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Niederrhein Touren mit Gabriele

08.02.21
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Radreisen

Brachter Wald, © Gabriele Pütz



Brachter Wald,



Brüggen Wassermühle,



Elmpter Schwalbruch,



Hariksee,



Hariksee,



Hariksee,



Naturpark Schwalm-Nette,



Nirsaue in Wachtendonk,



Schlossgarten Arcen,



Schlossgarten Arcen,



Schlossgarten Arcen,



Schlossgarten Arcen,



Schlossgarten Arcen, Alle Fotos © Gabriele Pütz


 

Diese Tour wird nur unter den zu berücksichtigenden aktuellen und angepassten Corona-Maßnahmen angeboten. Ist eine Durchführung nicht möglich wird die Tour in den Spätsommer (September) gelegt.

Montag, 17.05.2021

Einkehr: in Wachtendonk    (http://ristorante-pulverturm.de/) derzeit leider geschlossen

Wir fahren von Geldern der Niers entlang bis Wachtendonk. Hier ist eine Einkehr und Aufenthalt für den historischen Stadtkern vorgesehen. Dann geht es weiter nach Hinsbeck und Lobberich (kl. Einkehr vorgesehen) durch das Nettetal zum De Witt See und zum Ziel Kaldenkirchen Bf. Wir radeln überwiegend auf Wirtschaftswegen durch den Wald und über Felder.

 

Die Niers ist ein Zufluss der Maas in Deutschland sowie in den Niederlanden. Sie ist –117,6 km lang, davon fließen 8 km durch die Niederlande. Die sumpfigen Gebiete entlang der Niers führten dazu, dass der Fluss schon früh eine natürliche Grenze verschiedener Territorien bildete. Aus diesem Grunde wurden entlang der Niers zahlreiche Herrenhäuser, Wasserburgen und Schlösser errichtet. Viele von ihnen sind heute noch erhalten.

Das Hauptgewässer des linken Niederrheingebietes, verläuft parallel zwischen Rhein und Maas. Das Quellgebiet der Niers liegt in Erkelenz-Kuckum im Kreis Heinsberg, sie erreicht nach 117 km Länge Gennep ( Niederlande ), und mündet dort in die Maas. Der Braunkohle- tagebau, als das größte Loch Europas, grub der Niers buchstäblich im Quellgebiet das Wasser ab. Die heutige Quelle ist der Wassergraben des Zourshofes in Erkelenz-Kuckum; über Rohrleitungen wird das Sümpfungswasser aus dem Tagebau Rhein-Braun zugeführt. Der nach Westen fortschreitende Tagebau "Garzweiler II" wird die im potentiellen Abbaugebiet liegende Erkelenzer Ortsteile (Quellgebiet) Kuckum, Keyenburg und Borschemich in den nächsten Jahrzehnten verschwinden lassen. Zwischen Quelle und Mündung liegen 70 m Höhenunterschied. Das Gefälle der Landschaft ist gering, so dass ihre Fließgeschwindigkeit bei nur etwa 2 km pro Stunde liegt. Auf Grund dessen ist die Niers für ungeübte Personen mit Paddelbooten leicht zu befahren.

Die Nette, die der Stadt den Namen gegeben hat, durchfließt das Stadt- gebiet auf einer Länge von 12,25 km. Wegen der vielen Seen (12 Seen) erhielt Nettetal den Beinamen "Seenstadt". Die Stadt liegt in einer ab- wechslungsreichen Landschaft des Naturparks Maas-Schwalm-Nette. Hinsbeck und Leuth sind als anerkannte Erholungsorte ausgewiesen.

 

Wachtendonk, der historische Ortskern mit alten Häusern und winkeligen Sträßchen wurde mit Unterstützung des Landes NRW sehr schön restauriert. Die Straßenführung ist seit mehr als 300 Jahren unverändert. Die meisten Häuser wurden kurz nach einem Ortsbrand von 1708 errichtet. Haus Püllen stammt aus dem Jahr 1634; es blieb als eines von wenigen Häusern bei der Feuersbrunst von 1708 verschont – ebenso wie der ehemalige Pulverturm, der heute als Ausflugslokal dient.

Der Naturpark Schwalm-Nette erstreckt sich entlang der deutsch-niederländischen Grenze über einen großen Teil des Kreises Viersen (274,05 km²), Teile der Kreise Heinsberg (117,45 km²) und Kleve (34,8 km²) sowie eine kleine Fläche der Stadt Mönchengladbach (8,7 km²). Zu den landschaftlichen Besonderheiten des Naturparks gehören vor allem die zahlreichen Seen wie beispielsweise das Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen, der Hariksee sowie Naturräume wie der Brachter Grenzwald und das Elmpter Schwalmbruch welches ebenfalls zu unseren Zielen gehört.

