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12 Von den Werra-Quellen bis zur Mündung

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Beschreibung

Noch bei Regenwetter wurden in Lüdinghausen und Ottmarsbocholt das Gepäck der 25 RadlerInnen aus Lüdinghausen, Ottmarsbocholt, Biblis, Unna und Ostbevern und die Räder verladen.
Beim Start am Nachmittag lachte die Sonne. Von der Sigmundsburger Werraquelle radelte die Gruppe nach einer ausgiebigen Kaffee- oder Eispause in Friedrichshöhe zur Quelle bei Fehrenbach und musste auf dem weiteren Weg bei rund 320 Metern Gefälle auf 7,5 km über eine Schotterstrecke alle Sinne beisammen haben und oft kräftig die Bremsen ziehen. Unten wurde durchgezählt und die Räder kontrolliert. Alle waren ohne Sturz und Radschäden gut angekommen. Folgende  Information einer Radlerin war für den Tourenleiter besonders erfreulich, sie hatte festgestellt, dass alle TeilnehmerInnen einen Helm tragen würden. Weil das Hotel am ersten Zielort Eisfeld einige Kilometer außerhalb lag, wurde auf dem Marktplatz ein kleiner Zwischenstopp eingelegt. Nach dem Abendessen im Waldhotel besichtigte die Gruppe in einem alten Kontrollturm des ehemaligen Grenzüberganges zwischen Eisfeld, Thüringen und Rottenbach, Bayern, der jetzt zu einer Gedenkstätte eingerichtet war, Fotos aus der Region, Uniformen, Telekommunikationsmittel und ein Modell der tiefgestaffelten Grenzanlagen.

Am zweiten Tag mussten bei immerhin 36 bis 38 Grad öfters noch mittlere Anstiege überwunden werden, die natürlich zu sausenden Abfahrten reizten. Hildburghausen und das "Hennebergische Museum Kloster Veßra"
wurden eigenständig besichtigt und in Leutersdorf ließ man sich Sinn und Zweck der Kirchenburgen mit ihren Gaden erklären. In den in die Befestigungsmauer eingelassenen Kellern oder Räumen wurden Nahrungsmittel aufbewahrt um im Verteidigungsfall sich innerhalb der Schutzmauer der Kirchenburg zurückziehen zu können und zu überleben.

Nach der Übernachtung in der Theaterstadt Meiningen radelten wir am dritten Tag durch die gut erhaltenen Fachwerkstädtchen Walldorf, Karnevalsstadt Wasungen und Breitungen, immer in Nähe der Werra, zur Mittagspause am Jugendstil Gradierwerk in Bad Salzungen. Immer wieder konnten wir zerstörerische Spuren des letzten Hochwassers auf weitläufigen Ackerflächen und am Radweg selber entdecken. Nach ausgiebiger Pause und weiteren ca. 12 km ging es eine Stunde später mit dem Förderkorb im Erlebnisbergwerk Merkers auf 500 Meter Teufe zum Höhepunkt dieser Radwanderung. Per Kleinlastwagen wurde die Gruppe 20 km mit Zwischenstopps und Erläuterungen zur Kaligewinnung durch den Berg zum Großbunker, in dem auch bekannte Musiker Konzerte vor bis zu 1.400 Gästen geben, und schließlich 300 Meter tiefer mit zum Teil 17 % Gefälle zur größten Kristallgrotte der Welt gefahren. Das Erstaunen aller TeilnehmerInnen wurde durch eine Laserschau noch erhöht. Mit Witz, Wissen und großer Geschicklichkeit steuerte der Führer das Auto über die unterirdischen Straßen und durch scharfe Kurven. In den mal engeren und mal breiteren Gängen hatte man ein überhöhtes Geschwindigkeitsgefühl.
Auf die Frage des Führers antworteten viele er führe zwischen 45 bis 55 Stundenkilometer. Nein, das ging nicht, der Klein-LKW war auf 35 Stundenkilometer gedrosselt. Eine Stunde nach dem alle heil und vielfach froh wieder das Tageslicht erblickten, rollten wir über die alte steinerne Brücke zur dritten Übernachtung nach Vacha rein.

Die Werra und der nach ihr benannte Radweg schlängeln sich durch das alte Grenzgebiet zwischen der DDR und der BRD.  Deshalb wurde in Philippsthal eine einstündige Führung mit historischem Filmmaterial, das zum Teil von den amerikanischen Soldaten aufgenommen worden war, zum Leben in der Grenzregion und zum immer undurchdringlicherem tief gestaffelten Bau der Sperranlagen mitten in Deutschland besucht. Auf der ältesten erhaltenen Natursteinbrücke der neuen Bundesländer, in Creuzburg, war anlässlich der 800 Jahrfeier der Stadt und der Segnung der Liboriuskapelle eine große Kaffeetafel aufgebaut. Hier wurden unsere RadlerInnen u. a. von der Landesmutter Frau Lieberkneckt angesprochen.
Weiter ging es über durch das Hochwasser verdreckte oder auch beschädigte Radwege zur Übernachtung im Hotel Waldblick in Treffurt. Von der Chefin wurden wir mit freundlichen Worten, einem Lächeln und einer Begrüßungsrunde Kaltgetränke empfangen. Mit leckerem Essen, kühlen Getränken, Witz und erzählen von Streckenerlebnissen wurde der Abend mit dem Wirtsehepaar um Mitternacht mit Liedern beendet.
Insgesamt muss man festhalten, dass der Tourismusverband sehr bemüht war durch ausgeschilderte Umleitungen und schon ausgeführte Reparaturen die Radler sicher zum nächsten Übernachtungsort zu führen.

