung Jöllenbecker Straße durch eine Markierung (Piktogramm Fußgänger/ Radfahrer) und in Fahrtrichtung Vilsendorfer Straße  durch eine entsprechende Beschilderung („Radverkehr frei“) verdeutlicht.

Das Amt für Verkehr hat insgesamt vier Hinweistafeln „Benutzungspflicht hier aufgehoben! Radverkehr auf der Fahrbahn ist zulässig!“ für die Dauer von rd. einem halben Jahr aufgestellt. Mit der Aufstellung der Hinweistafeln folgt die Stadt Bielefeld dem Beispiel anderer Städte (u. a. Köln, München, Paderborn). Die Hinweistafeln sollen die veränderte Situation für Rad- und Autofahrer verdeutlichen und somit einen aktiven Beitrag für gegenseitiges Verständnis im Straßenverkehr leisten. "

Th. Boehm

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