B51 von Lennep nach Lüttringhausen

In Höhe der neuen Autobahnauffahrt Remscheid-Lennep gibt es in beide Richtungen einen Radweg, der mehrere gefährliche Stellen enthält. An dieser Stelle betrachten wir die Richtung von Lennep nach Lüttringhausen.

 
Bild 1: Der gemeinsame Rad- und Fußweg beginnt mit Zeichen 240 direkt an der Bushaltestelle „Blume”.


Bild 2: Radfahrer müssen die abgesenkte Bordsteinkante im spitzen Winkel überqueren, was das Risiko mit sich bringt, zu stürzen. Hält ein Bus an der Haltestelle, ist das Auffahren auf den Radweg gar nicht möglich.


Bild 3: Die Überquerung der Lüttringhauser Straße ist eine weitere Gefahrenquelle, denn der Weg kreuzt sowohl die Rechtsabbieger aus Lennep als auch die Linksabbieger aus Richtung Lüttringhausen. Besonders gefährlich: Steht ein Bus an der Haltestelle „Blume”, haben Rechtsabbieger aus Lennep praktisch keine Sicht auf den Fuß- und Radweg.


Bild 4: Etwa 100 Meter weiter führt der Radweg an einer Ausfahrt vorbei, die wegen einer hohen Wand nicht einsehbar ist. Radfahrer haben keine Möglichkeit, ausfahrende Autos rechtzeitig zu erkennen.


Bild 5: Perspektive eines Autofahrers, der die Ausfahrt benutzen möchte. Er hat hier keine Möglichkeit, Fahrräder auf dem Weg rechtzeitig zu erkennen. Obwohl Autofahrer sich an dieser Stelle einweisen lassen müssen (§ 10 StVO), tun sie dies nach Beobachtung des Autors nicht.

Bild 6: Ungefähr 30 Meter weiter, gegenüber der Autobahnauffahrt Richtung Köln, wird der Weg deutlich enger (nur noch 1,80 m breit). Ob der gemeinsame Rad- und Fußweg hier endet und zum reinen Gehweg wird, ist unklar. Zwar endet ein Radweg an einer Einmündung, wenn das Radwegschild nicht wiederholt wird, aber hier steht ja ein Schild „gemeinsamer Rad- und Fußweg” (Zeichen 240) – allerdings ist es so aufgestellt, dass man es nicht sehen kann; zudem ist die Bedeutung nicht klar zu erkennen. Wirksam ist es jedenfalls nicht, denn dazu müsste es quer zur Streße stehen. Dennoch könnte es so gemeint sein, dass der Weg hier weiterführt.

Deswegen schauen wir uns jetzt den weiteren Verlauf an.

Bild 7: Unübersichtliche Ausfahrt, etwa in Höhe Hausnummer 125. Dazu ist es kaum möglich, Abstand zu den parkenden Autos zu halten, was eine zusätzliche Gefährdung bedeutet, wenn jemand eine Autotür öffnet. Das gilt für den gesamten Weg bis zur Garschager Straße.


Bild 8: Nicht einsehbare Fußgängertreppe auf den Fuß- und Radweg, etwa gegenüber der Straße Felder Höhe.


Bild 9: Etwa 60 Meter weiter, gegenüber Hausnummer 142: Unübersichtliche Fußgängertreppe auf den Fuß- und Radweg.


Bild 10: An der Treppe verengt sich der Weg auf etwa 1,60 Meter.


Bild 11: Etwa 70 Meter vor Reifen Baack: Unübersichtliche Ausfahrt.


Bild 12: Etwa 30 Meter vor Reifen Baack: Unübersichtliche Ausfahrt.


Bild 13: Reifen Baack: Unübersichtliche Ausfahrt.


Bild 14: Hindernisse auf dem Rad- und Fußweg, nutzbare Breite nur noch gut 1 Meter.


Bild 15: Hausnummer 163: Unübersichtliche Ausfahrt (zwischen dem Briefkasten und dem Haus).


Bild 16: Da hinter der Garschager Straße kein Radweg-Schild (Zeichen 237, 240 oder 241) steht, endet der Weg an dieser Stelle. Eine sichere Rückführung auf die Fahrbahn ist nicht gegeben.