Am Sonntag morgen hieß es schon um 8.30 Uhr wieder "Aufsitzen". Nach einer Stunde radelten wir durch schmucke historische Straßenzüge in Wanfried zur "Schlagd", dem alten Wehrhafen. Heinz Reuter gab Einblick in die Transportmöglichkeiten vor hundertfünfzig und mehr Jahren und wie wichtig Wasserwege für einen schnelleren Transport mit mehr Ladung waren. Er wies aber auch auf die Kleinstaaterei in Deutschland mit den vielen Stopps und Zöllen hin. Heute hatten wir die längste Etappe von ca. 85 km vor uns. Am "Brunnen vor dem Tore" Allendorfs, hier soll Wilhelm Müller das Lied unter der Linde getextet haben, wurde ein kurzer Stopp zur Erinnerung eingelegt bevor die 25 "gelben Männchen" durch einige romantische Fachwerkstraßen in Allendorf zur Mittagspause an die Saline und durchs Söder-Tor in Bad Soden rollten. Nach 1 1/4 Stunde startete man wieder über sehr naturnahe Radwege, die nach dem Hochwasser mit einer Planierraupe schon wieder plan geschoben waren, zur Kaffeepause in die Kirschenstadt Witzenhausen. Am Weserstein, dort "Wo Werra sich und Fulda küssen ....", in Hannoversch-Münden, verbrachte die Gruppe den letzten gemeinsamen Abend mit einer kleinen Brauereiführung und einem leckeren und reichhaltigem Menü im Ratsbraukeller. Jetzt lagen fünf Tage Radwanderung mal bergan aber insgesamt ca. 700 Meter bergab bei meist sonnigem Wetter hinter der Gruppe.

Auf der sechsten Etappe zeigte die Weser den Weg von Hann-Münden nach Bad Karlshafen. Hier musste aus den mitgeführten Taschen mehrfach das Regenzeug herangeholt werden. Einige kurze kräftige Anstiege, besonders nach Kurven, brachten einige Radler noch stark ans Schnaufen oder gar runter vom Rad. Insgesamt muss man festhalten, dass die unterschiedlich ausgestatteten RadlerInnen, ob mit Kettenschaltung, Fünf- bis Siebengang-Narbenschaltung oder die Pedelecnutzer meist gut harmonierten. Im Kloster Bursfelde gab Heinz Reuter wieder einige Erläuterungen zur Entstehung und wechselvollen Geschichte dieser Anlage.
Gerne hätte der Tourenleiter die Weser über eine Gierseilfähre gewechselt. Doch durch das Regenwetter und Unterstellen hatten wir Zeit verloren und die Stimmung war nicht danach. Nach Überquerung der Weser in Gieselwerder und Überlegung ob man den Bus bis hier kommen lassen sollte, entschied sich die Gruppe, da es jetzt trocken war, für das Weiterradeln. Nach gesamt 383 km und jetzt einer ausgiebigen Pause in Bad Karlshafen am Schiffsanleger wurden die Räder in den bereitstehenden Bus mit Radanhänger verladen. 
Am Abend trafen die RadlerInnen dank Vorsicht, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft, bis auf leichtere Stürze, doch unfallfrei, per Bus und Radanhänger wieder in Ottmarsbocholt und Lüdinghausen ein.

Toureigenschaften

Routenlänge:
383 km
gefahrene Geschwindigkeit:
15-18 km/h
Oberfläche:
Asphalt
Feld- und Waldwege
Schotter / Unbefestigt
Schwierigkeitsgrad:
leicht
mittel
Tourart:
Mehrtagestour
Umfeld:
Flussradweg
Industriekultur
Stadt
Wald
Wiesen & Felder
Verkehrsbelastung:
Mäßiger Autoverkehr

An- und Abreise

Mit einem Bus mit Radanhänger wurden von Lüdinghausen und Ottmarsbocholt zur Werraquelle bei Sigmundsburg am Rennsteig gebracht.

Ansprechpartner

Klemens Rave, Tel.: 02598 / 98850

kleems-radtouren(..at..)gmx.de

Zuständiger Verein

Stand: 27.08.2013, 10:55 Uhr

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