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Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Ratingen

08.01.13
Kategorie: Neuss, Verkehrsplanung

ADFC-Vorschläge für einen Radschnellweg nach Düsseldorf (blau: drei Alternativen) und Netzanschlüsse auf Neusser Gebiet (andere Farben)



So ähnlich könnte ein Radweg an der Hammer Eisenbahnbrücke aussehen. Das Foto zeigt den Radweg "Snelbinder" an der Eisenbahnbrücke in Nijmegen (Quelle: Galwaygirl at nl.wikipedia)


Fünf Machbarkeitsstudien zu Radschnellwegen finanziert das Land NRW. Einer davon könnte Neuss mit Düsseldorf verbinden.

Die Landesregierung möchte mehr Berufspendler vom Auto aufs Fahrrad locken. Dafür braucht es bessere Radwege als heute. Sie müssen breit sein, ausreichend Platz zum Überholen und für Gegenverkehr bieten und kreuzungsarm geführt werden. Nach niederländischem Vorbild bedeutet das 3-4 Meter breite Wege mit Leitlinie in der Mitte.

Der Planungswettbewerb

Im ersten Halbjahr 2013 können sich die Kommunen mit Radschnellweg-Konzepten um vertiefende Machbarkeitsstudien bewerben. Besonders aussichtsreich dürften Konzepte sein, die städteübergreifende Routen auf Trassen mit besonders großen Pendlerströmen vorsehen. Die größten Pendlerverflechtungen der Landeshauptstadt gibt es mit Neuss im Westen und Ratingen im Nordosten. Daher verfolgen wir gemeinsam mit unserern ADFC-Freunden in Düsseldorf und Ratingen einen Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Ratingen.

In Neuss hat der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung auf Antrag der Grünen-Fraktion die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit den Kollegen der Stadt Düsseldorf ein Konzept für einen Radschnellweg nach Düsseldorf zu entwerfen. Auch in Düsseldorf gibt es einen entsprechenden Beschluss, erste Gespräche über den Rhein hinweg laufen bereits.

Der ADFC begrüßt die politische Initiative und hat sich auch schon Gedanken über mögliche Trassen gemacht. Wir wünschen uns, dass der Radschnellweg vielen Radfahren einen möglichst großen Nutzen im Alltag bringt.

Die Trasse sollte daher zentrale Punkte miteinander verbinden mit vielen Wohnungen, Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der Nähe. Wir haben uns auf die Verbindung zwischen Neuss Markt und Düsseldorf Kniebrücke konzentriert (rote Punkte in der Karte), denn von dort gehen viele Alltagswege durch die jeweiligen Innenstädte ab.

Drei denkbare Routen nach Düsseldorf

Unser Favorit ist eine Route mit einem neuen Radweg entlang der Hammer Eisenbahnbrücke (mittlere blaue Linie). Den wünschen sich Radfahrer, die zwischen den beiden Städten pendeln, schon seit Jahrzehnten, er würde viele Wege um bis zu einen Kilometer verkürzen. Der neue Brückenradweg würde sich nahtlos in den Masterplan einfügen, der eine Umgestaltung der Hammer Landstraße zu einer Alle mit Radwegen vorsieht. Auf Düsseldorfer Seite könnte er auf Bahndammniveau kreuzungsfrei bis zur Unterführung Plockstraße Richtung Medienhafen/Landtag durchgeführt werden.

Ebenfalls sehr attraktiv wäre eine Trasse über die Kardinal-Frings-Brücke (untere blaue Linie). Auf Neusser Seite ergeben sich Verknüpfungen mit Rheinparkcenter, Hammfeld, Alexianderplatz und Kölner Straße, auf Düsseldorfer Seite bieten sich Fortführungen nicht nur in die Innenstadt, sondern auch zur Heinrich-Heine-Universität an. Die vorhandenen Radverkehrsanlagen im Bereich der Neusser Brückenrampe und an der Stresemannalle sind eng und holprig, die weitläufige Kreuzung am Willy-Brandt-Ring ein Hindernis mit vielen Ampeln. Ein Radschnellweg sollte mit einem schlanken Brückenbogen über diese Kreuzung hinweggeführt werden.

Ein dritter Weg würde an der Ölgangsinsel vorbei über die Neusser Hafeneinfahrt führen (obere blaue Linie). Diese Route mit viel Natur ist vielleicht die schönste, aber zwischen den Innenstädten auch die längste. Sie würde eine Lücke im linksrheinischen Zweig des Erlebniswegs Rheinschiene füllen und wäre touristisch hochinteressant. Im Alltagsverkehr würde die Hafenbrücke Radfahrern zwischen Neuss und den linksrheinischen Düsseldorfer Stadtteilen kürzere Wege anbieten, der Verkehrswert für Wege zwischen den beiden Rheinseiten wäre aber eher gering.

Anbindung an die Hauptachsen durch die Neusser City

Ein Radschnellweg soll auch die Verbesserung der Radverkehrs-Infrastruktur in den Zentren verbessern helfen und die Anbindung weiterer Zentren ermöglichen. Ziel ist ein landesweites Netz hochwertiger Radschnellwege.

Für das Neusser Stadtgebiet haben wir solche Routen eingezeichnet (magenta, gestrichelt).

Für die Achse Batteriestraße - Wendersplatz - Europadamm schlägt der Masterplan eine fahrradfreundlichere Gestaltung für, was wir im ADFC natürlich unterstützen.

die Achse Friedrichstraße - Zollstraße - Bergheimer Straße ist sowohl innterstädtisch als auch für die Verbindung mit südlichen und westlichen Stadtteilen und mit dem Umland wichtig. Hier fehlt als wichtigstes Element noch die durchgehende Befahrbarkeit für Radfahrer in beiden Richtungen - eine Empfehlung, die sogar im Neusser Verkehrsentwicklungsplan steht.

Fortführung zu den linksrheinischen Nachbarstädten

Die weiteren, in Magenta gezeichneten Routen verbinden die Neusser Innenstadt mit den umliegenden Städten. Zentrales Element ist die von Nordwesten nach Südosten verlaufende Nordkanalroute (dick gestrichelt), die bereits heute kreuzungsfrei unter dem Ebertplatz durchführt, allerdings am alten Stadtgarten über einen viel zu schmalen Radweg führt. Sie verbindet die Innenstadt mit weiteren wichtigen Achsen zu den Nachbarkommunen (dünn gestrichelt):

  • Im Westen über die Rheydter Straße nach Büttgen und weiter über Kleinenbroich und Korschenbroich bis nach Mönchengladbach
  • Im Nordwesten nach Holzbüttgen und Kaarst
  • Im Südwesten über Reuschenberg und Holzheim nach Grevenbroich
  • Im Südosten entlang der B9  zu den südlichen Neusser Stadtteilen und nach Dormagen. Ab Uedesheim bietet sich für Alltagswege nach Düsseldorf die Fleher Brücke an.

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