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ADFC Empfehlungen zum Pedelec Kauf

28.07.14

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  • Kauf im Fachhandel: Elektroräder sind komplexer als normale Fahrräder. Man sollte deshalb bei einem Pedelec-erfahrenen Fachhändler kaufen, der mehrere Elektroräder im Angebot hat.
  •  Größe: Größe und Sitzposition müssen stimmen, damit Rücken und Gelenke nicht unnötig belastet werden. Auch hier berät am besten der Fachhändler. Der Rücken darf nicht krumm sein, die Arme nicht durchgestreckt. Mit durchgestrecktem Bein sollte man das untere Pedal mit der Ferse gut erreichen. Der Fachhändler erkennt Fehler in der Körperhaltung und kann entsprechende Modelle empfehlen.

  •  Bremsen: Pedelecs brauchen gute Bremsen, weil sie schwerer sind und etwas schneller gefahren werden. Käufer sollten gemeinsam mit dem Händler ein Modell aussuchen, das für ihre „Gewichtsklasse“ richtig ausgelegt ist, also für das eigene Gewicht plus Pedelec plus etwaiges Tourengepäck.
  •  Antrieb: Der Trend geht zum Mittelmotor, denn damit entsteht ein ähnliches Fahrverhalten, wie man es vom normalen Fahrrad gewöhnt ist. Räder mit Frontantrieb sind aus baulichen Gründen meist preislich günstiger. Sie reichen aber bestenfalls für die Stadt und ebene Verhältnisse. Sportliche Räder haben meist einen Hinterrad-Motor wegen der besseren Leistungs-Übertragung. Allerdings ist hier die Gewichtsverteilung eher ungünstig.
  •  Akku: Die Nutzungsdauer hochwertiger Akkus liegt bei drei bis fünf Jahren, was etwa 1.000 Ladezyklen entspricht. Nach 300 bis 500 Ladezyklen nimmt die Kapazität stetig ab. Wenn ein Akku die alltäglichen Wege nicht mehr meistert, muss er ersetzt werden. Käufer sollten sich beim Händler versichern, dass der Akku mehrere Jahre als Ersatzteil verfügbar ist. Der Akku ist das teuerste Ersatzbauteil am Pedelec und kostet zwischen 200 und 1.000 €.  
  •  Preis: Ab 1.800 € sind im Fachhandel empfehlenswerte Modelle zu haben. Vereinzelt gibt es qualitativ gute Angebote aber auch günstiger.
  •  Gewicht: Das Durchschnittsgewicht von Elektro-Fahrrädern liegt bei 25 Kilogramm. Käufer sollten bedenken, dass das beim Treppensteigen oder Verladen schwer werden kann. Am besten eignet sich deshalb eine ebenerdige Abstellmöglichkeit.
  •  Prüfsiegel: Pedelecs müssen im Gegensatz zu normalen Fahrrädern mit einem CE-Zeichen versehen sein. Käufer sollten auf dieses vorgeschriebene Siegel achten. Seit 2010 gibt es außerdem das GS-Zeichen für Pedelecs, allerdings ist bisher nur ein Modell auf diese höheren Sicherheitsanforderungen hin geprüft.
  •  Sicherheit: Pedelecs verhalten sich anders als normale Fahrräder. Insbesondere wer lange nicht gefahren ist, sollte sich vor der ersten Ausfahrt mit dem Fahr- und Bremsverhalten vertraut machen. Wer den Schub durch den Motor nicht gewohnt ist, kann die Kontrolle über das Rad verlieren. Deshalb sollte zur Eingewöhnung die niedrigste Unterstützungsstufe gewählt werden. Auch wird die Bremswirkung moderner Hydraulikbremsen oft unterschätzt. Wer unsicher ist, kann beim ADFC in einigen Städten extra Pedelec-Kurse besuchen. Kursangebote auf: http://www.adfc.de/2183_1

 

Was bedeutet der Begriff „Pedelec" und wo liegt der Unterschied zum „E-Bike"? Sind diese Fahrzeuge noch Fahrräder im engeren Sinne?

„Elektrorad" oder „Elektrofahrrad" sind die Oberbegriffe für Fahrräder mit Motorunterstützung. Sie teilen sich auf in folgende Kategorien:

Pedelec

Das Pedelec (Pedal Electric Cycle) unterstützt den Fahrer mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt, während des Tretens und nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Wer schneller fahren will, ist auf die eigene Körperleistung angewiesen, die bei einem durchschnittlichen Radfahrer etwa 100 Watt beträgt. Der Unterstützungsgrad kann in mehreren Stufen eingestellt werden und ist abhängig von der Pedalkraft oder der Trittfrequenz des Fahrers.

Die Definition eines Pedelecs ergibt sich aus Paragraf 1 Absatz 3 des Straßenverkehrsgesetzes. Es ist dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Fahrer benötigen also weder ein Versicherungskennzeichen noch eine Zulassung oder einen Führerschein. Für sie besteht zudem keine Helmpflicht oder Altersbeschränkung. Dies gilt auch für Pedelecs mit Anfahrhilfe bis 6 km/h.

Schnelle Pedelecs / S-Pedelecs

Die schnellen Pedelecs, auch Schweizer Klasse oder S-Klasse genannt, gehören nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern. Die Räder funktionieren zwar wie ein Pedelec, aber die Motorunterstützung wird erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet. Derzeit liegt die maximal erlaubte Nenn-Dauerleistung der Motoren bei 500 Watt.

Für die schnelle Klasse sind einige gesetzliche Besonderheiten zu beachten: Für sie ist eine Betriebserlaubnis beziehungsweise eine Einzelzulassung des Herstellers vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) notwendig. Fahrer benötigen, wenn sie nach dem 01. April 1965 geboren wurden, mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung (somit gilt ein Mindestalter von 15 Jahren) oder einen gültigen Führerschein jeglicher Art. Das schnelle Elektrofahrrad braucht ein Versicherungskennzeichen (Kostenpunkt etwa 70 € pro Jahr). Eine Helmpflicht besteht auch für die Schweizer Klasse nicht.

E-Bikes im engeren Sinn

E-Bikes im engeren Sinn sind die dritte Kategorie. Sie sind mit einem Elektromofa zu vergleichen und lassen sich mit Hilfe des Elektroantriebs durch einen Drehgriff oder Schaltknopf fahren, auch ohne dabei in die Pedale zu treten. Wird die Motorleistung von 500 Watt und eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h nicht überschritten, gelten diese Fahrzeuge als Kleinkraftrad (früher: Leicht-Mofa).

Auch hier sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und mindestens eine Mofa- Prüfbescheinigung zum Fahren notwendig. Man ist auf die eigene Leistungsfähigkeit angewiesen, wenn man schneller als 20 km/h fahren möchte. Eine Helmpflicht besteht auch bei den E-Bikes nicht.

Zwei Broschüren zum Thema Pedelec können als Printversion in der ADFC Geschäftsstelle in Bergisch Gladbach am S-Bahnhof von interessierten Personen abgeholt werden.


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