Wuppertal 2017- Chaos im Bahnverkehr programmiert

16.06.15

8 Wochen ohne Schienenanbindung belasten insbesondere Pendler. Fahrradmitnahme fällt in diesem Zeitraum vermutlich fast vollständig aus.

Im Wuppertaler Verkehrsausschuss verkündete der Baudezernent Meyer gestern brisante Neuigkeiten. Die Baumaßnahmen zur Umstellung der Signaltechnik auf das digitale Stellwerk laufen nicht nur länger als bisher geplant, sie werden zusätzlich in ihren Auswirkungen deutlich einschneidender als alle Maßnahmen der Vergangenheit. Im Jahr 2017 werden sowohl in den Oster- als auch in den Sommerferien keine Züge durch's Tal Rollen. ICE und IC werden weiträumig um die Stadt herumgeleitet. Auch die Regionalexpresslinien 4, 7 und 13 werden umgeleitet bzw. enden lange vor dem Stadtgebiet und selbst Regional- und S-Bahnen verkehren nicht.

Diese Maßnahme bleibt aber nicht, wie bisher gewohnt, auf die Wochenenden beschränkt sondern erfolgt jeweils für die gesamten Feriendauer. Außerdem wird der Umfang der Sperrung noch weitreichender als bei den bisherigen Wochenendsperrungen. Weder der Bahnhof Vohwinkel noch der Bahnhof Oberbarmen sollen überhaupt angefahren werden. 

Besonders betroffen werden Pendler, für die sich der tägliche Arbeitsweg massiv verlängert. Da auf jeden Fall im Frühjahr, mit großer Wahrscheinlichkeit aber auch im Sommer die B 7 noch nicht wieder geöffnet sein wird, ist für den Schienenersatzverkehr eine enorme Fahrzeitverlängerung zu befürchten.

Für die zahlreichen Pendler, die auf dieser Strecke üblicherweise den Kombiverkehr Rad/ Schiene nutzen, wird es besonders schlecht. In den Bussen des Schienenersatzverkehrs ist die Möglichkeit zur Fahrradmitnahme extrem eingeschränkt. Trotz der Ferienzeit müssen wir befürchten, dass diese kombinierte Abwicklung der Arbeitswege nicht möglich sein wird.

Aber auch für Reisende mit dem Fernverkehr sind die Auswirkungen massiv. Mit Urlaubsgepäck im Bus zu den Fernverkehrsbahnhöfen im Umland zu fahren und erst dort einen Zug zu besteigen ist wenig attraktiv.

Investitionen in den Schienenverkehr halten wir für sinnvoll. Streckensperrungen mögen dabei manchmal unvermeidlich sein. Dass solch einschneidende Maßnahmen aber nicht koordiniert erfolgen, ist ebenso erschreckend wie unsinnig. Warum ist es nicht möglich, die Sperrungen im Schienennetz erst dann vorzunehmen, wenn die Straßenverbindungen in ihrer Leistungsfähigkeit wieder hergestellt sind?


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