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Vorstellung - Fahrradbüro Münster

18.02.21
Kategorie: Aktionen, Aktuelles, Kreisverbände, Münster, Presse, Rad in den Medien, Verkehr

Blick vom Bohlweg über den Ring auf die Ostmarkstraße An der Nordseite (links) ist eine zweispurige Fahrradstraße geplant @Stadt Münster



Katharina Thomalla und Phillip Oeinck, vom Fahrradbüro, bei der Plakataktion zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmenden an der Fahrradstraße LüLiSchi @Stadt Münster



Die Goldstraße in Münsters Innenstadt ist ein Beispiel für eine jüngst umgestaltete Fahrradstraße @Stadt Münster


Jeder, der sich in Münster ein wenig für die Leeze und deren Belange interessiert, hat schon mal von dem neuen Fahrradbüro gehört oder irgendwo gelesen. Doch was machen die dort und warum heißen die so: Fahrradbüro? Wir, von der Leezen-Kurier Redaktion, wollten es genau wissen und haben im Rathaus nachgefragt.

Zur Vorgeschichte: Der ADFC Münster fordert schon seit seinem Bestehen die Einrichtung eines Fahrradbeauftragten in der Stadtverwaltung. Diese Forderung wurde mit schöner Regelmäßigkeit mit der Aussage abgelehnt: „In Münster denken wir die Belange des Fahrrades in der Verwaltung immer und überall mit, daher bedarf es solch eines Fahrradbeauftragen, wie in anderen Städten nicht!“ Diese Aussage war oft mit dem Hinweis verbunden: „Die anderen Städte haben es nötig, wir dagegen haben den höchsten Fahrradanteil am Verkehrsaufkommen mit rund 40% unter allen Großstädten in Deutschland.“

Dann kam der bundesweite ADFC Fahrradklimatest 2016 und Münster fiel erstmals von seiner Bestnote von 2,5 auf 3,07 und 2018 sogar auf 3.37 unter den Fahrradfahrenden zurück.

 

2018 stieß Karlsruhe Münster vom 1. auf den 2. Platz!

 

Bereits 2013, hat der damalige Amtsleiter für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung, Christian Schowe, bei der Verleihung des Fahrradpreises für die Stadt Münster, anlässlich der Fahrradklimatestes 2012 in Berlin, mit dem dort anwesenden Peter Wolter vom ADFC, beschlossen, dass neu ein „Runder Tisch Radverkehr“ (RTR) eingerichtet werden soll, um das Fahrrad in Münster wieder zu pushen. Dieser RTR hat dann auch gut drei Jahre unregelmäßig getagt und einiges für Münster auf den Weg gebracht (Mindeststandards für Radwege, Velorouten-Netz, etc.).

 

Wir brennen alle für das Fahrrad und haben jeden Tag richtig Bock darauf!

 

Im April 2019 gab es eine Umstrukturierung im Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft. Planung und Bau von Verkehrsinfrastruktur sind seitdem im Amt für Mobilität und Tiefbau gebündelt, um beispielsweise Abstimmungsprozesse zu vereinfachen,. Dies war auch die Geburtsstunde des neu geschaffenen Fahrradbüros. Nach den anfangs drei Mitarbeitern, merkte man schnell, dass das Büro bei der enormen Projektdichte deutlich wachsen musste, um auch den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Seit einigen Monaten ist das Fahrradbüro jetzt mit fünf Mitarbeitern besetzt (siehe Bild). Der ADFC ist nunmehr am Ziel seiner Träume, statt eines oder einer Fahrradbeauftragten, gibt es nun gleich FÜNF die sich für die Belange der Leeze in der Verwaltung des Stadt Münster stark machen! Wie sagt es Phillip Oeinck treffend: „Wir brennen alle für das Fahrrad und haben jeden Tag richtig Bock darauf etwas dafür zu bewegen!“ Oeinck, mit 35 Jahren einer der Ältesten in dem Bereich, ist aber nicht der Leiter des Fahrradbüros, sondern alle sind gleichberechtigt, haben aber verschiedene Schwerpunkte.


