Neue Umgehungstraße in Gruiten eröffnet

25.11.09
Kategorie: Aktuelles, Verkehr

Die Beschilderung ist absurd



Der Radverkehr wird so geführt, dass kein ungehinderter Blick auf den motorisierten Verkehr möglich ist



Die Führung hinter dem Wall schirmt vom Autoverkehr ab, Allerdings nehmen die KFZ-Führer Fahrradfahrer auch gar nicht als existent wahr.


Fiasko für Radverkehr

Februar 2010- Anmerkung der Redaktion:

Inzwischen gab es einen Termin mit den Planern der Wege in der Kreisverwaltung Mettmann. Dabei wurde deutlich, dass verschiedene Elemente der Beschilderung und der Verkehrsführung in Abänderung der ursprünglichen Planungen auf Weisung der Stadt Haan erfolgt sind. Es wird nun erneut eine Überprüfung der Situation geben und versucht, einige Veränderungen vorzunehmen.

Wir haben das Gespräch als sehr konstruktiv und zielorientiert empfunden und sind optimistisch für die weitere Entwicklung. Bei der Lektüre des folgenden Textes aus dem Dezember 2009 bitten wir diese veränderte Situation im Hinterkopf zu behalten.

Seit Ende November ist die Umgehungsstraße von Gruiten, die K20n eröffnet. Der Verkehr von Haan und A 46 Richtung Mettmann läuft jetzt westlich an Gruiten vorbei. Auch für Radfahrer ist die Verbindung nicht uninteressant. Sie steigt relativ kontinuierlich an und überwindet etwa 50 Höhenmeter mit einer merklichen, aber gut fahrbaren Steigung. Gerade im Wegenetz zu Nordbahn und Korkenziehertrasse wird sie schnell eine wichtige Funktion bekommen. 

An der ganzen Strecke gibt es allerdings nur einen einseitigen gemeinsamen, als benutzungspflichtig ausgewiesenen Fuß- und Radweg.

Dieser wird zum Teil abseits der Strasse hinter einem Lärmschutzwall geführt. An beiden Endpunkten der Straße und der Einmündung der Brückenstrasse werden Fahrradfahrer nicht als Teil des laufenden Verkehrs mit analoger Vorfahrtregelung geführt, sondern systematisch ausgebremst. Aus unserer Sicht ist die Radverkehrsführung schon von der baulichen Seite sehr unzufriedenstellend gelöst, die Krönung stellt aber die Beschilderung an allen Kreuzungen der Fahrbahnen dar:

                                                          

Dieses wunderbare Schild kann man auf etwa 1500 m Strecke etwa 7 mal bewundern. Der Kenner der StVO steht staunend davor, weil es einen Wiederspruch in sich beinhaltet. Für Fahrradfahrer wäre hier Vorfahrt zu achten. Ein abgestiegener Fahrradfahrer ist aber ein Fußgänger, für den das Schild keine Bedeutung hat. Was will uns diese Kombination eigentlich sagen? Und nebenbei: Wo darf der Radfahrer wieder aufsteigen?

Besonders spannend ist die Situation allerdings an der Einmündung der Brückenstraße direkt nördlich der Bahntrasse. Hier ging bei der Beschilderung wohl etwas der Überblick verloren.

 

Links das Schild auf dem an die Einmündung heranführenden Radweg. Das rechte Schild steht auf der Brückenstraße vor dem querenden Radweg. Es ist aus unserer Sicht korrekt, nur müsste auf der anderen Seite für von der K20n einbiegende Fahrzeuge das Gefahrzeichen 138 (Radfahrer kreuzen) mit dem gleichen Zusatzschild stehen. Eine Einzeichnung des querenden Radwegs auf der Fahrbahn würde die Sicherheit zusätzlich erhöhen. 

So bleibt nur die Frage: Was will uns der Schilderwald damit sagen?
Eins steht fest: Fahrradförderung sieht anders aus.

Der ADFC Wuppertal hat sich deshalb mit einem offenen Brief an die Kreisverwaltung, die Stadt Haan und die örtliche Presse gewandt. Inzwischen gab es eine Antwort des Kreises Mettmann. Auch die Presse hat berichtet. Besondes gut gefallen hat uns dieser Artikel aus der Rheinischen Post vom 4.12.09.

Wir sind an einer Versachlichung der Diskussion natürlich interessiert. Da es unser Ziel ist, Menschen unter möglichst guten Bedingungen das Radfahren zu ermöglichen, haben wir unsere Vorschläge und Anregungen in einem neuen Schreiben an die zuständige Dezernentin und die anderen am Diskussionsprozess Beteiligten geleitet und warten nun gespannt die weitere Entwicklung ab.


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