Radfahren in Zeiten der Coronaschutzverordnung

05.04.20
Kategorie: Mobilität, Tourismus, Service

AUSZEIT – temporäre Skulptur von Isabel Oestreich, Gasselstiege, Münster (Foto: Andreas K. Bittner)



Fahrradfahren in der Stadt (Foto: ADFC/Gerhard Westrich)



Beliebte Ausflugsziele meiden – Münster-Hiltrup, Toter Arm am Dortmund-Ems-Kanal (Foto: Andreas K. Bittner)



Tweet von Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork (Screenshot ADFC Münsterland, 4. April 2020)


Rund um Ostern wollen viele Menschen auf das Rad steigen, trotz Corona-Krise. Der Fahrradclub ADFC freut sich über alle Umsteiger und Neuaufsteiger, mahnt aber zu Rücksicht und zur Einhaltung der Regeln zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie. Ein paar Hinweise.

"Aus dem hohlen finstern Tor

Dringt ein buntes Gewimmel hervor.

Jeder sonnt sich heute so gern."

Über diese Zeilen aus Goethes Osterspaziergang twittert ein Lokalpolitiker aus Münster – verbunden mit dem Hinweis, dass „buntes Gewimmel, Dorfs Getümmel“ in diesem Jahr wohl ausfalle. Und auch Fahrradfreundïnnen dürften, ach!, zwei Seelen in ihrer Brust wohnen haben. Der ADFC im Münsterland hat vor rund zwei Wochen aufgrund der Coronavirus-Pandemie und des anhaltenden erforderlichen Infektionsschutzes alle Veranstaltungen – drinnen wie draußen – abgesagt. Das gilt – vorläufig – bis zu nächsten Vorstandssitzung am 20. April. Auch die „Verordnung zum Schutz

vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2“ für NRW gilt bis (mindestens) zu diesem Tag (CoronaschutzverordnungCoronaSchVO, PDF). Jetzt, kurz vor Ostern, erinnert der Bundesverband des Fahrradclubs nochmals an die rechtliche Hintergründe und vernünftige Selbstbeschränkung.

Ausgedehntes Rennradtraining und lange Radtouren nicht angezeigt

ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn sagt:

Erlaubt ist es in allen Bundesländern, notwendige Fahrten zur Arbeit oder zum Einkaufen mit dem Rad zu erledigen. Auch die kleine Hausrunde mit dem Rad ist nach unserer Rechtsauffassung überall möglich, wenn man sie allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts macht. Lange Radtouren sind nicht erwünscht. Und auch ausgedehnter Radsport sollte nicht mehr im Freien stattfinden.“ 

Beliebte Ausflugsziele meiden

Wer mit dem Rad eine Runde dreht, um frische Luft zu schnappen und in Bewegung zu bleiben, sollte beliebte Ausflugsziele und Strecken meiden. Dort wird es nach Einschätzung des ADFC besonders schwierig, die vorgeschriebenen Abstände zwischen Personen einzuhalten. Huhn: „Auch wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte ein Ausweisdokument dabei haben, um den Wohnort nachweisen zu können.“  

E-Cycling und virtuelle Touren als Option

Mehrtägige Radreisen müssen auf die Zeit nach Corona verschoben werden, weil Unterkünfte nicht mehr zu touristischen Zwecken genutzt werden dürfen. (In NRW kann das übrigens teuer werden und sogar 500 Euro Aufpreis kosten.)

Das gilt auch für Campingplätze. Überregionale Touren sind ausdrücklich verboten, wenn sie in Gebiete führen, die für den Tourismus gesperrt sind. Dazu gehören Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und weitere Regionen in Deutschland. Für Sportlerinnen und Sportler kann E-Cycling eine Lösung sein, bei dem man auf dem Rollentrainer zu Hause vor dem Bildschirm schwitzt. Einige touristische Regionen bieten virtuelle Exkursionen an, zum Beispiel Nordrhein-Westfalen zu fünf Welterbe-Panoramen.

Rücksichtsvoll und mit Abstand fahren

Der ADFC appelliert an alle Radfahrenden, rücksichtsvoll und mit den vorgeschriebenen Abständen unterwegs zu sein. Huhn: „Die schlechte Radinfrastruktur darf keine Ausrede dafür sein, langsamer Fahrende oder Fußgänger zu bedrängen.“ An Autofahrende appelliert der ADFC, die leeren Straßen keinesfalls zum Rasen zu missbrauchen – und Radfahrende mindestens mit dem auch unter Normalbedingungen vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zu überholen. Huhn: „Es sind jetzt viele auf dem Rad unterwegs, die das lange nicht mehr gemacht haben. Auch sie müssen sicher und stressfrei zum Ziel kommen!“                


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