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Tipps für sicheres Fahrradfahren

02.09.13
Kategorie: Sicherheit

Auf innerstädtischen Strecken bis fünf Kilometer ist das Fahrrad das schnellste und effizienteste Verkehrsmittel. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, macht Fahrradfahren Spaß und hält fit. Ganz ohne Risiken ist die Fortbewegung auf zwei Rädern aber nicht. Vor allem junge Radfahrende und Menschen über 65 sind besonders häufig in schwere Unfälle verwickelt. Dabei sind sie aber in der Mehrheit nicht die Unfallverursacher, sondern überwiegend Opfer.

Auto- und Lkw-Fahrer verursachen Fahrradunfälle überwiegend durch Abbiegefehler. Bei Unfällen, die durch Radfahrende verursacht werden, wurden oft nicht freigegebene linken Radwegen oder Gehwege befahren oder es war Alkohol im Spiel. Die oft vorgeworfenen Rotlichtverstöße oder das Fahren gegen die Einbahnrichtung tauchen dagegen nur selten als Ursachen in der Unfallstatistik auf.

 

Wer sicher durch den Alltagsverkehr kommen möchte, sollte außer den Verkehrsregeln noch folgendes beachten:

- Ausreichende Sicherheitsräume für sich selbst und für andere wahren

- Bei Dunkelheit und schlechter Sicht auf die eigene Sichtbarkeit achten (durch Beleuchtung, reflektierendes Zubehör, Kleidung etc.)

- Vorausschauend fahren und Fehler anderer möglichst einkalkulieren

- In kritischen Situationen Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern suchen und im Zweifelsfall auf die eigene Vorfahrt verzichten

- Bei regelmäßig befahrenen konfliktreichen Strecken nach alternativen Routen suchen. Dabei leisten die Fahrradstadtpläne des ADFC gute Hilfe.

 

Mehr Radwege sind kein Rezept gegen Fahrradunfälle.

Sofern es sich nicht gerade um schnell befahrene Hauptverkehrsstraßen handelt, gehört der Fahrradverkehr auf die Fahrbahn, wo er im Sichtfeld des Autofahrers ist. Vor allem alte und schadhafte Radwege, die auch noch zwei Meter oder drei Meter von der Fahrbahn abgesetzt sind, erweisen sich als unfallträchtig. Die Kommunen sind verpflichtet, die Notwendigkeit für die Benutzungspflicht (blaues Schild mit weißem Fahrrad) bei allen Radwegen regelmäßig zu prüfen. Nur wenn weiterhin eine objektive Gefahrenlage besteht, die nicht durch andere Maßnahmen wie zum Beispiel Geschwindigkeitsbeschränkungen entschärft werden kann, darf die Benutzungspflicht weiter angeordnet bleiben. Unabhängig davon müssen Radwege in einem verkehrssicheren Zustand gehalten werden. Die dauerhafte Aufstellung von Schildern “Achtung Radwegschäden!” - wie in den letzten Jahren zunehmend zu beobachten - reicht nicht zur Erfüllung der kommunalen Verkehrssicherungspflicht. Leider sind einer umfangreichen Sanierung oft Grenzen gesetzt, wenn dazu ganze Straßenprofile verändert oder Alleebäume gefällt werden müssten. Dann müssen kostengünstige Kompromisslösungen her, die das Unfallrisiko wenigstens reduzieren und den Fahrkomfort verbessern. Der ADFC hat dazu in Krefeld eine eigene Prioritätenliste mit Maßnahmenvorschlägen veröffentlicht.

 

Tipps für Autofahrende

Autofahrer wissen natürlich in der Theorie, dass man sich beim Abbiegen umsehen soll. Viele machen das auch, allerdings oft nur flüchtig oder zu spät. Selbst in modernen Pkws ist die Sicht nach schräg hinten durch dickere Dachsäulen beeinträchtigt, man sieht weniger als früher. Deshalb langsam und bremsbereit abbiegen, damit man auch die Chance hat, zwei- oder dreimal zu schauen.

Ebenso wichtig sind ausreichende Abstände beim Überholen. Zweiradfahrer fahren nicht auf Schienen und brauchen seitlichen Sicherheitsabstand - sowohl nach rechts zum Fahrbahnrand oder parkenden Fahrzeugen als auch nach links.. Einschlägige Gerichtsurteile gehen von mindestens 1,50 m bei einem Überholvorgang zwischen Auto und Fahrrad aus.

Kritische Situationen entstehen manchmal, wenn Autofahrende die Verkehrssituation nur aus der Windschutzscheibenperspektive beurteilen. Wenn vor ihnen jemand mit dem Rad auf der Fahrbahn fährt, obwohl daneben ein Radweg ist, kann dies gute Gründe haben: Möglicherweise befindet sich ein Hindernis auf dem Radweg oder er ist tatsächlich durch Schäden unbenutzbar. Auch Fahrräder mit Anhänger oder Liege-Dreiräder dürfen auf der Straße fahren, wenn die Breite des Radwegs nicht ausreicht. Reicht die Fahrbahnbreite für ein sicheres Überholen nicht aus, heißt es, Geduld zu bewahren.

Mehr als ärgerlich sind Autofahrer, die verbotenerweise Wirtschaftswege nutzen, um Staus auf Hauptverkehrsstraßen zu umfahren und dabei Fahrradfahrer bedrängen. Auf Wegen unter 4 m Breite ist ein legales Überholen von Radfahrenden unmöglich. Im Einzugsbereich der A57 und A44 kommt es deshalb auf Strecken des Radverkehrsnetzes NRW häufig zu Konflikten mit Autofahrern, die in Eile diese Wege zur Stau-Umfahrung nutzen.

 

Weiterführende Internetseiten zum Thema:

www.adfc.de

http://adfc-blog.de/2013/08/neun-von-zehn-unschuldig-ueberfahren/

http://udvabbiegeunfaelle.na-smartsite.de/

www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-krefeld-kreis-viersen/aktuelles/aktuelles/article/kampagne-mit-abstand-fahren-wir-sicher.html

Andreas Domanski

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