Aktuelles aus Mönchengladbach

Offenbarungseid statt sicherer Radverkehr

25.08.15
Kategorie: Mönchengladbach

So fördert man keinen Radverkehr in unserer Stadt

Fotos: www.iDFotowerkstatt.de

Ohne Ankündigung wurde vor einigen Tagen der Radfahrstreifen auf dem meistbefahrenen Streckenabschnitt Mönchengladbachs in beide Richtungen entfernt (Fliethstraße, Speicker Straße, Hittastraße).

Da der alte Radfahrstreifen den geltenden Bestimmungen nicht entsprach (viel zu schmal) und man hier auch häufiger von LKW´s und Bussen überholt wurde, kann man das Sicherheitsargument der Stadt / Polizei sicherlich nachvollziehen.

Was wir aber bemängeln ist, das es keine zeitgleiche Ersatzmaßnahme gab. Die Fahrradfahrer sind sich nun selber überlassen und können schauen, wie sie zurechtkommen. Da es keinen baulich angelegten Radweg gibt und das Fahren auf dem Bürgersteig verboten ist, bleibt einem nur noch die Straße oder die Wahl einer anderen (längeren) Strecke.

Entscheidet man sich für die Straße, hat man teilweise mit Fräskanten zu kämpfen, die beim Entfernen der Straßenmarkierung entstanden sind - hier besteht nun zusätzliche Sturzgefahr.



Verwaltung und Polizei sind der festen Überzeugung, dass diese Lösung sicherer ist als die vorherige Situation. Eine Verbesserung soll erst in ca. zwei Jahren entstehen, wenn dieser Streckenabschnitt mit Flüsterasphalt ausgebessert wird. In diesem Zusammenhang sollen regelkonforme Radfahrstreifen / Schutzstreifen angebracht werden.

Lt. Unfallstatistik der letzten fünf Jahre gab es auf diesem Streckenabschnitt 36 Unfälle mit Radbeteiligung. Alleine 24 davon (ca. 70%) gehen auf Kosten von Abbiegeunfällen. Hierbei haben in den meisten Fällen die Autofahrer die Schuld. Aus diesem Grund werden Radwege auf der Straße (z. B. Radfahrstreifen) in Kreuzungsbereichen / Einmündungen rot markiert. Hierdurch sollen Autofahrer auf die Gefahrenstelle hingewiesen werden. Auch wenn der Radfahrstreifen nicht der gültigen Norm bzgl. der Breite entsprach, stellte er für viele Radfahrer einen geringen Schutz da. Insgesamt ist die Situation aus unserer Sicht nicht sicherer, sondern gefährlicher geworden. Letztendlich wird der Radverkehr durch solchen Maßnahmen nicht gefördert.

Wenn das die Strategie der klammen Stadt Mönchengladbach ist, mit gefährlichen Radwegen umzugehen, dann können wir davon ausgehen, das der Radfahrer demnächst z. B. auch auf der Theodor-Heuss-Straße / Hohenzollernstraße auf die Straße (ohne Schutz) verbannt wird. Für die Stadt auf jeden Fall eine günstige Lösung.

Wir fordern deshalb:
Erkennt die Stadt Gefahrenstellen im Radverkehr und handelt hierbei, dann soll sie auch gleichzeitig sichere Alternativen schaffen!

Wir widersprechen ausdrücklich der Vorgehensweise und haben hierzu den Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach angeschrieben, der gleichzeitig auch Verwaltungschef ist.


Unseren "Offenen Brief" finden Sie hier

Die offizielle Stellungnahme der Stadt finden Sie hier



© 2022 ADFC Stadt Mönchengladbach