Wunder dauern manchmal etwas länger

Gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Sitzung des städtischen Ausschuss für Verkehr ist jetzt die unzumutbare Situation für Radfahrer verbessert worden. Die Lösung der Autofahrerprobleme (fehlende Zufahrt zum Sonnborner Zentrum) dauerte übrigens etwa 24 Stunden, aber wir freuen uns ja auch, wenn in unserer Stadt die richtigen Maßnahmen für andere VerkehrsteilnehmerInnen zwar nicht schnell, aber immerhin überhaupt durchgeführt werden. So freuen wir uns jetzt noch etwas mehr über die Fortsetzung der Baumaßnahmen. Uns ist auch klar, dass es gerade an einem solchen engen Punkt wie dem Übergang von der Land- zur Wasserstrecke in Sonnborn Höhe Stadion Unannehmlichkeiten für alle VerkehrsteilnehmerInnen geben kann. Die nun gefundene Lösung für den Radverkehr ist aber ein machbarer Kompromiss.

Ein paar Schilder auszutauschen erfordert manchmal eine enorme Vorlaufzeit.
Vorher sah es hier so aus: Der Radweg aus Vohwinkel Richtung Innenstadt endete einfach. Da die Straße ausdrücklich für Fahrradfahrer gesperrt war, musste man über die Fußgängerampel auf die andere Seite kreuzen, um dann….
…über eine weitere Ampel diesen Fußweg bis zur Ampel am Schwebebahnhof Zoo zu schieben. Natürlich mussten auch der gesamte Fußgängerverkehr und der Radverkehr Richtung Westen über diesen Bürgersteig abgewickelt werden, denn…
…hier endete der Radweg ebenso in einem Durchfahrtsverbot für Radfahrer. Und der Bürgersteig war und ist natürlich auch in dieser Richtung nicht breiter.
Aber jetzt ist eine richtige Materialschlacht zu unserem Schutz entfacht worden.

Der ADFC hat sich bereits bei der Vorstellung der Pläne im Ausschuss für Verkehr im Februar kritisch zu den Planungen geäußert. Kurz danach wurden die zuständigen Gremien mit detailierter Problembeschreibung und Lösungsvorschlägen angeschrieben. Neben einer Meldung bei Radio Wuppertal auch einem ausführlichen Bericht in der Wuppertaler Rundschau hatte sich aber wochenlang nichts getan. Die Verantwortlichen hüllten sich in Schweigen. Die Aussage, das Ausweichen über den Stadionvorplatz sei nicht möglich, war jedenfalls nicht nachvollziehbar. Immer noch gibt es in dem Bereich ausreichend Platz für parkende Autos. Allerdings ist inzwischen bekannt geworden, dass auf Grund des geplanten Public Viewing während der Fußball-WM die Flächen verplant seien.

Warum für die Umsetzung des ADFC-Vorschlags fast zwei Monate notwendig waren, bleibt uns verborgen. So fuhren halt wochenlang hunderte Radfahrer täglich illegal durch die gesperrte Baustelle und wurden dazu erzogen, städtische Beschilderungen nicht so ernst zu nehmen.

Die WR berichtete am 24.3. Die Aussage der Pressesprecherin der Stadt ist allerdings schon dreist. Wenn man sich für die Situation schon nicht interessiert, sollte man nicht auch noch Unsinn verbreiten. Die Durchfahrt für Radverkehr ist ausdrücklich per Verbotsschild untersagt.

Gegenüber der Presse hatte die Stadt übrigens immer andere Stellungnahmen abgegeben. Diese waren zwar offensichtlich falsch, aber immerhin überhaupt eine Reaktion. Der ADFC hat aber bis zur April-Sizung des Ausschußes von keinem Beteiligten eine direkte Rückmeldung irgendeiner Art erhalten.

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