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07 Tour de See(h)nsucht

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Beschreibung

Tourbericht des Tourenleiters Klemens Rave

Unter dem Titel "Tour de See(h)nsucht" startete die ADFC-Ortsgruppe
Lüdinghausen eine sechstägige Radwanderung vom 16.05-21.05.2012 durch Mecklenburg-Vorpommern. Als die Räder aus dem Anhänger und das Gepäck aufs Rad geladen war, kam ein letzter Regenschauer, der unter Bäumen abgewartet wurde, herunter. Von nun an wurde es jeden Tag heller und sonniger. Auf der Halbtagsstrecke bis zur Übernachtung in Lüchow wurden einige Rundlingsdörfer im Wendland durchstreift. Am nächsten Tag, Christi-Himmelfahrt, wollte man als Beispiel für ein altes Gutsdorf mit farbenprächtig ausgeschmückter Gutskapelle die Kapelle in Breese im Bruche vor der Messe kurz besichtigen. Leider durften wir hier nicht herein. Anhand einer kleinen Broschüre und Erläuterungen von Heinz Reuter konnten sich die Teilnehmer dennoch ein Bild machen. Nach einigen Stunden musste auf dem Elbedeich kräftig gegen Wind in die Pedale getreten werden um über die Elbebrücke die Festung in Dömitz und anschließend das Panorama - Caf'e zu erreichen. Von hier hatte man einen weiten Blick über die Elbeauen und die Eldelandschaft. In den kleinen Dörfern an der ausgesuchten Strecke gibt es kaum noch Restaurants, erst recht keines was auf den plötzlichen Besuch von 34 RadlerInnen vorbereitet ist. Nach einigen Mails und Telefonaten fand sich zur Überraschung der Gruppe in Glaisin eine Landfrauengruppe, die in einem alten Schweinestall eine schmucke Kaffeetafel mit leckerem, selbst gebackenem Kuchen gedeckt hatte und uns während der Zeit einiges über die "Griese Gegend", ihr Heimatdorf und Verbindungen zu Landfrauen im Kreis Borken erzählten. Weiter radelte die Gruppe über Landstraßen und schließlich schmale Waldpfade in den Schlosspark von Ludwigslust. An den 24 Wassersprüngen wurde kurz Halt gemacht um sich dann vom Kanal zum Schloss und zur tempelartigen Stadtkirche mit ihrem 350 qm großem Altarbild mit der Verkündigung der Geburt Christi an die Hirten führen zu lassen.

