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Besuch in einer anderen Welt

11.05.15
Kategorie: Aktuelles, Verkehrsplanung, Lüdinghausen

Hovenring Ansicht unten



Hovenring Ansicht oben



Hovenring Detailansicht



Tedilnehmer von links: Francien Dechesne; Peter Plantinga, beide FB NL, Franzisca Pinnekamp ADFC LH, Pieter Nuiten FB NL, Lothar Kostrzewa-Kock, ADFC LH


ADFC Lüdinghausen fährt mit der Leeze zum Hovenring in Eindhoven

Eine der besondere Radtour erlebten 18 aktive Mitglieder aus dem Arbeitskreis Radverkehr des ADFC Lüdinghausen und weitere interessierte Radfreunde. Sie besuchten den schwebenden Radkreisverkehr „Hovenring“ in der holländischen Stadt Eindhoven. Dort trafen sie weitere interessierte ADFCler aus Bielefeld, Gütersloh und Duisburg.  

„Das war wie der Besuch in einer anderen Welt“, schwärmte Franziska Pinnekamp, die diese Tour organisiert hatte, „in Holland hat der Radverkehr nämlich einen ganz anderen Stellenwert, als bei uns“.

Im Tagungshotel Campanile wurde die Radgruppe ganz herzlich vom Planungsbüro IPV- kreative Ingenieure im und Vertretern der „Fahrradstadt“ Eindhoven empfangen. Dort stellte die Stadtverwaltung in Vorträgen das holländische Projekt und seine Hintergründe vor. In einem eindrucksvollen Film wurde anschließend die holländische Verkehrspolitik erläutert.

Der Hovenring selbst ist eine mit 24 Abspannseilen an einem 70 m hohen Pylon aufgehängte Fahrrad- und Fußgängerbrücke in Form eines Kreisverkehrs. Er ermöglicht es Radfahrern und Fußgängern sicher eine vormals gefährliche Kreuzung zu überqueren. Eine Lösung dieser Art wurde erforderlich, weil der Verkehr auf der Bundesstraße mit  Abzweigungen zu Autobahn, Stadtzentrum und Gewerbegebieten der Stadt Eindhoven stetig angewachsen war. Häufig gab es Unfälle und Verletzte mit Radfahrern und Fußgängern. Heute fahren bis zu 5000 Radler durch den Kreisverkehr und der motorisierte Verkehr kann unter dem Kreisverkehr störungsfrei fließen.

Auch architektonisch setzt der Hovenring Akzente und wirkt schon durch die abendliche Beleuchtung wie ein Tor zur Stadt. Auf dem Hovenring können sich die Bürger sicher fühlen, denn es gibt dort keine dunklen Ecken, wie wir sie von vielen Unterführungen für Fußgänger und Radfahrer kennen.

Eine Führung auf dem Hovenring und eine 17 km lange Radtour durch Eindhoven zu anderen interessanten Infrastrukturprojekten zeigte die Unterschiede zur hiesigen Verkehrsplanung deutlich auf. Es klingt wie aus einem Sience Fiction Roman, wenn die Teilnehmer von Anforderungskontakten auf den Radwegen berichten, die für eine Grüne Welle für Radfahrer sorgen. Breite Radwege ermögliche sicheren Begegnungsverkehr und  eine 35 Km lange, querungsfreie Radfahrstraße verbindet Gewerbegebiete mit den Wohnvierteln. Im Stadtzentrum gibt es sogar eine kostenfreie Tiefgarage Radfahrer. Man fördert eben in den Niederlanden den Radverkehr als alltagstaugliche Alternative  zum Kraftfahrzeug und versucht dabei eine hohe Verkehrssicherheit für diese Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Der ADFC Arbeitskreis Radverkehr ist jedenfalls fest davon überzeugt, dass unsere Verkehrsplaner von diesen Ideen nur lernen können, wenn Lüdinghausen eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt werden soll.

Am Samstag hatte der „Fietserbond Eindhoven“, die niederländische Schwesterorganisation des ADFC, zu einer etwa 50 Km langen Tour rund um Eindhoven eingeladen. Die drei Tourenleiter führten die Gruppe durch örtliche Naturschutzgebiete und Heidelandschaften bis zu einem Kloster im benachbarten Belgien. Beim Mittagessen, in einem kleinen holländischen Lokal, gab es natürlich viele Gespräche und Austausch mit den holländischen Mitradlern und eine Gegeneinladung war schnell ausgesprochen.    

Fotos: Wolfram Ernst

Herbert Baur

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