Ergebnisse Fahrradklima-Test 2020

16.03.21
Kategorie: Aktuelles

Gelsenkirchen mit schlechten Noten / unverändert Nachholbedarf bei Nord-Süd-Verbindung

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 landete Gelsenkirchen erneut im unteren Fünftel aller Städte unserer Größe. 348 Gelsenkirchener*innen haben an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Gelsenkirchens Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit den Oberflächen der Radwege, der Falschparkerkontrolle auf Radwegen und den Ampelschaltungen. Lichtblicke gab es bei der Bereitstellung von Mieträdern und der verbesserten Beschilderung. Der ADFC Gelsenkirchen fordert den flächendeckenden Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes.



ADFC-Vorsitzende Maja Tölke sagt: „Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger*innen auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Leider ist das in Gelsenkirchen nicht der Fall: 78 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher. Dabei ließe sich schon mit kleineren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch konsequente Ahndung von Falschparker*innen auf Radwegen, mehr Tempo 30 und fahrradfreundliche Lösungen an Baustellen. Das reicht aber nicht. Die Menschen in Gelsenkirchen wollen Straßen, die einladend zum Radfahren sind. Dafür brauchen wir ein durchgängiges Netz an guten und sicheren Radwegen, d.h. auch eine Trennung von Fuß-, Rad- und Autoverkehr. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.“



Gelsenkirchen liegt bundesweit auf Platz 21 von 26 in der Kategorie der Städte 200.000-500.000 Einwohner*innen, im Landesvergleich auf Platz 8 von 11. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2018 hat sich die Benotung der Fahrradinfrastruktur von Gelsenkirchen nicht verändert. Im Durchschnitt geben die Gelsenkirchener*innen die Note ausreichend (4,3) für die Fahrradfreundlichkeit. Die Mehrzahl der Befragten sagt, Radfahren bedeute in der Stadt Stress (57 Prozent) und dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan wurde (58 Prozent).



Auffallend viele Teilnehmende beurteilen den Schutzstreifen auf der De-la-Chevallerie-Straße negativ und fordern eine zügige und sichere Nord-Süd-Verbindung für Radfahrende.



Rekord: Mehr als 60.000 Teilnahmen in NRW, 246 NRW-Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bundesweit bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen insgesamt in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.



Über den ADFC NRW

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. NRW (ADFC) ist mit über 50.000 Mitgliedern der größte Landesverband des ADFC in Deutschland. Der ADFC ist die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Der ADFC Kreisverband Gelsenkirchen e.V. setzt sich insbesondere für die Einrichtung von Fahrradstraßen, den grundsätzlichen Ausbau der Fahrradinfrastruktur und die Einrichtung einer Fahrradzone in Ückendorf ein. Die detaillierten Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020 finden Sie auf www.fahrradklima-test.adfc.de. Die digitale Pressemappe gibt es auf www.adfc.de/presse oder beim NRW-Landesverband unter www.adfc-nrw.de/presse


© 2021 ADFC Kreisverband Gelsenkirchen e. V.