Am dritten Tag radelte man entlang der Elde und ihres Kanales durch eines der größten Naturschutzgebiete Mecklenburgs, dem "Tor zur Lewitz" vorbei an den Neuhöfer und Friedrichsmoorer Karpfenteichen auf den Spuren der Straße der Backsteingotik zur Mittagspause in Parchim. Auch hier wusste Heinz wieder einiges aus der Region zu berichten. Passend hierzu wurden in Benzin in einer alten Ziegelei die Abläufe vom Lehm zum Ziegel durch eine sachkundige Führerin erläutert. In Plau am Plauer See verbrachte man den Abend bei Eis und kühlen Getränken.
Der Samstag begann mit einer Schiffstour über den Plauer See und einigen
Kanaldurchstichen nach Malchow. Teils schiebend ging es über einen sandigen Waldweg durch kleine Dörfer und entlang großer Rapsfelder zur
größten Feldsteinscheune Deutschlands in Bollewick. In Röbel wurde eine Mittagspause eingelegt, anschließend radelte man über staubige, wassergebundene Strecken die Müritz oft im Blick über Schloss Klink nach Waren. 
Nach dem Gruppenfoto fuhr man am Sonntag morgen entlang des Tiefwarensees. Die Strecke war durch eine Treppe unterbrochen. Insgesamt ließ die Beschilderung der ausgesuchten Strecken gegenüber dem von hier gewohntem Niveau zu wünschen übrig. Aber dann hatte der Tourenleiter Klemens Rave nach Absprache mit der Touristinformation einen angeblich wohl befahrbaren Wanderweg ausgesucht. Auf einige Strecken im Wald fuhr es sich schon sehr schwer. Aber am Waldsaum, zu Ackerflächen hin, war es nur noch loser Sand mit Feldsteinen durchsetzt, und das im welligen Gelände, schiebend mit Gepäck. Nach starker Leistung kam die Gruppe "Gott sei Dank" ohne größere Blessuren über Ulrichshusen verspätet zur verdienten Mittagspause im umgebauten alten Schafstall in Basedow an. Die vorgesehene Führung durch das Dorfensemble mit Schloss erläuterte Frau Müller während des Essens. Mit einer Busgruppe aus Münster hörten wir anschließend ein Orgelkonzert auf der ältesten Orgel Mecklenburgs. Von einem Einheimischen ließen wir uns mit einigen Informationen durch die Stadttore nach Malchin und wieder hinaus begleiten, bevor wir weiter durch die Mecklenburgische Schweiz die gedeckte Kaffeetafel in der
Kolping - Familienferienstätte in Salem am Kummerower See erreichten.
Die Leiterin Frau Volkmar gab uns zum Gebäude und der Familienferienstätte in der Kapelle einiges Hintergrundwissen. Nach ca. 320 Kilometern wurde am Abend noch einigermaßen passend in Dargun das Hotel erreicht. Viele Teilnehmer empfanden die einstündige Führung durch die alte Kloster- und Schlossruine als interessanten Abschluss dieses letzten Abends und sangen in der Kapelle zum Dank "Großer Gott wir loben Dich". Im Hotelbiergarten wurde es anschließend eng, da alle RadlerInnen sich noch mal zum Resümee ziehen trafen. Am sechsten Tag wurde das große Gepäck morgens schon in den
bereitstehende Bus geladen. Plötzlich merkte man wieder wie einfach und
leicht Radfahren ohne 15 oder mehr kg Gepäck auf ebener Strecke über Teer sein kann. Eine Schifffahrt über den nördlichen Kummerower See und die Peene, den "Amazonas des Nordens", schloss endgültig diese sechstägige Radwanderung durch das Wendland und Mecklenburg-Vorpommern ab.

Weitere Eindrücke der Reise:

 

Ausfahrt aus Malchin (durch) neben dem Kalenschen Tor

Stopp vor dem Schloss in Basedow

 

Gleich fünf mal Räder verladen innerhalb von drei Stunden zur
Peene-Tour und Heimfahrt - kräftige Männerhände waren gefragt 

Pannenstopp - kurze Beratung, Techniker und Navigator bleiben
beim Liegengebliebenen

Gruppenfoto vor den Hotel am Klostersee

Weitere Informationen

 Fahrtroute: Bergen an der Dumme - Lüchow - Ludwigslust - Plau am See - Waren (Die Strecke von Waren bis zur Ortschaft Vielist an der B 108 bitte nicht nachfahren,Strecke ist nicht befahrbar) - Dargun - Demmin

Toureigenschaften

Routenlänge:
320 km

An- und Abreise

Bald nach Erscheinen des Angebotes im Dezember 2011 meldeten sich 36
Personen an, von denen 34 die Tour antraten. Bei der Anmeldung und dann
wieder bei der gemeinsamen Trainings- und Kennenlerntour Ende April
lernten sich die Radler ein wenig kennen und konnten sich und ihr Rad
auf der Strecke nach Billerbeck testen.
Am Mittwoch vor Christi-Himmelfahrt sammelte der Bus mit Radanhänger
morgens die TeilnehmerInnen in Lüdinghausen und Ottmarsbocholt ein.
In einem kleinen Stoßgebet bat der Tourenleiter um unfallfreie, harmonische Tage bei angenehmen Wetter. Auf der Anreise wurde eine kurze Pause im "Hundertwasser - Bahnhof" in Uelzen eingelegt.

In Demmin stand der Bus mit Radanhänger wieder bereit um die 34
RadlerInnen und ihre Räder ins Münsterland zu bringen.

Ansprechpartner

Zuständiger Verein

Stand: 27.08.2013, 11:18 Uhr

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