Apropos, was sind die Schwerpunkte bzw. Kernthemen des Fahrradbüros?

1. Strategien, Konzeptionen und Standards

2. Initiierung und Begleitung von Planungen

3. Kommunikation, und Service,

4. Fördermittelakquise und Wettbewerbe

Die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind die Fahrradstraßen, Velorouten mit Kanalpromenade, Netzplanung 2.0, Fahrradparken (1000 Stellplätze-Programm), Bike-Sharing, etc.


Und warum gerade Fahrradbüro, klingt doch ein wenig antiquiert? Warum nicht Stabstelle-Fahrrad oder Fahrradteam? „Wir sind eigentlich ganz zufrieden mit unserem Namen, aber vielleicht suchen wir ja noch mal nach einem anderen Namen im neuen „Newsletter Fahrrad“, den wir ab März viermal im Jahr digital auflegen“, erklärt Katharina Thomalla. Ab März kann man unter
www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/mit-dem-radhttp://www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/mit-dem-rad sich den Fahrrad-Newsletter regelmäßig zuschicken lassen.

 

Auf die Frage, was sich in der letzten Zeit für das Fahrrad in Münster bewegt habe, verweist man darauf, dass die Schlagzahl in den letzten Jahren deutlich intensiviert wurde. Die Ausgaben pro Einwohner pro Jahr für das Fahrrad sind von 10 auf 30 Euro gestiegen. Dies zeige, wie viel Fahrt das Thema Radverkehr aufgenommen hat. Exemplarisch sind hier die neuen Qualitätsstandards für Fahrradstraßen (Roteinfärbung, Bevorrechtigung, komfortable Breiten) und die Velorouten zur Anbindung von Außenstadtteilen und Umlandgemeinden genannt. Hier wird sicherlich die Fahrradstraße Bohlweg als wesentlicher Bestandteil der Veloroute Telgte in 2021 im Fokus stehen. Die bauliche Umsetzung steht im 3. Quartal und, die Öffentlichkei soll dazu umfangreich informiert werden. In Arbeit ist außerdem erstmalig eine Netzkonzeption 2.0, die noch in diesem Jahr vorgestellt wird. Stolz ist man im Fahrradbüro auch auf die aktuelle Anerkennung im Rahmen des Projektes "Fahrradstraßen 2.0 in Münster" von der Fachjury des Deutschen Verkehrsplanungspreises. Hier wurde ausdrücklich nicht nur die Roteinfärbung ausgezeichnet, sondern die gesamten Qualitätsstandards und deren Umsetzung auf bereits 8 Fahrradstraßen und 5,5 Kilometern.


Die Jury zur Goldstraße: „Es zeige auf wie durch eine neue Prioritätensetzung der Flächenbedarf des ruhenden Verkehrs eingehegt werden kann." Das Projekt setze neue Standards und Qualitäten für den Radverkehr.“


Immerhin sind an der Goldstraße und Bismarckallee jeweils 80 Autostellplätze weggefallen. In diesem Jahr liegt ein besonderer Fokus auf der Kommunikation und Beteiligung vor und während der Umsetzung der Maßnahmen. Hier ist das Fahrradbüro sehr gewillt, die Öffentlichkeit sehr intensiv einzubeziehen und die Expertise der Bürgerschaft zu nutzen

Zum Abschluss des Gespräches versuchte die Redaktion noch die neusten Zahlen aus der letzten Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten der Bürger zu erfahren. Doch Phillip Oeinck verwies nur auf die offizielle Bekanntgabe Ende Februar. Doch soviel ließ er durchblicken, der Fahrradanteil hat sich in Münster weiter erhöht.

 

Fragen und Hinweise, jeder Art, die mit der Leeze in der Stadt zu tun haben, nehmen die Leezen-FÜNF gerne unter 0251 – 492 7272 oder fahrradbuero(..at..)stadt-muenster.de entgegen.









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