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10.05.16

Es gibt viel zu tun: ADFC-Mitglied Peter Koenders (links) packt mit an


ADFC Meerbusch unterstützt Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge

Es wird geschraubt, gehämmert und geölt. In der Fahrradwerkstatt im Alten Güterbahnhof Osterath stehen gebrauchte Fahrräder jeder Größe in Reih und Glied, die von engagierten Mitgliedern des Vereins „Meerbusch hilft“ und des ADFC Meerbusch aufgemöbelt werden. Sie sollen den Flüchtlingen, die Meerbusch dauerhaft zugewiesen werden, als Fortbewegungsmittel dienen. Die Migranten können und sollen aber auch mitarbeiten. Einer der ersten, die diese Möglichkeit wahrnehmen, ist der Iraner Mahmood Dolati, der in seiner Heimat als technischer Ingenieur tätig war. „Ich sei kein guter Moslem gewesen, habe es von offizieller Seite geheißen. Deshalb war ich sieben Monate im Gefängnis“, erzählt der 58-Jährige, der seine Familie mit Kindern und Enkelkindern im Iran zurückließ. In seinem Alter ein neues Leben zu beginnen, sei schwierig. Deshalb sei er froh, in der Fahrradwerkstatt arbeiten zu können. „Wir wollen, dass die Flüchtlinge ihr Fahrrad wert schätzen“, sagt Matthias Barth, selbst ein begeisterter Tüftler. Es sei geplant, dass die Flüchtlinge unter Anleitung ihr Fahrrad verkehrstüchtig machen und es später selber reparieren können. „Manche Räder sind noch gut in Schuss, bei anderen muss viel ersetzt und ergänzt werden“, erzählt Peter Koenders, der gerade an einer Schaltung bastelt. In einem Regal lagern viele Ersatzteile, die ebenso wie die Räder, darunter auch Kinderräder und Tretautos, gespendet wurden. Fahrräder, die fertig sind, können gegen einen kleinen Obolus erworben werden. Dazu gibt es ein Faltblatt vom ADFC, in dem die deutschen Verkehrsregeln für Radfahrer auf Arabisch, Farsi, Englisch oder Deutsch erklärt werden.


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