Gewählter Aktueller Beitrag aus den Ortsgruppen

ADFC begrüßt den Start des Sonderprogramms „Stadt und Land“

01.02.21
Kategorie: Aktuelles, Verkehrsplanung, Verkehrspolitik

Neue Wege am Berufskolleg werden gefordert



Parke nicht auf unseren Wegen


Bundesverkehrsministerium stellt erstmals Geldmittel für den Radwegebau in den Kommunen in rekordverdächtiger Höhe zur Verfügung.

Über eine eine gute Nachricht aus der Politik freut sich der ADFC Lüdinghausen, denn
rechtzeitig zur ersten Video Konferenz des Sprecherteams wurde bekannt, dass mit einer
Verwaltungsvereinbarung das Sonderprogramm „Stadt und Land“ an den Start gegangen
ist.
Darin stellt das Bundesverkehrsministerium erstmals Geldmittel für den Radwegebau in den
Kommunen, in rekordverdächtiger Höhe zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem
Klimapaket der Bundesregierung und sollen es ermöglichen, einen klimafreundlichen
Radverkehr mit voller Kraft zu anzugehen. Der Fahrradclub ADFC begrüßt das Programm
und die damt verbundenen hohen Qualitätskriterien. Einziger Kritikpunkt: Auch sogenannte
Schutzstreifen sind förderungsfähig – eine Markierungslösung, die der ADFC nicht für
fahrradfreundlich und sicher hält.
Deutschland soll endlich Fahrradland werden, denn Geld vom Bund ist jetzt reichlich da. Der
setzt auch neue Maßstäbe, wie gute Radinfrastruktur überhaupt gestaltet sein muss, damit
sie Menschen aller Altersgruppen zum Radfahren einlädt. Und nicht nur das, das Bundesverkehrsministerium
macht sogar quantitative Zielvorgaben und legt sich fest, wie viele
Kilometer Radwege, wie viele Fahrradstraßen und wie viele Fahrradbügel bis 2023 gebaut
werden sollen. Jetzt ist es Sache der Kommunen, zügig Projektanträge für die Einrichtung
von Qualitätsradwegenetzen und Fahrradparkplätzen zu stellen, denn der Bedarf nach
besserer Radinfrastruktur ist groß.
Das gilt auch für die Radwege in Lüdinghausen. Hier könnten wichtige Projekte realisiert
werden wie beispielsweise der wichtige Radweg zur Verbindung von Seppenrade und
Lüdinghausen, oder auch die Radachse Stadtfeldstrasse. Auch eine Ungestaltung eines
Teilbereichs der Tüllinghofer Strasse zur Fahrradstrasse würde näherrücken, ohne es auf die
lange Bank schieben zu müssen.
Das Bundesverkehrsministerium stellt für die Jahre 2020-2023 insgesamt 1,46 Milliarden
Euro für den Radverkehr zur Verfügung, davon rund 660 Millionen Euro über das
Sonderprogramm Stadt und Land. Hinzu kommen 170 Millionen Euro für Radschnellwege,
46 Millionen Euro für das touristische Radnetz Deutschland und 126 Millionen für
Modellvorhaben des Radverkehrs.
In der Verwaltungsvereinbarung ist ausdrücklich festgehalten, dass ein hochwertiger
Standard für alle Nutzergruppen umgesetzt werden soll, der eine hohe Verkehrssicherheit
und ein hohes subjektives Sicherheitsempfinden garantiert. Darauf hatte der ADFC
gedrungen, da die vorhandenen Regelwerke für den Radverkehr oft nicht verbindlich sind
und dringend überarbeitet werden müssen. Bisher werden in vielen Kommunen noch
schlechtere und spärlichere Radwege gebaut, als es selbst die überholten Empfehlungen
für Radverkehrsanlagen (ERA) vorsehen. Mehr Platz fürs Rad gibt es nur durch gerechte
Neuverteilung von Verkehrsflächen, wie es auch die Diskussionen in unserer Steverstadt
zeigen.
Der ADFC weist darauf hin, dass Förderanträge für hochwertige, sichere und leistungsfähige
Radverkehrsanlagen ab sofort von Kommunen über die Bundesländer gestellt werden
können. Die Zeit ist reif für bessere Radwege – auch in Deutschland, denn unsere Nachbarn
haben uns gezeigt, wie es geht.

Herbert Baur

© 2021 ADFC Kreisverband Münsterland e. V.