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ADFC-Fahrradklima-Test 2012

04.02.13
Kategorie: Verkehr, Presse, Kreisverbände

Das aktuelle Fahrradklima im niederrheinischen Städtevergleich


Kempen, Moers und Neuss weit vor Krefeld. Mönchengladbach ist Schlusslicht am Niederrhein.

In ganz Deutschland hat der ADFC im November 2012 Radfahrende aufgerufen, die Fahrradfreundlichkeit ihrer Stadt mit Schulnoten zu bewerten.
Krefeld belegt dabei mit der Durchschnittsnote 4,17 unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern auf Landesebene den neunten Platz und liegt bundesweit auf Platz 28 (von 38 gewerteten Städten). Dagegen schneiden Kempen mit einer Gesamtnote von 3,08 und Moers mit 3,58 noch "befriedigend" ab. Nur Mönchengladbach schneidet am Niederrhein mit 4,52 deutlich schlechter ab als Krefeld. Eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Gemeinden in NRW (AGFS) ist also kein Garant dafür, das Fahrradfahren in Krefeld ausschließlich Vergnügen bereitet.

Die Bewertungen in den einzelnen Kriterien zeigen, dass in Krefeld eine noch schlechtere Platzierung nur durch viele geöffnete Einbahnstraßen (Note 2,8), eine gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums (2,94) und einen traditionell hohen Fahrradanteil (2,8) verhindert wurde. Bei vielen anderen Fragen hagelt es Vieren und Fünfen: Minuspunkte kassierte Krefeld vor allem bei den Ampelschaltungen (5,15), den Radwegoberflächen (5,23) und der Führung in Baustellenbereichen (5,07).

Die gute Bewertung von Kempen (bei allen Fragen mindestens eine Drei vor dem Komma) mag noch an der überschaubaren Größe der Stadt liegen. Aber auch Neuss kommt bei den meisten Fragen besser weg als Krefeld.

Das Image von Krefeld als Fahrradhochburg ist stark angekratzt. Das war bei den knappen Haushaltsmitteln für die Unterhaltung des umfangreichen, aber veralteten Radverkehrsnetzes kaum anders zu erwarten. Um das Prädikat "Fahrradfreundlich" nicht ganz zu verlieren, müssen Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen und eine Verkehrswende einleiten: Während der Radverkehrsanteil in Krefeld klar im zweistelligen Prozentbereich liegt, werden für Radverkehrsmaßnahmen nur Promillebeträge des Verkehrsetats aufgewendet. Nach Empfehlungen der AGFS sind jährlich etwa drei Euro pro Einwohner für die Unterhaltung von Radverkehrsanlagen einzuplanen. Das wären in Krefeld ungefähr 750.000 Euro. Tatsächlich sind gerade mal 200.000 Euro für den Doppelhaushalt 2013 / 2014 bewilligt. Nicht zuletzt angesichts dieser finanziellen Lage müsste auch die Aufhebung von Radwegen, die nicht mehr dem gesetzlichen Mindeststandard entsprechen, viel stärker voran getrieben werden.

Die bundesweite Gesamtauswertung des ADFC-Fahrradklima-Test auf www.adfc.de und eine Landesauswertung auf www.adfc-nrw.de.

Pressestimmen:

Rheinische Post am 5.2.13
Fahrradfreundlichkeit: Krefeld rutscht auf hinteren Rang

Rheinische Post am 6.2.13 mit einer Stellungnahme aus dem Krefelder Tiefbauamt
Amtsleiter: Bis zu 250 Radwege sind sanierungsbedürftig

Westdeutsche Zeitung am 6.2.13
Geld reicht nicht für Radweg-Sanierung

Der ADFC-Fahrradklima-Test in überregionalen Medien: Tagesschau

 

 

 


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