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Hundert Schlösser und eine Gazelle

20.06.07

Am Gazelle-Werk in Dieren


Eine neuntägige Radtour führte den Meerbuscher ADFC im Mai nach Holland und ins westliche Münsterland. Wir besuchten viele Herrenhäuser, Schlösser und Parkanlagen, die auf der „Kastelen-“ oder 100-Schlösser- Route liegen.

Bis Kleve ging es mit dem Zug, dann per Rad im Rheinvorland vorbei an Schafen und Kühen nach Arnheim. Von hier aus machten wir einen Ausflug in die „Hoge Veluwe“, eine ausgedehnte Heidelandschaft mit sandigen wüstenähnlichen Abschnitten, über gute Asphaltwege befahrbar. Im Zentrum liegt das bekannte Kröller-Müller-Museum mit einer van Gogh-Sammlung und modernen Skulpturen im Park, die bei der Rhododendronblüte besonders gut zur Geltung kamen.

Nächster Höhepunkt war die Besichtigung der Gazelle-Werke in Dieren. Wir staunten, wie viel Handarbeit in einem Fahrrad steckt und wie schnell man ein Rad montieren kann. An diesem Tag übernachteten wir in einem ehemaligen Bauernhof, in dem man noch Kühe und Pferde streicheln und abends Einheimische beim Boulespielen beobachten konnte. Die sagten zu unserem Schnaps nicht nein, was uns einen lustigen Abend bescherte. Am Morgen mussten wir im Regen starten, doch es lockerte bis Mittag auf. Das war auch gut für das Hochzeitspaar, das wir im doppelsitzigen Fahrrad mit „Just married“ antrafen.

Tags drauf ging es zurück nach Deutschland, die Ländergrenzen machte sich aber nur durch die unterschiedliche Bauweise bemerkbar. Über Vreden radelten wir nach Velen- Ramsdorf, wo wir idyllisch direkt an der Bocholter Aa übernachteten. Von hier aus machten wir eine Rundfahrt nach Schloss Raesfeld und Schloss Lembeck. Wunderschöne Anlagen mit münsterländischem Flair.

Als Sahnehäubchen entdeckten wir am Wegesrand ein Wassertretbecken, das von einem arthesischen Brunnen gespeist wird. Weiter ging es nach Rhede und Bocholt mit einem sehenswerten Rathaus. Wir übernachteten unmittelbar an der holländischen Grenze. Hier zieht sich die Ländergrenze direkt durch den Ort Dinxperlo - rechts deutsche Geschäfte und Straßennamen, links der Hauptstraße alles in holländisch. Die „Polizeitie- station“ wird gemeinsam betrieben!

Letzter Höhepunkt unserer Fahrt war Schloss Anholt mit Park, Irrgarten und englischem Landschaftsgarten und großem Froschkonzert. Zum Abschluss saßen wir im Dörfchen Grieth am Rhein im Sonnenschein, ehe es zurück nach Kleve und Meerbusch ging. Eine lohnenswerte Tour von rund 450 Kilometern ohne größere Anstiege, dafür viel herrliche Natur.

Angelika Kirchholtes

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