ADFC-Ortsgruppe Swisttal

Ortsgruppensprecher

Volkmar Sievert
Tel. 02254-3254

Mail an die Ortsgruppe

 

Ansprechpartner bei Behörden

Rhein-Sieg-Kreis
Sven Habedank
Tel. 02241 13-2332
sven.habedank(at)rhein-sieg-kreis.de

Gemeinde Swisttal
Sandra Brüssel
sandra.bruessel(at)swisttal.de

Tourenprogramm: Startpunkt Swisttal

Radweg Heimerzheim-Metternich ist fertig

(Dezember 2020) Seit ungefähr 25 Jahren wird ein Radweg entlang der L 163 zwischen Swisttal-Heimerzheim und Metternich gefordert. Der Radweg entlang der Swist endete von Süden kommend am Nordrand von Heimerzheim. Erst innerhalb von Metternich konnte man über innerörtliche Straßen weiter nach Norden fahren und in Höhe Weilerswist wieder die Swist und dann die Erft erreichen. Die Lücke konnte durch keinen akzeptablen Umweg überwunden werden – es blieb nur die Fahrt auf der ziemlich schmalen L 163, die zunehmend von vielen Kfz einschließlich Lkw genutzt wurde. Für Radtouristen war das das mit Abstand gefährlichste Stück der sonst landschaftlich reizvollen und viel genutzten Route entlang der Swist. Auch der Heimerzheim nächstgelegene Bahnhof in Weilerswist konnte nur über die L 163 erreicht werden.

Die jahrzehntelangen Bemühungen zum Bau eines Radwegs, die vor allem von Hermann Leuning, dem ehemeligen Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Swisttal forciert wurden, stießen zunächst auf Desinteresse der Straßenbauverwaltung, dann brauchte es Jahre, bis das Projekt in der Prioritätenliste nach oben kroch, schließlich erwies sich der notwendige Grundstückserwerb als großes Problem: Die landwirtschaftlichen Betriebe haben kein Interesse, Ackerland, das ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage darstellt, zu verkaufen – schon gar nicht zu dem offiziellen Verkehrswert, den Straßen.NRW maximal zahlen darf. Dazu kommt, dass der Radweg nicht nur durch zwei Gemeinden, sondern sogar durch zwei Kreise führen sollte. Die Lösung war ein Bürgerradweg, bei dem die betroffenen Gemeinden die Kaufverhandlungen für die Grundstücke führen, die Käufe (vor)finanzieren, die Planung durchführen und alles zusammen Straßen.NRW zur Genehmigung vorlegen. Die Gemeinden mussten beim Kauf höhere Preise akzeptieren, als sie von Straßen.NRW erstattet bekommen können. Angesichts dieser Schwierigkeiten ist es fast erstaunlich, dass der Radweg jetzt tatsächlich gebaut ist. Er ist sogar angenehm breit (2,50 m) und mit einer perfekten Asphaltdecke versehen.

Eine Posse spielt sich bezüglich der Beschilderung ab: Der neue Radweg wurde zunächst als Gehweg mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ ausgeschildert. Das bedeutete, dass auf diesem außerörtlichen und extrem übersichtlichen Stück nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden durfte - absurd. Nach Protesten von mehreren Seiten wurde das Gehwegzeichen zwar entfernt, sonst blieb die Beschilderung aber unverändert. Das hat immerhin den großen Reiz, dass Radfahren auf dem neuen Radweg tatsächlich erlaubt ist! Ich hoffe, dass es bis zum Aufstellen einer sinnvolleren Beschilderung nicht wieder 25 Jahre braucht.

Swisttal bringt 1,5 m-Aufkleber an

Am 11. Juli 2019 stellte die Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal die ersten gemeindeeigenen Fahrzeuge vor, die mit dem Aufkleber zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m zwischen Fahrrädern und überholenden Autos versehen worden sind. Nachdem Köln und Bonn vorangegangen waren, hatte der Ortsgruppensprecher des ADFC, Volkmar Sievert, die Bürgermeisterin Frau Kalkbrenner angeschrieben und gebeten, an der Aktion teilzunehmen. In einem ausführlichen Gespräch, in dem die Ergebnisse des Klimatests und deren mögliche Verbesserung durch Teilnahme an der Aktion vorgestellt wurden, entschied sie sich zum Mitmachen.

In Swisttal sind die direkten Verbindungen zwischen den zehn Ortsteilen in der Regel Kreis-, Land- oder Bundesstraßen. Wer nicht auf Wirtschaftswege ausweichen will, die zu deutlich längeren Fahrstrecken führen, nicht beleuchtet und oft verdreckt sind, ist auf diese Straßen angewiesen, die zweispurig sind und nur an wenigen Stellen Radwege haben. Außerhalb der bebauten Ortsteile gilt für Autos fast immer die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h, wodurch die Radfahrer gefährdet, zumindest stark verunsichert werden. Nur ein Mindestabstand von 1,5 m, in diesem Fall sogar 2 m, kann diese Situation erträglich machen. Ein solcher Abstand bedeutet in der Praxis auf zweispurigen Straßen, dass das überholende Auto ganz auf die Gegenfahrbahn wechseln muss. Hoffentlich tragen die Aufkleber an den Gemeindefahrzeugen dazu bei, das sich ein solches Verhalten allmählich durchsetzt. Die Gemeinde Swisttal hat durch ihre Teilnahme an der Aktion ihren Beitrag dazu geliefert.