 

Dienstag, 18.05.2021

Auf dem Hinweg radeln wir überwiegend auf Wald- u. Heidewege. Zuerst umfahren wir den Segelflugplatz Venloer Heide, dann zum Schmugglerpfad in die Lommersche Heide und durch das Raavenvenn in die Leere Marksche Heide bis Arcen. Einkehr gegebenenfalls vor der Besichtigung, je nach Bedarf und Zeit landestypisch mit Pommes und Frikandel (cafetariatcentrum). Langer Aufenthalt im Schlossgarten mit ca. 4 Std. vorgesehen, Gesamtfläche ca. 32 Hektar. Den Rückweg nehmen wir entlang der Maas bis Venlo, mal rechtsseitig, mal linksseitig über die Brücke als auch mit der Fähre.

 

Venloer Heide: Der ehemalige Fliegerhorst Venlo liegt grenzüberschreitend in den Niederlanden und in Deutschland. Der Fliegerhorst befindet sich auf dem Gebiet der Orte Venlo, Nettetal-Leuth und Straelen-Herongen. Die Anlagen werden nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form genutzt. Auf niederländischer Seite nutzt ein Segelflugverein Teile der Start- und Landebahnen. Der größte Teil der Anlage ist frei zugänglich und darf betreten werden. Ruinenreste sind an vielen Stellen des Geländes zu finden.

Schmugglerpfad in der Lommerschen Heide. Zwischen Holland und Deutschland, genauer zwischen Velden und Straelen gab/gibt es einen Schmugglerpfad. Wie kam es überhaupt zum Schmuggeln? Eigentlich ganz einfach. Da die Preisunterschiede von Produkten zwischen damals Preußen und den Niederlanden zu groß war, wurde 1818 ein Zollgesetz erlassen. An verschiedenen Zollstationen rund um Venlo und Arcen kontrollierten Zollbeamte den Warentransport und verhängten entsprechende Zölle. Die weitläufigen Wälder in der Region machten es aber möglich, die Zollstationen zu umgehen. Der Schmuggel war geboren. Geschmuggelt wurde z. B. Tabak, Kaffee, Alkohol und sogar Kühe, die zur Tarnung schwarz gefärbt wurden.

Schlossgarten Arcen: 32 Hektar voller Düfte und Farben, einzigartige Gärten, historische Parkanlagen und ein Schloss! Es wurde in seiner heutigen Gestalt im 17. Jahrhundert von den Herzögen von Geldern erbaut. Ein Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert wurde 1646 zerstört. Die Vorburg ist von einem Wassergraben umgeben. Über eine kleine Brücke erreicht man den Schlosshof durch das Hauptportal dieser Vorburg. Mit Ausnahme des Hauptportals, das in Naturstein errichtet ist, ist das gesamte Schloss ein Backsteinbau. Verschiedene Gärten aus aller Welt umgeben mehrere Teiche mit Wasserfällen. Zu besichtigen gibt es u. a. ein Waldstück mit historischem Baumbestand, eine Insel mit Totenkopfaffen (Lommerijk), ein Gewächshaus mit mediterranen und subtropischen Pflanzen (Casa Verde), einen Rosengarten, einen Wassergarten, einen italienischen Garten sowie Gartenanlagen in fernöstlichem Stil. Es gibt schwarze Schwäne, Flamingos, Weißstörche und Helmperlhühner, im Wasser leben Koi und Belugastöre.

 

Mittwoch, 19.05.2021

Roermond Markt und Hafen (Beschreibung folgt)

 

Donnerstag, 20.05.2021

Auf dieser Tour radeln wir durch den Brachter Wald (1.328 ha Naturschutzgebiet) durch den Elmpter Schwalmbruch nach Brüggen. Hier ist ein Aufenthalt für den historischen Ortskern, Burg Brüggen sowie für die historischen Wassermühle eingeplant. Danach geht es weiter zum Hariksee und über Feld- u. Waldwege zur DB nach Köln HBF zurück.

