Königsstraße: KIB und ADFC gemeinsam für glattes Pflaster

30.05.10
Kategorie: Münster, Verkehrspolitik, Aktuelles

Münster, Königsstraße: Herkömmliches Großpflaster aus Naturstein schränkt Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Fahrkomfort und Lärmminderung ein


Münster, 30.5.2010 | Entgegen anderslautender Aussagen des Stadtdirektors Hartwig Schultheiß fordert neben unserem Verband auch die Vertretung der Belange von Menschen mit Behinderungen eine bürgerfreundliche Pflasterung der Königsstraße. Am letzten Mittwoch stellte es Hartwig Schultheiß in der Informationsveranstaltung zur Verkehrsführung Rothenburg / Königsstraße anders dar.

Der Stadtdirektor suggerierte den etwa 100 Zuhörern, dass die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen (KIB) einverstanden sei mit der geplanten Natursteinpflasterung im herkömmlichen Stil und einigen barrierefreien Furten im Verlauf des Straßenzuges. Aufschlussreich ist nun, dass die KIB bereits am Donnerstag (also einen Tag später) einen Änderungsantrag beschließt. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Stadtdirektor Schultheiß hätte es besser wissen müssen. Im September des letzten Jahres gibt die KIB nach einer Grundsatzdiskussion in Sachen barrierefreie Gestaltung von Straßen in Münster zu Protokoll, dass ihr einige wenige Querungshilfen mit glattem Pflaster nicht ausreichend sind und die KIB „zukünftig weitergehende Lösungen im Sinne einer umfassenden Barrierefreiheit für erforderlich hält“!

Der ADFC unterstützt diese Forderung nicht nur hinsichtlich der Barrierefreiheit, denn auch durch die geplante spezielle Art der Verfugung wird das Natursteinpflaster weder heutigen Ansprüchen an Verkehrssicherheit und Fahrkomfort noch an Lärmminderung gerecht.

Während vom ADFC die geplante Oberflächengestaltung mit ungeschnittenem Natursteinpflaster strikt abgelehnt wird, sehen wir die geplante Verkehrsführung sehr positiv. Fahrradfahrer, Anwohner, Kaufleute und Besucher werden die Einrichtung einer eingeschränkten Fußgängerzone in der Rothenburg, den Zweirichtungsverkehr in der Königsstraße mit dem Wegfall des Radweges schnell zu schätzen wissen.

Wie die Diskussion am kommenden Mittwoch in der gemeinsamen Sitzung von Bezirksvertretung Mitte und Planungsausschuss ausgeht, wenn die politischen Gremien ihre Karten auf den Tisch legen, sieht der ADFC mit Spannung. Der Stadtdirektor hat für die Verwaltung die Karten offen gelegt und ordnet das Denkmalschutz-Argument  über die Sicherheit und Gesundheit der Bürger. Jetzt ist die Politik am Zuge und muss zeigen, was in dieser Stadt zählt!


Weitere Informationen

Links:
Auf diesen Seiten im Netz befinden sich in unserer Rubrik "Plus-Minus" einige Meldungen von Bürgern, die diese Thematik bereits andernorts aufgegriffen haben:
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-muenster/radverkehr/plus-minus/vergebliche-initiativen.html
oder
www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-muenster/radverkehr/plus-minus.html
 
In einem offenen Brief an Politik, Verwaltung und Medien erläutert der ADFC seine Vorstellungen von einer bürgerfreundlichen und denkmalgerechten Oberflächengestaltung von Münsters Altstadtstraßen: www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-muenster/radverkehr/radverkehrsnachrichten/browse/1/article/12595/adfc-fordert.html

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