Kreis Gütersloh: Rietberg führt den Fahrradklima-Test an

16.03.21
Kategorie: Gütersloh

Die Ergebnisse des Fahrradklima-Test 2020 für den Kreis Gütersloh


Kreisweit eine knappes Befriedigend in der großen ADFC-Umfrage

Gütersloh/Berlin. Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 hat Rietberg mit Abstand die beste Bewertung der Radfahrenden im Kreis Gütersloh eingefahren. Werther holt sich die rote Laterne in Sachen Fahrradfreundlichkeit.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist weltweit die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand im Herbst 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer (davon nur rd. 15 Prozent ADFC-Mitglieder) haben bei diesem Durchgang deutschlandweit abgestimmt, im Kreis Gütersloh über 2.000, beides eine Rekordbeteiligung.

„Besonders stolz sind wir, dass wir in diesem Jahr in zwölf von dreizehn Gemeinden im Kreis die Mindestteilnahmezahl von 50 bzw. 75 Teilnehmenden erreicht haben“, erklärt Fritz Spratte, Vorstandsmitglied des ADFC-Kreisverbands. Mit der Mindestteilnehmendenzahl stellt der Fahrrad-Club sicher, dass ein breites Spektrum von Radfahrenden an der Befragung teilnimmt und die Ergebnisse aussagekräftig sind.

Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt oder Gemeinde in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Gemeinde mindestens 50, bei Städten über 100.000 Einwohner mindestens 75 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern.

Rietberg holt sich den vierten Platz bundesweit

Aus den einzelnen Aussagen der Radfahrerinnen und Radfahrer bildet der ADFC Schulnoten. Während Rietberg, seit 2011 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS), die Bewertung im Vergleich zur letzten Befragung abermals steigern konnte auf 3,02 ging es bei den Schlusslichtern Werther und Schloß Holte-Stukenbrock nicht voran oder die Ergebnisse sind sogar schlechter ausgefallen.

„Rietberg hat mit der Schulnote von 3,02 sogar den vierten Platz bundesweit und den zweiten Platz in NRW unter Städten vergleichbarer Größenordnung zwischen 20.000 und 50.000 Städten eingefahren“, ordnet Fritz Spratte die Note aus Rietberg ein. Die Radfahrenden aus Rietberg loben besonders die geöffneten Einbahnstraßen in Gegenrichtung, die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und die Möglichkeit des zügigen Radfahrens. Kritik gibt es jedoch auch in Rietberg. Die Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern im ÖPNV und fehlende öffentliche Leihräder werden bemängelt.

Der Grundstein ist gelegt, es bleibt aber viel zu tun

„Das Ergebnis der Befragung zeigt, dass sich viele Kommunen bereits effektiv mit dem Thema Radverkehr auseinandersetzen. Auf Kreisebene herrscht eine konstruktive Zusammenarbeit“, sagt Sven-Georg Adenauer, Landrat des Kreises Gütersloh. Insgesamt sei man auf einem guten Weg, das belege auch die Aufnahme des Kreises in die Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS). „Es bleibt aber viel zu tun. Das Radverkehrssystem muss stetig ausgebaut und weiterentwickelt werden, damit das Fahrrad zur echten Alternative zum Auto wird“, so Adenauer. Eine zentrale Maßnahme sei das 2020 beschlossene Alltagsradwegekonzept, das eine kreisweite Perspektive für den Radverkehr biete und insbesondere sichere, schnelle und hochwertige Verbindungen zwischen den Kommunen in den Blick nehme. „Für den Erfolg braucht es aber die Mitarbeit aller Akteure: Die Baulastträger, die Bürgerinnen und Bürger, die Grundbesitzer, die Verbände und Vereine und unsere Verwaltungen – alle müssen an einem Strang ziehen“, appellierte Adenauer.

Daniel Neuhaus

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit über 200.000 Mitgliedern, der die Interessen von Radfahrern und Fußgängern unterstützt. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten zählt Verkehrspolitik, die Durchführung von Radtouren und Verbraucherschutz.

Im Kreis Gütersloh ist der Verein mit einem eigenständigen Kreisverband vertreten. Die ehrenamtlichen Aktiven im Kreisverband Gütersloh bieten jedes Jahr ein Programm mit zahlreichen geführten Radtouren an, die auch für Nicht-Mitglieder offen stehen. Über Info-Stände und Pressemitteilungen werden die Bürger im Kreis Gütersloh zudem über Neuigkeiten rund ums Fahrrad informiert. Mit den Städten und Gemeinden ist der ADFC Gütersloh in intensivem Kontakt und stellt mit der Mängel-Datenbank eine Infrastruktur bereit, um für eine schnelle Beseitigung von Mängeln an Radverkehrsanlagen zu sorgen.

Der Fahrrad-Club ist im Internet sowohl unter www.adfc-guetersloh.de als auch in Facebook unter den Stichwörtern „ADFC Gütersloh“ zu finden.

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