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Mehr er-fahren zu Haus Meer

13.09.16

Peter Koenders führte die Gruppe zu interessanten Relikten von Haus Meer.


Radtour mit dem ADFC und dem Ortskuratorium Denkmalschutz

„Mehr er-fahren über Haus Meer“ war das Motto der Radtour, die der ADFC Meerbusch und das Ortskuratorium Meerbusch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Tag des offenen Denkmals organisiert hatte. Kloster Meer, das Meerbusch seinen Namen gegeben hat und in diesem Jahr seinen 850. Geburtstag feiert, hat nicht nur damals überregionale Bedeutung gehabt, sondern kann auch
heute noch Geschichte plastisch machen. Zwar ist auf dem historischen Gelände vor allen Dingen der Weyhe-Park sehenswert, während Eiskeller, Teehäuschen und Remise vor sich hingammeln, aber es gibt über Meerbusch verstreut viele Kleinigkeiten, die auf das Kloster und seine Gründerin Hildegundis von Meer hindeuten. Das erfuhren die Teilnehmer der Radtour, die am Gutshof Haus Meer startete. Im Giebel des Gebäudes hängt beispielsweise ein Wappen, auf dem in der Mitte ein Grillrost zu sehen ist. „Der Grillrost ist das Kennzeichen des heiligen Laurentius, der als Märtyrer auf dem Feuer starb“, erläuterte Ludwig Petry, Vorsitzender des Ortskuratoriums. Und die Kirche von Kloster Meer war dem Heiligen Laurentius geweiht. So findet sich auch in der Kirche St. Mauritius, einem der nächsten Haltepunkte der Tour, neben einer Statue der Seligen Hildegundis auch eine Figur von Laurentius mit Grillrost in der Hand. In der Hildegundiskapelle links des Altarraums werden Reliquien und eine der Seligen Hildegundis geweihte Monstranz aufbewahrt. Auch reich bestickte Messgewänder mit dem Bildnis von Hildegundis gibt es im Fundus der Gemeinde.
Die Tour sollte auch die wirtschaftliche Bedeutung des mittelalterlichen Klosters deutlich machen. „Es gab ein ganzes Netzwerk von Höfen, die zum Kloster gehörten, und von Neuss bis Hüls reichten“, erklärte Petry. Außerdem besaß das Kloster Mühlen, Wälder und ein Stadthaus. Zwei der Gehöfte, der Meerhof in Strümp und den Viehhof in Büderich, waren eine weitere Station der Tour. Ebenso wie das Alte Küsterhaus, wo der Vorsitzende des Meerbuscher Geschichtsvereins, Mike Kunze, eine Kurzführung durch die derzeitige Ausstellung „850 Jahre Kloster Meer“ gab. Wie reich das Kloster war, zeigt eine Auflistung der Kontributionen, die der Orden an die Truppen Napoleons nicht nur für sich, sondern für rund 40 Gemeinden im Umkreis als Darlehen leistete. Und natürlich nicht zurück bekam, da kurz danach die Säkularisierung angeordnet wurde und das Gelände an die Familie von der Leyen, Seidenbarone aus Krefeld, verkauft wurde. Diese baute nicht nur ein Schloss auf dem Klostergelände, sondern entwickelte die Garten- und Villenstadt Meererbusch, die an ihren Wald, den Meerbusch, grenzt. Dort, wohin zu Klosterzeiten die Schweine getrieben wurden, konnten die Radler zum Abschluss der Tour die schönen Waldwege und einen Blick auf das Golfgelände genießen.


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