Auf Trassen oder Straßen?

Als Fahrradstadt muss Wuppertal von den Bahntrassen auf die Straßen

Trassen allein machen keine Fahrradstadt. Das ist die Maxime des ADFC Wuppertal/ Solingen für die weitere Entwicklung. Es wird Zeit, den Schwerpunkt der Investitionen von den Trassen auf den Verkehr in der Stadt zu legen. Bahntrassen haben eine wichtige Funktion für schnelle und autofrei Verbindungen, so lange sie eine direkte Verbindung bieten. Im Alltagsverkehr spielen sie aber nur eine sehr untergeordnete Rolle, wenn sie nicht direkt an den nachgefragten Strecken liegen, sondern ihre Nutzung einen erheblichen Umweg erfordert.

Der ADFC Wuppertal/ Solingen hat sich daher dafür ausgesprochen, in Wuppertal den Fokus für die Radverkehrsplanung jetzt endlich auf den Ausbau der Fahrradinfrastruktur im Stadtgebiet zu legen. Radverkehr muss alle Bereich der Stadt erschließen, Strecken wie eine durchgehende und komfotabele Verbindung im Tal und eine bessere Verbindung zwischen Nordbahntrasse, Hauptbahnhof und Universität müssen jetzt endlich angegangen werden. Die Fokussierung der Förderung auf die Trassen muss zuende sein, der innerstädtische und begrenzte Raum ist jetzt zu überplanen.

Dabei gibt es eine Ausnahme: Die Hatzfeldtrasse ergänzt das Netz sinnvoll und erschließt Teile des Stadtgebiets, die über andere Strecken nur schlecht zu erreichen sind. Hier halten wir eine Realisierung für eine wichtige Vervollständigung des Netzes.

Und wie steht der ADFC zur Langerfeld-Trasse?

Schon vor anderthalb Jahren hat der ADFC eine sogenannten "Letter of intend" erstellt mit dem Ziel, die Beantragung von Fördermitteln für die Langerfeld-Trasse zu unterstützen. Diese Strecke hat erhebliches touristisches Potential. Als Verlängerung der Schwarzbachtrasse stellt sie einen Anschluss zum Wupper-Tal und der Balkantrasse durch das Marscheider Bachtal her.

Allerdings sieht der ADFC diese Strecke nicht als wichtig für den innerstädtischen Verkehr an. Ein Alltagsradfahrer wird in der Regel nicht den um über 100% längeren Weg über Balkan-und Schwarzbachtrasse wählen, wenn er Richtung der Barmer und Elberfelder Innenstadt strebt. Die knappen Mittel des städtischen Radverkehrsetats sollten für dieses Projekt daher ebenso wenig eingesetzt werden wie die extrem knappen personellen Ressourcen in der Stadtverwaltung. Diese Trasse kann nur realisiert werden, wenn sie im Zusammenspiel der angeblich stark interessierten Firmen und Sponsoren aus den Industriebetrieben des Gebiets finanziert und erstellt wird.

Diese Einschätzung wird übrigens von allen Wuppertaler Fahrradinitiativen geteilt. Am Runden Tisch Radverkehr und auch in dem Gespräch mit der CDU-Fraktion wurde dies noch einmal bestätigt. Es ist schade, dass trotz mehrfacher Gespräche jetzt völlig andere und sachlich falsche Darstellungen verbreitet werden.

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