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Neuer Radschnellweg über den Rhein soll unter die Josef-Kardinal-Frings-Brücke gehängt werden

11.12.20
Kategorie: Aktuelles, Verkehr, Düsseldorf, Presse, Verkehrspolitik, Verkehrsplanung

Fotomontage Radweg unter der Kardinal-Frings-Brücke, © ADFC Düsseldorf, Josef Kürten


ADFC bringt Bewegung in die Diskussion über den geplanten Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Langenfeld

 

Zahlreiche Anregungen, Lösungsvorschläge und Kritikpunkte legen der ADFC Düsseldorf und der ADFC Neuss in einer umfangreichen Stellungnahme zum geplanten Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Langenfeld vor. Spektakulärster Vorschlag der Fahrradverbände ist die bauliche Integration einer Radbrücke in die Josef-Kardinal-Frings-Brücke, anstatt den Radverkehr oben eng neben der Fahrbahn zu führen.

"Die steilen Rampen vom Rheinufer auf die Josef-Kardinal-Frings-Brücke werden den Anforderungen eines Radschnellwegs nicht gerecht", erläutert Lerke Tyra die Idee, den Radweg auf beiden Rheinseiten direkt vom Deichweg ohne Umwege in die Rheinbrücke zu führen. "Die Qualität des Radschnellweges macht aus, dass ein schnelles Vorankommen möglich ist. Das ist durch die Rampensteigung von über 6 Prozent mit jeweils einer Spitzkehre im Winkel von 180° nicht erreichbar."

Der ADFC hat sich eingehend mit den drei Projektvarianten des zukünftigen Radschnellwegs beschäftigt und neben Kritikpunkten auch Lösungsvorschläge für Problemstellen erarbeitet. "Diese sind oft ganz einfach, manchmal sind es aber auch „Leuchttürme“, wie die Idee eines unter die Rheinbrücke der B1 gehängten Radwegs", erklären Lerke Tyra, stellvertretende Vorsitzende des ADFC Düsseldorf und Heribert Adamsky, Vorsitzender des ADFC Rhein-Kreis Neuss. 

Der ADFC Düsseldorf und der ADFC Neuss unterstreichen noch einmal die Wichtigkeit des geplantes Radschnellwegs. "19.000 Menschen pendeln täglich von Neuss in die Landeshauptstadt, 9.000 von Düsseldorf nach Neuss. Das Potenzial, dass zukünftig viele Menschen diesen Radschnellweg nutzen und so auf Autofahrten verzichten und unsere Kernstädte entlasten, ist riesig", so Heribert Adamsky vom ADFC Rhein-Kreis Neuss.

Der Radschnellweg beginnt am Wendersplatz gleich neben der Neusser City und geht dann weiter Richtung Osten zum Rhein. Der Fluss wird über die Josef-Kardinal-Frings-Brücke gequert, von dort über verschiedene geplante Varianten zur Universität Düsseldorf und von hier parallel zur Münchener Straße bis Benrath geführt. Weiter verläuft die geplante Strecke nach Vorstellungen des ADFC auch hier direkt und kreuzungsfrei Richtung Südosten über Garath bis Monheim und Langenfeld Wolfhagen. Insgesamt soll der Radschnellweg eine Länge von 24 km haben.

Die beiden Fahrradclubs schlagen vor, die Langemarckstraße in Neuss zu unterführen, den Radschnellweg auf kürzestem Weg über den Aderräuscherweg zu führen und die Heinrich-Heine-Universität mit einer kreuzungsfreien Trasse von zwei Seiten zu erschließen. Alle größeren Kreuzungen sollten unbedingt sicher unterquert oder überquert werden können und die vom Land NRW definierten Standards eingehalten werden. Dabei sollte speziell auf ausreichend breite asphaltierte Gehwege neben der Trasse geachtet werden. 

Kritik äußern die beiden Verbände daran, dass die 14 Tage-Frist zur Stellungnahme sehr knapp bemessen waren. Statt einer kontinuierlichen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit - wie im Leitfaden „Radschnellverbindungen in NRW“ vorgesehen - gab es nur eine extrem kurze Beteiligungsphase.

"Seit dem landesweiten Planungswettbewerb im Jahr 2013 wird an den Planungen des Radschnellwegs gearbeitet und wir hatten jetzt nur zwei Wochen, um unsere Ideen und Änderungswünsche in das wichtige Projekt einzubringen", kritisiert Lerke Tyra vom Düsseldorfer ADFC. "Ein Zeitraum von einem Monat zur Stellungnahme hätte das Projekt nicht wirklich verzögert, uns aber mehr Luft gegeben, mit unseren Mitgliedern Teilaspekte näher zu beleuchten und möglicherweise auch noch andere Varianten zu erarbeiten. Wir wünschen für zukünftige Verfahren ein wenig mehr Zeit für Ehrenamtliche und Menschen vor Ort." Heribert Adamsky vom ADFC Rhein-Kreis Neuss ergänzt: „Solche großen Projekte, die viele Menschen betreffen, sollten schon früh die Bürger und Verbände mit interaktiven Internetseiten und Workshops mitnehmen, so wie man es beim Aachener Radschnellweg Euregio gemacht hat.“

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