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Stopp für Radfahrer

15.03.12

Wirklich absteigen? Peter Koenders wundert sich.


ADFC-Sprecher beklagt Vorfahrtsregelung am Strümper Kreisel

„Diese Regelung versteht kein Mensch. Die Autofahrer nicht und die Radfahrer schon gar nicht.“ Davon ist Peter Koenders, Sprecher des ADFC Meerbusch, überzeugt. Wenn er auf den Kreisverkehr am Ortsausgang von Strümp an der Osterather Straße / Strümper Busch angesprochen wird, fällt es ihm schwer, ruhig zu bleiben. „Der Radfahrer ist ein gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer. Warum soll er ein- und abbiegende Autos des Kreisels passieren lassen und dazu sogar noch absteigen?“ So verlangen es nämlich die dort platzierten Schilder. In Koenders Augen ist der Kreisverkehr nichts anderes als eine kreisförmig verlaufende Straße, wo der Radfahrer, wie bei jeder Straße, Vorrang hat, wenn ein PKW ein- oder abbiegt. Immerhin wird der Zwei-Richtungs-Radweg an der Osterather Straße nur durch einen ein Meter breiten Grünstreifen parallel zur Straße geführt, ist also sichtbar Teil der Verkehrsführung. „In fast allen Fällen halten die einbiegenden Autofahrer an, wenn ein Radfahrer die Straße queren will“, hat Koenders beobachtet. Denn das „Vorfahrt achten-Schild“ steht für den Autofahrer bereits vor der Radfurt. Allerdings sei bei dieser sich widersprechenden Regelung die Sicherheit der Radfahrer nicht gewährleistet. Wer ist Schuld, wenn es zu einem Unfall kommt?

Im Bau- und Umweltausschuss hat der ADFC-Sprecher diese Problematik bereits vorgetragen. Auf eine Anfrage der Grünen reagierte Wolfgang Trapp, Fachbereichsleiter Straßen und Kanäle, mit dem Hinweis, dass die vorhandene Regelung „StVO-konform und sicher“ sei. Er erläutert, dass es sich bei dem besagten Kreisel um einen außerörtlichen Kreisverkehr handele. „Die ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) legt fest, dass der Radverkehr innerorts bevorrechtigt zu führen ist, was im Umkehrschluss bedeutet, dass dies außerorts nicht der Fall ist“, meint Trapp. Welcher Verkehrsteilnehmer weiß das zu unterscheiden?

„Einen Unterschied zwischen außer- und innerörtlich zu machen, halte ich hier für nicht sinnvoll“, entgegnet Koenders. Immerhin werde direkt an dem Kreisel das Wohngebiet Strümper Busch gebaut, was ihn zu einer innerörtlichen Einrichtung mache. Des Weiteren sollen ja die Kreisel, wie immer wieder von Politikern betont, am Ortseingang auch dazu dienen, die Geschwindigkeit der PKW zu reduzieren. Der ADFC-Sprecher schlägt vor, die Radfurt um den Kreisel durchgehend rot zu kennzeichnen und die Vorfahrt achten-Schilder für Radfahrer abzumontieren. Nur so könne man die Sicherheit erhöhen, den Radverkehr fördern und mehr Menschen dazu bewegen, auch mal zur Arbeit oder längere Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen.                 (kir)




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