Stadt Wuppertal ernennt neue Beauftragte für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer, ohne zusätzliche Ressourcen für die Aufgaben bereitzustellen.

Bereits in den letzten Jahren hat Frau Peinelt die Sachbearbeitung insbesondere im Bereich Radverkehr federführend wahrgenommen. Besonders seit Rainer Widmann in hohem Maße ins Projekt Nordbahntasse eingebunden war, erledigte Frau Peinelt die Zuarbeit sowie Aufgaben, die nicht im Zusammenhang mit der Trasse standen. Sie hat in dieser Aufgabe eine hohe Fachkompetenz bewiesen und ist daher aus unserer Sicht sehr gut für die Aufgabe geeignet.

Allerdings sehen wir die organisatorische Maßnahme auch mit einem weinenden Auge. Denn die Funktion der Beauftragten wurde übertragen, ohne dass hier zusätzliche Zeitkontingente eingeplant werden. Dabei liegen im Bereich der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer große und zeitintensive Aufgaben an. Die Infrastruktur für den Radverkehr benötigt infolge deutlich steigender Nutzerzahlen neue Konzepte. Die Nordbahntrasse muss mit dem existierenden Verkehrswegen vernetzt werden. Die Änderungen de Straßenverkehrsrechts bringen weiteren Anpassungsbedarf.

Aber die kommenden Aufgaben beschränken sich nicht auf den Radverkehr. Gerade auch im Bereich des Fußgängerverkehrs besteht erheblicher Handlungsbedarf. Wuppertal ist eine Stadt mit traditionell hohem Fußgängeranteil am Gesamtverkehrsaufkommen. Dieser geht aber seit einigen Jahren überdurchschnittlich zurück. Die Fußgängerthemen werden immer nur ganz am Rande behandelt. Fußgänger sind beim Verteilungskampf um den Straßenraum häufig die Verlierer. Ihr Raum wird immer weiter eingeschränkt, sie sollen bei der Abwicklung des Fahrzeugverkehr mit den Resten zurechtkommen. Fußgängerspezifische Anlagen wie die  Treppen oder Brücken sind in schlechtem Zustand und werden häufig vorübergehend oder langfristig gesperrt. Also gibt es auch hier einen erheblichen Aufgabenbereich.

Frau Peinelt hat aber im Gegensatz zum ehemaligen Abteilungsleiter Rainer Widmann keine Abteilungsleitung inne, die ihr den Rückgriff auf andere MitarbeiterInnen ermöglicht. Die bisher von Herrn Widmann wahrgenommene Stelle wurde nämlich eingespart. So verteilen sich die Aufgaben auf noch weniger Personen als zuvor. Eine Kapazitätserhöhung wäre aber dringend notwendig.

Auf jeden Fall wünschen wir Norina Peinelt für die kommenden Aufgaben viel Erfolg und eine glückliche Hand und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

 

 

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