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FKT 2020 - Wermelskirchen

16.03.21
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Presse

Fahrradfahrer in Wermelskirchen © Sabine Krämer-Kox


 

 

Note 4,17 im ADFC-Fahrradklima-Test 2020

Wenige Probleme mit Fahrraddiebstählen in Wermelskirchen

 

Am 16. März 2021 wurden die mit Spannung erwarteten Ergebnisse in Berlin präsentiert. Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und fand 2020 zum neunten Mal statt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test 2020 aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).

Rekord: Rund 230.000 Teilnahmen, 1.024 Städte in der Wertung Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt. Bei den Bewertungen handelt es sich jeweils um subjektive Einschätzungen der Radfahrenden vor Ort, d. h. die „gefühlte“ Situation auf den Straßen und öffentlichen Flächen ihrer Heimatstadt. 1.024 Städte kamen in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu aufzuwerten. Je besser das Angebot an Fahrrad-Infrastruktur, umso mehr Menschen steigen auf das Fahrrad um und tragen somit zur einer erhöhten Aufenthaltsqualität in den Innenstädten und zum Klimaschutz bei.

Gesamtnote für Wermelskirchen 4,17 Mit der Gesamtnote 4,17 liegt Wermelskirchen bundesweit auf Platz 313 von 415 in der Kategorie der Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern, im Landesvergleich auf Platz 88 von 116. Beim letzten Test im Jahr 2018 erreichte Wermelskirchen Platz 247 von 311 im bundesweiten Vergleich, Rangplatz 64 von 82 im Landesvergleich. 2018 lautete die Benotung 4,17. Innerhalb der sieben Kommunen im Rheinisch-Bergischen Kreis, die das Ranking 2020 erreicht haben, rangiert Wermelskirchen – hinter Burscheid (Note 3,66) und Odenthal (3,84) gemeinsam mit Rösrath auf Platz 3.

Während des Befragungszeitraums von September bis November 2020 konnte die Kommune mit 165 Teilnehmern an der Online-Umfrage zum wiederholten Mal die Mindestteilnehmerzahl erreichen. Die Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs deckt folgende fünf Hauptthemenbereichen mit jeweils fünf bis sieben Unterpunkten ab: Fahrrad- und Verkehrsklima, Stellenwert des Radfahrens, Sicherheit beim Radfahren, Komfort beim Radfahren sowie Infrastruktur und Radverkehrsnetz.

In den übergeordneten Bereichen schnitt Wermelskirchen wie folgt ab: Durchschnittsnote 3,9 in Bezug auf Rad- und Verkehrsklima; eine glatte 4 für Infrastruktur und Radverkehrsnetz; Note 4,1 in Sachen Sicherheit beim Radfahren; 4,3 in Fragen des Komforts beim Radfahren und 4,7 bezüglich Stellenwert des Radfahrens. Notenspiegel Von den 27 Fragepunkten wurde nur zwei Mal die Note „gut“ vergeben, acht Kriterien erhielten ein „Befriedigend“ und 14 Aspekte des Radfahrens waren in den Augen der Wermelskirchener Bürger*innen lediglich „ausreichend“, drei sogar „mangelhaft“ (Einbahnstraßenöffnung, Winterdienst und Ampelphasen). Die Radfahrenden in Wermelskirchen sind offenbar mit der Fahrrad-Infrastruktur ihrer Stadt nur mäßig zufrieden.

Stärken Radfahren in Wermelskirchen (Einzelwertung ähnliche Städte) Die beste Note, 2,5, erhält die niedrige Anzahl von Fahrraddiebstählen in Wermelskirchen. Ebenfalls positiv betrachten die Bürger*innen die die Verfügbarkeit öffentlicher Fahrräder (Note 2,8), seit „Bergische E-Bikes“ am Bus-Bahnhof Wermelskirchen sowie an einer (noch) provisorischen sog. „virtuellen Station“ in Dabringhausen entliehen werden können. Positiv wird gesehen, dass in Wermelskirchen Jung und Alt auf dem Fahrrad unterwegs ist (3,5).

2018 hatten Radfahrende Wermelskirchen ebenfalls eine geringe Diebstahlquote (Note 2,5), eine befriedigende Wegweisung für Radfahrende (3,2) sowie eine akzeptable Erreichbarkeit des Zentrums (Note 3,7) relativ positiv attestiert.

Schwächen Radfahren in Wermelskirchen (Einzelwertung ähnliche Städte) Als mangelhaft empfinden Wermelskirchener Radfahrer*innen gegenläufig geöffnete Einbahnstraßen (5,0), Ampelschaltungen (5,0) und Winterdienst (5,0) auf Radwegen. Darüber hinaus seien sichere Umleitungen für den Radverkehr an Baustellen kaum vorhanden und/oder nicht ausgeschildert (4,9). Fehlende Falschparkerkontrolle auf den Fahrradschutzstreifen, beispielsweise in der Grünestraße oder der Berliner Straße, wird ebenfalls und mittels Note von 4,7 moniert.

Im Vergleich zu 2018 hat sich kaum eine Änderung ergeben. Hier wurden die Kriterien „in Gegenrichtung geöffnete Einbahnstraßen“, „Ampelschaltungen“, „Winterdienst“ und „Falschparkerkontrolle“ mit Noten zwischen 4,9 und 5, 3 eingestuft. Die Note „Öffentliche Fahrräder“ konnte sich dagegen dank des Bergischen E-Bikes von 4,8 auf 2,8 steigern. Umstieg aufs Rad Die Sprecherin des ADFC Wermelskirchen/Burscheid, Sabine Krämer-Kox, erklärt, die Ortsgruppe werde sich weiterhin aktiv für eine Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur für Alltagsradler einsetzen, um bis 2025 zu einer Verlagerung von 25 % des Verkehrs auf das umweltfreundliche Fahrrad beizutragen.

Über den ADFC Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 200.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Dem ADFC RheinBerg-Oberberg e. V. gehören derzeit knapp 1.500 Mitglieder an.


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