L 419: Straßen baut man für Autos

19.11.12

Planungen wurden im Verkehrsausschuss vorgestellt- keine Aussagen zu nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern

In der Sitzung des Ausschusses für Verkehr der Stadt Wuppertal wurden die konkretisierten Planungen für den Ausbau der L 419 bei Ronsdorf (Parkstraße zwischen Lichtscheid und der A 1) vom Landesbetrieb Straßen NRW vorgestellt. Kurz zusammengefasst liegen folgende Planungen vor: Die Strecke wird in zwei Bauabschnitten als vierspurige und kreuzungsfreie Schnellstraße ausgebaut. Bauabschnitt 1 beinhaltet den Ausbau von Lichtscheid bis hinter die Einmündung der Erbschlöer Straße. Bauabschnitt 2 ist der Abstieg ins Blombachtal mit Anschluss der Strecke an die Autobahn A 1. Beide Bauabschnitte sollen in engem zeitlichem Zusammenhang erstellt werden.

Vorgestellt wurden die Planungen für die Fahrbahnen, die Ausbildung der Anschlussstellen von Staubenthaler und Erbschlöer Straße, die Einfädelung in die Autobahn A 1 und die prognostizierten Auswirkungen des Ausbaus auf den Lärm inklusive geplanter Lärmschutzmaßnahmen.

Nicht vorgestellt wurden Planungen für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Hier gab es nur die Aussage, dass es eine zusätzliche Fuß- und Radwegbrücke im Bereich der Ronsdorfer Anlagen gebe solle. Wie die Führung der Rad - und Fußverbindungen aussehen soll, konnte auch auf Nachfrage nicht beantwortet werden. Der Hinweis auf eine in der Vergangenheit schon erfolgte Vorüberlegung durch die Stadt Wuppertal zeigte deutlich, dass sich Strassen NRW als Planer für das Thema offensichtlich gar nicht interessierte. Besonders delikat wird diese Tatsache im Zusammenhang mit der zweiten unbeantwortet gebliebenen Frage: In der Entwurfsplanung ist eine Verzweigung zwischen Erbschlöer Straße und Blombachtalbrücke nicht zu sehen. Auch hier fragte der sachkundige Bürger aus dem ADFC nach, was das denn für die Blombachtalbrücke bedeute. Eine Aussage, ob die Brücke weiterhin betrieben werden soll, unterblieb.

Sollte es tatsächlich beabsichtigt sein, die Blombachtalbrücke stillzulegen? Dies hätte für Verkehrsteilnehmer, die nicht die Autobahn benutzen können, erhebliche Auswirkungen. Die einzige überwiegend flache Verbindung zwischen den Südhöhen und Linde, Lüttringhausen und Lennep würde gekappt. Die genannten Bereiche wären nur noch über schlecht zu findende Umwege mit deutlichen Höhenunterschieden erreichbar.

Der ADFC erwartet von der Stadt Wuppertal und Strassen NRW, dass die offenen Fragen zur Planung für umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer in Kürze beantwortet werden.


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