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Jahrestour 2011: Durch die Lüneburger Heide

21.06.11

Der ADFC Meerbusch radelte durch die Lüneburger Heide.



So groß ist ein Hünenbett im Oldendorfer Steingräberfeld.



Der Lüneburger Nachtwächter in Aktion.


Jedes Jahr einmal begibt sich der ADFC Meerbusch auf große Tour. Diesmal war die Lüneburger Heide im Juni unser Ziel. Auf Wegen unterschiedlicher Beschaffenheit - teils sandig, teils Schotter oder Asphalt - legte die Gruppe rund 300 Kilometer zurück. Wir genossen die Sonne und den Wald, Heideflächen, die allerdings noch nicht in Blüte standen, und die historischen Städte Celle und Lüneburg, dazu schöne Eisbecher und Heidschnuckenbraten. Im Celler Schloss lernten wir die tragische Geschichte der Prinzessin Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg-Celle kennen, die infolge einer Affäre von ihrem Mann, dem späteren König von England, geschieden und bis zu ihrem Tode in Hausarrest auf Schloss Ahlden gehalten wurde. Der Liebhaber verschwand für immer. 

Wir besuchten zwei der sechs „Heideklöster“, die seit mehr als 800 Jahren auch heute noch in größtenteils original erhaltenen Gebäuden bestehen. Nach der Reformation gingen sie in evangelische Damenstifte über. Wie früher leben heute dort allein stehende Damen, allerdings in schönen Drei-Zimmer-Wohnungen, und engagieren sich für das Kloster bei der Pflege der Kunstschätze, Führungen und bei kulturellen Veranstaltungen. Auch wir wurden in Kloster Wienhausen von solch einer Stiftsdame begleitet. Ein lebendiges Bild mittelalterlichen Klosterlebens entstand vor unseren Augen. Die Pracht der Kirche und bedeutende Skulpturen und Teppiche beeindruckten uns in Kloster Lüne.

In Lüneburg führte uns ein Nachtwächter durch die Stadt, der pünktlich die vollen Stunden ausrief. Er führte uns durch die liebevoll restaurierte Altstadt, die infolge des Abbaus der salzhaltigen Sole um mehrere Meter abgesunken ist und vom Abriss bedroht war. Einige Häuser und die Lambertikirche konnten nicht mehr gerettet werden. Bei der Rathausführung erfuhren wir, dass ein Wildschwein das salzhaltige Wasser schon im Mittelalter „entdeckt“ hatte.

Dass die Heide ein uraltes Siedlungsgebiet ist, stellten wir bei unserer Tour zu den Oldendorfer Steingräbern fest. Inmitten  schöner Heidelandschaft können die Besucher Hünenbetten und Steingräber sehen, die über 4000 Jahre alt sind.

Insgesamt eine schöne Jahrestour, bei der wir nur einmal vom Regen erwischt wurden. Fahrradpannen blieben uns erspart.

                                                                                                         Angelika Kirchholtes


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