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Neue Regeln für den Radverkehr

02.09.09
Kategorie: Presse, Aktuelles

Aktuelle StVO-Novelle bringt Verbesserungen für Radfahrer

Eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) bringt zum 1. September 2009 Verbesserungen für Radfahrer. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) begrüßt die Gesetzesänderungen als einen Schritt in die richtige Richtung: „Wenn Städte und Gemeinden die neue StVO konsequent umsetzen, stärken sie den Radverkehr und machen ihn sicherer", sagt ADFC-Bundesvorsitzender Karsten Hübener.

Autofahrer werden sich darauf einstellen müssen, dass in Zukunft mehr Radfahrer auf der Fahrbahn unterwegs sind. Denn eine wesentliche Neuerung ist, dass nicht mehr bevorzugt Radwege angelegt werden. Der bereits 1997 eingeführte Radfahrstreifen auf der Fahrbahn ist zukünftig dem Radweg gleichgestellt.

Ob der Radverkehr auf der Fahrbahn, einem Radfahrstreifen oder Radweg geführt wird, kann nun je nach örtlicher Situation entschieden werden. Hübener: „Das Vorurteil, der Radweg sei für die Radfahrer immer am sichersten, wird endlich ausgeräumt. Radfahrer sind auf Radwegen oftmals schlecht zu sehen, was vor allem an Kreuzungen und Einfahrten gefährlich ist. Die Verkehrsplanung wird nun mehr den Bedürfnissen der Radfahrer angepasst."

Die Radwegebenutzungspflicht ist zwar nicht generell abgeschafft, soll aber auf ein erforderliches Maß beschränkt werden. Hübener: „Benutzungspflichtige Radwege müssen die Ausnahme bleiben. Wenn innovative Verkehrsführungen und der Mischverkehr gestärkt werden, sind Radfahrer und Fußgänger deutlich sicherer unterwegs."

Unterscheiden lassen sich benutzungspflichtige Radwege von "anderen" Radwegen an der Beschilderung: nur Radwege mit blauem Radwegschild müssen benutzt werden. Bei Radwegen ohne Radwegschild haben Radfahrer die freie Wahl zwischen Fahrbahn und Radweg.

Die ebenfalls geänderten Verwaltungsvorschriften zur StVO werden Radfahrern Umwege ersparen. Einbahnstraßen können nun leichter für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden. Sackgassenschilder können laut ADFC künftig mit einem Aufkleber gekennzeichnet werden, der zeigt, dass ein Durchkommen für Radfahrer oder Fußgänger möglich ist.

Der nordrhein-westfälische ADFC Landesgeschäftsführer Ulrich Kalle freut sich ganz besonders über die Neuregelungen zu »linken« Radwegen. Aufgrund des hohen Unfallrisikos an Einmündungen dürfen Radwege innerorts auf der linken Fahrbahnseite nur noch in wenigen Ausnahmefällen ausgewiesen werden. "Außerdem," so Kalle, "sind gesicherte Querungsstellen am Anfang und Ende linker Radwege jetzt zwingend vorgeschrieben."

Kontakt:
Ulrich Kalle, 0211 / 68708-22; u.kalle(..at..)adfc-nrw.de

Radiobeitrag (WDR2) zur StVO-Novelle (mit O-Ton Ulrich Kalle)

Link zur  Lokalzeit Düsseldorf (WDR) von Di. 01.09.2009 mit Beitrag "Neue Regeln für Radfahrer" (mit Rüdiger Heumann, ADFC Düsseldorf) und einem Interview mit Ulrich Kalle als Studiogast

 


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