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FKT 2020 - Gummersbach

16.03.21

© ADFC



Gummersbach erneut mit mäßigen Noten: Platz 100 von 110 Städten (Kategorie 50.000-100.000)

Nachholbedarf bei Ampelschaltungen, Leihfahrrädern & Einbahnstraßen

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 schaffte es Gummersbach erneut nur in das untere Mittelfeld auf Platz 100 von 110 Städten der fahrradfreundlichsten Städte in seiner Größe.

152 Gummersbacher haben im Herbst letzten Jahres an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Gummersbachs Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit

·       Ampelschaltungen,

·       fehlender Öffnung von Einbahnstraßen (in Gegenrichtung)

·       dem Mangel an Öffentlichen Fahrrädern (Leihräder).

Lichtblicke gab es beim Thema

·       geringes Risiko des Fahrraddiebstahl,

·       wenige Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern und

·       gute Wegweisung

Der ADFC Gummersbach fordert den beschleunigten Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes. Der Sprecher der ADFC Ortsgruppe Dipl.-Ing. Eike Schmilinsky sagt:

„In Zeiten der Pandemie haben viele Gummersbacher*innen das Radfahren (neu) entdeckt – und wir wollen, dass sich das Schulkind genauso sicher auf dem Rad fühlt wie die radfahrbegeisterte Seniorin. Leider ist das in Gummersbach nicht immer der Fall. Dabei ließe sich schon mit kleineren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, beispielsweise durch Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung, Fahrradfreundliche Ampelschaltungen, Tempo 30 in Wohngebieten, die Ahndung von Falschparkern auf Radwegen und weitere Maßnahmen.“

Gummersbach liegt 2020 mit Note 4,47 bundesweit auf Platz 100 in der Kategorie der Städte 50.000 bis 100.000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 41 von 46. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2018 (mit 72 Teilnehmer*innen) hat sich Gummersbach geringfügig verschlechtert (Note 4,32), die Schwachstellen sind geblieben.  

Symptomatisch ist das Thema Einbahnstraßenöffnung. Eine seit der Radverkehrsnovelle 1997 (!) mögliche Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer, befindet sich in Gummersbach immer noch im Versuchsstadium. Das gleiche gilt für die Ausweisung von Fahrradstraßen. Beides ist in vielen Städten & Kommunen seit Jahren erfolgreiche Praxis.

Über 12.000 Pendler sind nach Landesstatistik jeden Tag innerorts in Gummersbach jeden Tag unterwegs, dazu kommen noch über 8.000 Ein- und Auspendler mit den Nachbargemeinden in einer Entfernung von unter 10 km. Ein leistungsfähiges und sicheres Radwegenetz würde den Umstieg aufs Rad, einem gesundheitsfördernden und klimafreundlichen Fortbewegungsmittel für alle

 

Altersgruppen für die Alltags- und Arbeitswege fördern, was allen zugutekäme. Das steigende Interesse daran ist deutlich wie ebenfalls die große Bedeutung und sollte zum aktiven Handeln für ein fahrradfreundliches Gummersbach führen, welches nicht nur in Einzelmaßnahmen, sondern auch in einer Gesamtplanung und Umsetzung von zentralen sicheren Radrouten auf den wesentlichen Mobilitätsachsen und im Verbund mit den Nachbargemeinden zum Ausdruck kommt. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.

Rekord: Rund 230.000 Teilnahmen, 1.024 Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern. 

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 200.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.

Die ADFC-Ortsgruppe Oberberg Mitte setzt sich insbesondere für ein zusammenhängendes Radwegenetz, (geschützte) Radfahrstreifen und mehr Tempo 30 Zonen ein.

Kontakt zur lokalen Ortsgruppe des ADFC

Dipl.-Ing. Eike Schmilinsky

Sprecher der Ortsgruppe Oberberg Mitte

eike.schmilinsky(..at..)adfc-berg.de

0171-3894676 


Weitere Informationen

Links:
Die digitale Pressemappe gibt es auf www.adfc.de/presse
Die detaillierten Ergebnisse finden Sie auf: fahrradklima-test.adfc.de
 
 

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