ADFC fordert bürgerfreundliches Straßenpflaster
Verkehrsführung Rothenburg / Königsstraße

17.05.10
Kategorie: Münster, Verkehrspolitik, Aktuelles

Münster, Asche: Griffige Oberfläche dank besonderer Pflasterung zwischen Stadtbücherei und Kiffepavillon



Münster, Königsstraße: Herkömmliches Großpflaster aus Naturstein schränkt Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Fahrkomfort und Lärmminderung ein



Stadtplanausschnitt Münster, Grafik: Vermessungs- und Katasteramt



Lübeck, Fleischhauerstraße: Pflasterung mit Fahrkomfort



Bamberg, Sandstraße: Barrierefreiheit dank besonderer Pflasterung (Foto: Stadtplanungsamt Bamberg)



Bamberg, Sandstraße: Konformität mit Denkmalschutz und Kulturerbestatus (Foto: Stadtplanungsamt Bamberg)


Münster, 16.5.2010 | In einem offenen Brief hat der ADFC jetzt bei Politik, Verwaltung und Medien für eine bürgerfreundliche Oberflächengestaltung von Münsters Altstadtstraßen geworben. Anlass ist die Diskussion über die zukünftige Verkehrsführung in Rothenburg und Königsstraße. Dabei stehen erneut auch gestalterische Fragen zur Entscheidung.

Der ADFC unterstützt die Vorschläge zur Verkehrsführung, die die Einrichtung einer eingeschränkten Fußgängerzone in der Rothenburg und den Zweirichtungsverkehr in der Königsstraße bis in Höhe der Tiefgarage Münster-Arkaden vorsehen.

Außer Zweifel steht dabei wohl, dass die Rothenburg für den Radverkehr in beiden Richtungen, zu allen Tageszeiten geöffneten bleiben muss, denn sie ist als direkte West-Ost-Verbindung im südlichen Radverkehrsnetz der Innenstadt alternativlos.

Gar nicht in dieses Konzept der Fahrradfreundlichkeit passt in beiden Straßen allerdings die Art und Weise der geplanten Oberflächengestaltung. Das vorgesehene Großpflaster aus Naturstein wird auch durch seine spezielle Art der Verfugung heutigen Ansprüchen an Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Fahrkomfort und Lärmminderung nicht gerecht.

Der ADFC fordert deshalb Politik und Verwaltung auf nach Lösungen zu suchen, die den o.g. Aspekten genauso Rechnung tragen wie den denkmalpflegerischen.

Wenn aus gestalterischen Gründen sowie denkmalpflegerischen Anforderungen kein Asphalt in Betracht kommt, sollte aus Sicht des ADFC wenigstens ein geschnittenes Pflaster verbaut werden. Geschnittenes Pflaster ist aufgrund der ebenen Oberfläche gut für Radfahrer und mobilitätseingeschränkte Mitbürger zu befahren und fügt sich gleichzeitig in das „historische“ Stadtbild ein. Wird zudem sowohl das Format als auch die Farbigkeit des Pflasters berücksichtigt, bleibt die Lebendigkeit und Anmutung wie beim bisherigen Straßenpflaster erhalten. Um eine griffige Oberfläche zu gewährleisten, sollte die gesamte Pflasterung wie beim Radfahrstreifen in der Asche, zwischen Stadtbücherei und Kiffepavillon, gesägt und geflammt sein.

Der ADFC begrüßt es, wenn die Gehwege in Rothenburg und Königsstraße einen größeren Querschnitt erhalten und dafür der Radverkehr in der Fahrbahn geführt wird. Eine fahrdynamisch günstige Oberflächengestaltung führt dann auch zu weniger  widerrechtlichem Befahren der Gehwege durch Fahrradfahrer.

Städte wie Lübeck oder Bamberg mit Weltkulturerbestatus haben in den letzten Jahren bei der Gestaltung ihrer historischen Altstadtstraßen die Barrierefreiheit in den Blick genommen. Warum soll das, was in der Sandstraße in Bamberg oder in der Fleisschhauerstraße in Lübeck vor dem Hintergrund hoher Denkmalschutzauflagen gelang, nämlich historische Altstadtstraßen bürgerfreundlich zu pflastern, nicht auch in Münster gelingen?

Das Schreiben des ADFC schließt mit der Bitte an die Entscheidungsträger sich dafür einzusetzen, dass zumindest in der Königsstraße und bei allen zukünftigen Maßnahmen, bei denen es um die Erneuerung historischer Altstadtstraßen mit Großpflaster aus Naturstein geht, Verfahren und Materialien zum Einsatz kommen die nicht ausschließlich denkmalpflegerischen Aspekten Rechnung tragen.


Weitere Informationen

Links:
Auf diesen Seiten im Netz befinden sich in unserer Rubrik "Plus-Minus" einige Meldungen von Bürgern, die diese Thematik bereits andernorts aufgegriffen haben:
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-muenster/radverkehr/plus-minus/vergebliche-initiativen.html
oder
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-muenster/radverkehr/plus-minus.html

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