Aktuelles

Winterdienst-Ampel für Panorama-Radwege

13.02.21
Kategorie: RheinBerg-Oberberg, Rad in den Medien

Ausnahmezustand SCHNEE!!! , © Sabine Krämer Kox



Profis brauchen keinen... , © Sabine Krämer Kox



...Winterdienst , © Sabine Krämer Kox



Geht doch, oder , © Sabine Krämer Kox



Burscheid rot-Kein Winterdienst , © Sabine Krämer Kox



Wermelskirchen gelb-Will „spontan“ handeln , © Sabine Krämer Kox



Hückeswagen-Wipperfürth grün Fahrradfreundlich frisch geräumt , © Sabine Krämer Kox



Mobilität kaltgestellt , © Sabine Krämer Kox



Viele Radler nutzen die Trassen auch im Winter , © Sabine Krämer Kox



Winteridyll , © Sabine Krämer Kox



Insbesondere Steigungen sind kritisch , © Sabine Krämer Kox



Tückisch: vereiste Stellen auf Brücken , © Sabine Krämer Kox


 

Vorab ein kleiner Witz: Treffen sich 2 Schneeflocken, fragt die eine „Wo gehst du hin“? Antwortet die andere:  „Ich gehe nach Norwegen, da kann ich liegen bleiben, und du?“ „Ich gehe nach Deutschland und verbreite da Panik“.

So Scherz beiseite! Alle Jahre wieder ist Schnee hierzulande der große „Aufreger“; ein nie dagewesenes Wetterereignis! Aus gegebenem Anlass fragten wir uns also: Wie sieht es mit dem Winterdienst auf den Panorama-Radwegen im Rheinisch-Bergischen bzw. Oberbergischen Kreis aus? Betrachtet man die Radwege auf ehemaligen Bahntrassen ab Ortsgrenze Burscheid, ergibt sich folgende Ampel-Wertung. (Opladen lassen wir mal außen vor. Hier ist Schneefall ein „schwerer Ausnahmefehler“ und kommt so gut wie nie vor; die „Schneegrenze“ liegt bei Bergisch –Neukirchen.)

Stadt Burscheid „rot“: Kein Winterdienst auf der Trasse
Grundsätzlich müssen Gemeindestraßen innerorts sowie Ortsdurchfahrten von Kreis- Landes- und Bundesstraßen durch Kommunen geräumt und gestreut werden. Kombinierte Rad- /Gehwege  (s. Verkehrszeichen 240) gelten als Fußwege und unterliegen daher nicht der städtischen Räumpflicht  (außer sie grenzen an städtische Grundstücke).  Die Sprecherin der Stadt erklärt, im priorisierten Räumdienst sei die rund sieben Kilometer lange auf Burscheider Gebiet  befindliche Radtrasse nicht enthalten und werde entsprechend bei „Winterereignissen“ nicht geräumt.

Muss nicht, aber könnte
Die Stadt muss  den Schnee zwar nicht räumen, könnte dies aber quasi als Dienst am Bürger tun. Eine derartige freiwillige Dienstleistung scheitert aber an personellen Kapazitätsengpässen sowie an zusätzlichen Kosten. Darüber hinaus habe die Stadt Burscheid der Bezirksregierung Köln seinerzeit  beim Bau des Panorama-Radweges zusichern müssen, dass sie die Unterhaltungskosten aufbringen kann. Deshalb müsse sich Burscheid auf die absolut notwendigen Kosten beschränken. In dem Kontext erstaunt, dass 540 T€ Fördergelder für eine Zuwegung zur Innenstadt  - Rampe mit 8 % Steigung -  ausgegeben werden können. Hoffentlich reicht es auf dieser wenigstens noch für Winterdienst, ansonsten hätte die Jugend dort zumindest  eine attraktive Rodelbahn.

Wermelskirchen „gelb“:  Stadt will „spontan“ reagieren
In Wermelskirchen denkt die Stadtverwaltung zumindest schon einmal  über einen Winterdienst auf der Balkantrasse nach. Die Verwaltung kann  den Wunsch ihrer Bürger*innen nachvollziehen, sich auf dem Panorama-Radweg sicher und ungehindert bewegen zu können, zumal Sportstätten/Fitness-Studios derzeit Corona-bedingt geschlossen sind. Insbesondere für ältere Mitmenschen – egal ob mit oder ohne Rad -  stellen glatte Flächen auf dem Rad-/Gehweg aber eine besondere Gefahr dar. Die Stadt Wermelskirchen konzentriert sich zunächst  also aufs Nachdenken und Planen. Vermutlich werden Schnee und Eis geschmolzen sein, bis eine Entscheidung getroffen wird.

Hückeswagen, Wipperfürth und Marienheide „grün“: Trasse geräumt
In Bergisch Born treffen unterschiedlichen Haltungen hinsichtlich Winterdienst im wahrsten Sinne des Wortes aufeinander.  Die Stadt Remscheid beruft sich darauf, dass der Panorama-Radweg keine öffentlich widmete Straße oder Verkehrsfläche sei und somit nicht der Straßenreinigungssatzung unterliege. Deshalb lässt sie das Thema kalt; Schnee und Eis  bleiben liegen.  In Richtung Hückeswagen dagegen, zieht sich ein sauber geräumtes dunkles Band durch die weiße Schneelandschaft.

WIR machen den Weg frei
Hückeswagen, Wipperfürth und Marienheide haben erkannt, dass die rund 25 Kilometer Panorama-Radweg auf ihren  Stadtgebieten mittlerweile nicht nur für Freizeitradler, sondern auch für Berufspendler eine wichtige Rolle spielen. Hückeswagens Bürgermeister, Dietmar Persian, will „das Fahrrad zum alltäglichen Verkehrsmittel machen - sommers wie winters“.  Bei „Winterereignissen“ - will heißen Schneefall(e) – setzen sich also die jeweiligen Winterdienste in Bewegung und räumen den Rad-/Gehweg, obwohl sie dazu nicht verpflichtet sind. Auch Kosten scheuen sie dabei offenbar nicht. Hückeswagen geht sogar so weit, über die eigene Stadtgrenze hinaus bis Bergisch Born (Remscheid) den Schnee vom Weg zu räumen. Wenn das kein (Winter)einsatz ist!

P.S. Unten der Link zum WDR-Filmbericht und das Interview mit mir.


Weitere Informationen

Links:
Filmbericht und Interview von der Trasse youtu.be/eB_H-gL0OO0
 
 

© 2021 ADFC KV RheinBerg-Oberberg