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FKT 2020 - Wiehl

16.03.21
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Presse

© ADFC


 

Wiehl erneut mit mäßigen Noten: Platz 363 von 415 Städten bundesweit (Kategorie 20.000-50.000)

Nachholbedarf bei Radförderung, Werbung und Leihfahrrädern

Beim heute im Bundesverkehrsministerium vorgestellten ADFC-Fahrradklima-Test 2020 schaffte es Wiehl erneut nur in das untere Mittelfeld auf Platz 363 von 415 Städten der fahrradfreundlichsten Städte in seiner Größe – die Note hat sich im Vergleich zu 2018 ganz leicht verbessert.

73 Wiehler haben im Herbst letzten Jahres an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Wiehls Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit

·       Mangelnder Förderung des Radverkehrs,

·       Mangelnder Werbung für das Radfahren und

·       fehlenden Öffentliche Fahrrädern (Leihräder)

Lichtblicke gab es bei

·       der Erreichbarkeit des Stadtzentrums,

·       zügiges Radfahren ist möglich,

·       wenigen Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern

Der ADFC Oberberg Mitte fordert den beschleunigten Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes. Der Sprecher der ADFC Ortsgruppe Oberberg Mitte Dipl.-Ing. Eike Schmilinsky sagt:

„Viele Wiehler*innen haben im vorigen Jahr das Radfahren für sich (neu) entdeckt.  – und wir vom ADFC wollen, dass sich das Schulkind genauso sicher auf dem Rad fühlt wie die radfahrbegeisterte Seniorin. Davon ist Wiehl leider noch weit entfernt. Eine bessere Vernetzung der vorhandenen Radwege wäre sehr wichtig. Dabei ließe sich schon mit kleineren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, dies wäre Tempo 30 in Wohngebieten, Radwege nicht einfach abrupt enden zu lassen und Radschutzstreifen mit Bedacht anzulegen – um sie nicht wie in Großfischbach wieder weg zu fräsen.  Damit Wiehl einladend zum Radfahren für alle Bürger*innen wird, brauchen wir ein durchgängiges Netz an guten Radwegen. Dazu zählt auch ein Radschnellweg nach Gummersbach Dieringhausen, um Pendler aufs Rad umsteigen zu lassen. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt.“

Wiehl liegt 2020 mit Note 4,32 bundesweit auf Platz 363 in der Kategorie der Städte 20.000 bis 50.000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 101 von 116. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2018 (mit 52 Teilnehmer) hat sich Wiehl geringfügig verbessert (Note 4,34), die angesprochenen Themen sind die gleichen, mit leichter Tendenz zur Besserung.

Wiehl ist mit seinen vielen kleinen Dörfern sicherlich eine besondere Herausforderung für jeden Verkehrsplaner. Aber dass Insellösungen nichts bringen, zeigt sich ja am Fall von Großfischbach.   Statt eine Radwegverbindung von Wiehl bis Großfischbach durchzuplanen, gab es völlig losgelöst nur einen Radschutzstreifen bergan – ja richtig, weil das Rad bergab schnell genug ist.  Aber wie kommt der Radfahrer sicher nach Großfischbach? Der Radschutzstreifen ist inzwischen Geschichte, die

 

Radfahrer sind bis Wiehl ohne jeglichen Schutz unterwegs. Dafür rasen die Autos durch den kleinen Ort, einen Blitzer sucht man leider vergeblich. In Wiehl angekommen geht es auf den Radweg, der aber nach der Unterführung unter der L336 völlig abrupt an der Bahnhofsstraße endet – statt den sehr breiten Fußweg bis zum Busbahnhof als gemischten Rad-Gehweg auszuweisen.

Rekord: Rund 230.000 Teilnahmen, 1.024 Städte in der Wertung

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom Fahrradclub ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und fand 2020 zum neunten Mal statt. Rund 230.000 Radfahrerinnen und Radfahrer haben bei diesem Durchgang abgestimmt, davon nur 15 Prozent ADFC-Mitglieder. 1.024 Städte kamen in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Bei den 27 Fragen ging es darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert. Damit fundierte Ergebnisse erzielt werden, müssen pro Stadt mindestens 50, bei größeren Städten mindestens 75 beziehungsweise 100 Abstimmungsergebnisse vorliegen. Die Ergebnisse des Tests haben durch die breite Bürgerbeteiligung hohe Aussagekraft und können Kommunen helfen, das Angebot für Radfahrende gezielt zu verbessern. 

Über den ADFC

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit über 200.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit.

Die ADFC-Ortsgruppe Oberberg Mitte setzt sich insbesondere für eine stärkere Vernetzung, geschützte Radfahrstreifen und mehr Tempo 30 Zonen ein.

Kontakt zur lokalen ADFC Ortsgruppe

Eike Schmilinsky

Dipl.-Ing.

Sprecher der Ortsgruppe Oberberg Mitte

eike.schmilinsky(..at..)adfc-berg.de

0171-3894676  


Weitere Informationen

Links:
Die detaillierten Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Tests 2020 finden Sie auf:
fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse
 
Die digitale Pressemappe gibt es auf www.adfc.de/presse
 
 

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