 

Brachter Wald: Der Brachter Wald befindet sich zwischen der deutsch-niederländischen Grenze im Nordwesten, dem Ort Bracht (Brüggen) im Nordosten, dem Ort Brüggen im Südosten, und dem Elmpter Schwalmbruch im Süden. Es handelt sich hier um ein ca. 1.250 Hektar großes Mosaik aus Heiden und Wäldern auf Flugsanddünen. Der als "Kalter Krieg" bezeichnete Konflikt zwischen Ost und West nach dem 2. Weltkrieg führte dazu, das die westlichen Alliierten Militärstützpunkte in der Bundesrepublik Deutschland einrichteten.  Er bestand von 1948 bis 1996, und war zeitweise eines der größten Munitionsdepots Europas. Ab 1945 verwendete die britische Rheinarmee das Gebiet, um Blindgänger zu sprengen, 1948 begann sie, das Gelände einzuzäunen und es zum größten Munitionsdepot Europas auszubauen. Ab 1952 wurde das Gelände militärisches Sperrgebiet, zu dem neben den Militärangehörigen nur Förster und Waldarbeiter Zugang hatten. 1976 bedrohte ein großer Waldbrand das Gelände, doch durch die Zusammenarbeit deutscher und britischer Feuerwehren konnte eine größere Katastrophe verhindert werden. 1996 wurde das Munitionsdepot aufgegeben und im Jahr 2000 als Naturschutzgebiet Brachter Wald freigegeben. Zu dem eingezäunten Gebiet gibt es sechs Zugänge. Ein insgesamt 32 km langes Wander- und Rad- wegenetz ist erschlossen. Auf Grund der langen geraden Wege ist eine ausgedehnte Fahrradtour durch den Brachter Wald ideal. Fast fünfzig Jahre lang konnte sich in diesem militärischen Sperrgebiet auf nährstoffarmen Flugsandböden eine einzigartige Heidelandschaft mit seltener Tier- und Pflanzenvielfalt entwickeln. Aufgrund seiner wertvollen Lebensräume wurde das 12 qKm große Gebiet unter Naturschutz gestellt. 1996 ging das Gebiet in den Besitz der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen mbH über.

 

Historischer Stadtkern, Brüggen Wassermühle und Burg Brüggen

Die Entstehung verdankt Brüggen seiner geografischen Lage. An der einzigen passierbaren Furt über die Schwalm gelegen, bildete sich an der Kreuzung zweier Handelswege zwischen Rhein und Maas eine erste Siedlung (897). Die Grafen von Kessel ließen nach niederländischem Vorbild eine 16 m hohe Kiesinsel aufschütten, um den morastigen Untergrund bebaubar zu machen. Darauf ließen sie eine Burganlage errichten (1289), um diesen Etappenort zu sichern. Brüggen wurde zum Zentrum des gleichnamigen Amtes. Typisch für das Schwalmgebiet sind die Wassermühlen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestimmte das Knarren der Mühlräder den Alltag. Raps und Flachs lieferten reichlich Mahlgut. Allein entlang der 26 km der Schwalm von der Quelle Wegberg-Tüschenbroich bis Brüggen gab es einst 22 Mühlen, unterteilt in Getreide- und Ölmühlen. Durch die Unwirtschaftlichkeit sind viele Mühlen außer Betrieb gesetzt worden. Heute präsentieren sich die Mühlen als romantische malerische Ausflugslokale. Die Brüggener Mühle (Kulturdenkmal von 1289) wurde 1289 erstmalig erwähnt. Sie trieb zu ihrer Zeit ein Wasserrad, ein Mahlwerk für Korn und ein Schlagwerk für Ölgewinnung an. Am Rande des historischen Stadtzentrums von Brüggen, nicht weit von der Burg entfernt. I m Restaurant „Alte Brüggener Mühle“ ist das verbliebene Mühlrad heute noch zu sehen. Noch in den 1980er Jahren wurde der Bereich vor der Mühle als Verkehrsübungsplatz genutzt. Inzwischen ist dort ein Park mit Skulpturen des ortsansässigen Künstlers Uwe Meints entstanden. Mitten durch die Wiese schlängelt sich eine Fischtreppe. Diese wie ein Bachbett natürlich gestaltete Rinne kann von Fischen und anderen Bachorganismen genutzt werden, um die 1,5 Meter hohe Barriere des Mühlenstauwehrs zu „umschwimmen“.

Der Hariksee am Niederrhein, zwischen Schwalmtal und Niederkrüchten gelegen, ist ein Naherholungsgebiet der Region mittlerer Niederrhein. Der Hariksee hat eine Wasserfläche von ca. 20 ha und hat ein Alter von ca. 8.000 bis 12.000 Jahren. Die heutige Form erhielt der von der Schwalm durchflossene See durch die Austorfungen im 17. Jahrhundert. Das Ufer des Hariksees besteht aus Bruchwaldzonen und aus von Schwarzerlen bewachsenen Mooren.


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