Zusammenfassung

Der gemeinsame Fuß- und Radweg an der Lüttringhauser Straße aus Lüttringhausen in Richtung Lennep hat zahlreiche Gefahrenstellen, obwohl er sehr kurz ist. Die Auffahrt ist an der Bushaltestelle und nur nutzbar, wenn dort kein Bus hält. Außerdem muss zum Auffahren ein nicht vollständig abgesenkter Bordstein im spitzen Winkel überfahren werden, was eine Sturzgefahr bedeutet. Die Querung der Blumenstraße ist eine weitere Gefahr, die beim Benutzen der Fahrbahn entfallen würde. Das Radweg-Ende gegenüber der Autobahnauffahrt in Richtung Köln gestattet keine sichere Rückführung auf die Fahrbahn. Sollte der Radweg dort nicht enden, so sind im weiteren Verlauf bis zur Garschager Straße zahlreiche unübersichtliche Ausfahrten und mehrere Engstellen bzw. Hindernisse vorhanden.

Die Alternative dazu – das Benutzen der Fahrbahn – ist an dieser Stelle erheblich ungefährlicher. Denn Unfälle passieren in der Regel nicht auf freier Strecke, sondern da, wo sich Wege kreuzen. Und durch diesen Weg gibt es zahlreiche Kreuzungspunkte, die es bei der Benutzung der Fahrbahn nicht gäbe. Einige davon sind unübersichtlich, was das Risiko nochmals erhöht. Denn je schlechter sich Verkehrsteilnehmer an Kreuzungen und Einmündungen sehen können, desto größer ist das Unfallrisiko.

Rechtliche Beurteilung

Die Straßenverkehrsordnung schreibt in § 45 Abs. 9: „Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen sind nur dort anzuordnen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Abgesehen von der Anordnung von Tempo 30-Zonen [...] oder Zonen-Geschwindigkeitsbeschränkungen nach Absatz 1d dürfen insbesondere Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet werden, wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko [...] erheblich übersteigt.

Es ist nicht erkennbar, warum das Befahren der Fahrbahn mit dem Fahrrad an der Blume in Richtung Lüttringhausen erheblich gefährlicher als an anderen Stellen sein soll. Allein aus diesem Grund darf dort keine Radwegebenutzungspflicht angeordnet werden.

Unabhängig davon darf der Radweg nicht benutzungspflichtig sein, weil er nicht der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung entspricht. Diese legt unter anderem fest, wie ein Radweg aussehen muss. Insbesondere die fett gedruckten Teile wurden hier nicht beachtet.
Voraussetzung für die Kennzeichnung [mit den Zeichen 237, 240 oder 241] ist, dass die Benutzung des Radweges nach der Beschaffenheit und dem Zustand zumutbar sowie die Linienführung eindeutig, stetig und sicher ist. Das ist der Fall, wenn:
   – er unter Berücksichtigung der gewünschten Verkehrsbedürfnisse ausreichend breit, befestigt und einschließlich eines Sicherheitsraums frei von Hindernissen beschaffen ist. Die lichte Breite (befestigter Verkehrsraum mit Sicherheitsraum) soll in der Regel dabei durchgehend betragen: Zeichen 240 (gemeinsamer Fuß- und Radweg) innerorts mindestens 2,50 m. Ausnahmsweise und nach sorgfältiger Überprüfung kann von den Mindestmaßen dann, wenn es aufgrund der örtlichen oder verkehrlichen Verhältnisse erforderlich und verhältnismäßig ist, an kurzen Abschnitten (z. B. kurze Engstelle) unter Wahrung der Verkehrssicherheit abgewichen werden;
   – die Linienführung im Streckenverlauf und die Radwegeführung an Kreuzungen und Einmündungen auch für den Ortsfremden eindeutig erkennbar, im Verlauf stetig und insbesondere an Kreuzungen, Einmündungen und verkehrsreichen Grundstückszufahrten sicher gestaltet sind.

Das Abbiegen an Kreuzungen und Einmündungen sowie das Einfahren an verkehrsreichen Grundstückszufahrten ist mit Gefahren verbunden. Auf eine ausreichende Sicht zwischen dem Kraftfahrzeugverkehr und dem Radverkehr ist deshalb besonders zu achten. So ist es notwendig, den Radverkehr bereits rechtzeitig vor der Kreuzung oder Einmündung im Sichtfeld des Kraftfahrzeugverkehrs zu führen und die Radwegeführung an der Kreuzung oder Einmündung darauf abzustimmen.

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