Mitgliederversammlung 2018

Am 16.12.2018 wurden bei der Mitgliederversammlung der Ortsgruppe die radfahrrelevanten Aktivitäten der Gemeinde und des ADFC in Swisttal im Jahr 2018 vorgestellt und diskutiert. Wichtigstes Ereignis war die zustimmende Kenntnisnahme des neuen Konzepts zum Alltagsradverkehr durch den Gemeinderat im Herbst. Es stellt die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts von 2001 dar und soll die Grundlage für die Realisierung der vielen vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen in den folgenden Jahren sein. Trotz des gesamtgesellschaftlichen Rückenwinds für eine Förderung des Radverkehrs, unter anderem aus Umweltschutzgründen, wird der Fortschritt durch die Zurückhaltung der Gemeindeverwaltung und durch Mittelknappheit (Haushaltssicherung) bestenfalls im Zeitlupentempo stattfinden. Immerhin könnte in Kürze der seit Jahrzehnten geforderte Radwegebau entlang der L 163 zwischen Heimerzheim und Metternich ausgeschrieben werden.

Die direktesten Verbindungen zwischen den zehn Ortsteilen von Swisttal und zu den Nachbarorten stellen Land- bzw. Kreisstraßen dar. Wegen der oft starken Verkehrsbelastung und der dort gefahrenen hohen Geschwindigkeiten der Kfz sind sie für den Alltagsradverkehr (z.B. Schüler, Pendler) zu gefährlich und nicht empfehlenswert. Daher ist der Bau von straßenbegleitenden Radwegen der Schlüssel für eine Verlagerung des Nahverkehrs vom Kfz zum Fahrrad. Hier gilt es, den Druck auf die Verwaltungen und die Politik aufrecht zu erhalten und sogar zu verstärken.

Die von der Ortsgruppe durchgeführten Touren zeichnen sich durch attraktive und interessante Ziele und durch mäßige Entfernungen und Geschwindigkeit aus. Auch werden sie in den ADFC-Quellen und in der Presse angekündigt. Trotzdem ist ein Werbeeffekt für eine ADFC-Mitgliedschaft nicht festzustellen. Die Ortsgruppe hat nur 26 Hauptmitglieder. Umso beachtlicher ist die Teilnahme am Fahrradklimatest, bei dem wieder die Mindestzahl für eine Wertung klar überschritten wurde.

Als Ortsgruppensprecher wurde Volkmar Sievert bestätigt.

Aktualisierung des Radverkehrskonzepts

2001 hatte der Swisttaler Rat ein von einem externen Büro erarbeitetes Radverkehrskonzept beschlossen. Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket wurde aber nur in Ansätzen umgesetzt, da der Gemeinderat im Zuge der Haushaltssicherung diese „freiwilligen“ Leistungen der Gemeinde gestrichen hatte. So verlor der Radverkehr in Swisttal an Bedeutung und Förderung, was beim ADFC-Klimatest 2016 entsprechend stark bemängelt wurde.

Für das Jahr 2017 stellte die Gemeinde aber wieder 100.000 € für die Aktualisierung und Umsetzung des Radverkehrskonzepts in den Haushalt ein und richtete dazu einen Arbeitskreis mit Vertretern der Parteien, der Landwirte und des ADFC ein. Der Arbeitskreis trat im April 2017 erstmalig zusammen und legte schon im August seinen Bericht vor. Schwerpunkte waren die Förderung des Alltagsverkehrs und die Analyse der möglichen positiven Klimaeffekte. Letzteres sollte Grundlage für Förderanträge werden.

Die Zusammenarbeit im Arbeitskreis war erfreulich konstruktiv, überfraktionell und in hohem Maße sachbezogen. Da der Bericht im Arbeitskreis einstimmig verabschiedet wurde, hoffte man auf ebensolche Zustimmung im Planungs- und Verkehrsausschuss und zügige Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen.

Obwohl dieser Ausschuss grundsätzlich zugestimmt hat, ist bisher nichts umgesetzt. Die Verwaltung verweist auf einen notwendigen vorherigen Verkehrstermin oder Abstimmungen mit anderen Stellen, auf eine externe Auftragsvergabe für detaillierte Planungen, auf noch fehlende ausführlichere Begründungen durch den Arbeitskreis und mangelnde eigene Personalkapazitäten.

Trotz gewisser Frustration hofft der Arbeitskreis auf Fortschritte, zumal das Gemeindegebiet von Swisttal durch die Vielzahl von Wirtschaftswegen, weitgehend ebenes Land und relativ geringen Autoverkehr für Radfahrer eigentlich gut geeignet ist. Diese Potential gilt es zu heben. Dazu müssen die kritischen Punkte angegangen werden, die auch beim Klimatest angeprangert wurden: Schließung von Lücken, Hindernisfreiheit auf Radwegen, Wegweisung, Straßenmarkierungen bei Gefahrstellen, geeignete Abstellanlagen für Räder. Mit Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen wird auch eine der am schlechtesten bewerteten Fragen des Klimatests, nämlich der nach spürbarer Fahrradförderung, zukünftig besser beurteilt werden.

Im Übrigen geht der Planungsprozess für den Radweg entlang der L 163 von Heimerzheim nach Metternich langsam weiter.

Originelle Radbehinderungsanlage auf einem Teil des Radwegenetzes NRW
Überflüssiger und kaum erkennbarer Poller nach einer Kurve

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