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Radwegbeschilderung in Mönchengladbach

18.08.14
Kategorie: Mönchengladbach

In Mönchengladbach werden nur 6% der gefahrenen Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das ist im Vergleich zu anderen Städten dieser Größenordnung ein viel zu geringer Anteil und führt u. a. zu erhöhten Feinstaubwerten und zu unnötigem Verkehrslärm. Die Stadt ist in Zugzwang und hat bereits erste Maßnahmen eingeleitet, um dieser Fehlentwicklung entgegenzusteuern bzw. dem zunehmenden Autoverkehr in der Innenstadt (Stichwort Minto) entgegen zu treten.

Oft werden die Mönchengladbacher Radwege als Ursache für diesen niedrigen Wert herangeführt. Es wäre aber zu einfach, dies nur hieran festzumachen. Für dieses Verhalten gibt es mehrere Gründe. Insgesamt kann man sagen, dass das Gesamtpaket für den Mönchengladbacher Radfahrer nicht stimmt. Hierzu zählen neben den schlechten Radwegen, unter anderem auch die unnötigen Hindernisse und die schlechte Beschilderung auf den Radwegen. Insgesamt fühlt der Radfahrer sich in Mönchengladbach unwohl und unsicher.

Wir möchten mit diesem Beitrag eine Übersicht aller Radwegbeschilderungen in Mönchengladbach schaffen und verraten hierzu interessante Details.

Wenn man mit dem Rad durch unsere Stadt fährt, sieht man verschiedene Radwegschilder. Mal sind sie rot, mal sind sie grün. Nicht selten werden verschiedene Symbole neben oder auf den Schildern dargestellt. Was aber haben diese unterschiedlichen Schilder zu bedeuten?

Grundsätzlich läßt sich sagen, das es zwei Typen von Radwegschildern in Mönchengladbach gibt. Die weiß-rote-Beschilderung stellt die Alltagsrouten und die grün-weiße Beschilderung die Freizeitrouten dar. Allein diese Unterscheidung führt bei vielen Fahrradfahrern schon zu Verwirrung, weshalb in vielen Städten (z. B. Viersen, Neuss) nur noch auf die rot-weisse Beschilderung gesetzt wird.

Das Radverkehrsnetz NRW
Das Radverkehrsnetz NRW ist ein seit 2001 von der nordrhein-westfälischen Landesregierung betriebenes Projekt, das dazu dient, die Städte und Gemeinden in NRW durch umweltfreundlichen Verkehr miteinander zu verbinden. Hierbei kommt eine landesweit einheitliche Beschilderung zum Einsatz, um ein leichtes Auffinden und Wiedererkennen der Schilder zu ermöglichen. In Mönchengladbach erkennt man das Radverkehrsnetz NRW an der roten Beschilderung.

Das Radverkehrsnetz NRW verläuft in alle vier Himmelsrichtungen quer durch unsere Stadt (rote Strecke) und verbindet Mönchengladbach mit ihren Nachbarstädten und -gemeinden.

Wichtig zu wissen ist an dieser Stelle, das es sich bei der roten Beschilderung um eine StVO-Beschilderung handelt. Das heißt, das die Stadt Mönchengladbach dazu verpflichtet ist, diese Schilder in einem einwandfreien Zustand zu halten (analog zu KFZ-Schildern).

Jeder Bürger kann online auf Mängel an diesen Schildern hinweisen und somit dazu beitragen, das die rote Beschilderung in einem guten Zustand bleibt  (http://www.radverkehrsnetz-nrw.de/RVN_sm01.html). Wir haben dies getestet und festgestellt, das in berechtigten Fällen ein Austausch innerhalb von zwei Wochen vorgenommen wird. Grundsätzlich ist die Stadt aber dazu verpflichtet, die Strecken jährlich abzufahren und die Beschilderung zu prüfen.

Weitere interessante Informationen zum Radverkehrsnetz NRW finden Sie unter http://www.radverkehrsnetz-nrw.de. Hier werden z. B. unter dem Menu-Punkt "Karte und Kataster" ALLE aufgestellten Radwegschilder in Mönchengladbach dargestellt und beschrieben.

Das R-Wege-Netz
Als Vorläufer des Radverkehrsnetz NRW wurde in den 80er Jahren das R-Wege-Netz eingeführt. Dies findet man in Mönchengladbach noch sehr häufig (z. B. an der Niers). Die Beschilderung ist meistens sechseckig, was schon lange nicht mehr der gängigen Norm entspricht.

In Mönchengladbach gibt es neben diesen beiden Radwegschildern noch vier sogenannte Themenrouten. Wie der Name schon sagt, umfassen diese Routen ein bestimmtes Thema. Sie verlaufen meistens über mehrere Stadtgebieten und haben einen touristischen Mehrwert, während es bei dem Radverkehrsnetz NRW darum geht, die unterschiedlichen Städte NRW´s verkehrsgünstig miteinander zu verbinden. Häufig gibt es Überschneidungen der Themenrouten mit dem Radverkehrsnetz NRW, was im Prinzip in Ordnung ist, wenn es denn richtig dargestellt wird. 

1)
Die Deutsche Fußballroute NRW wurde 2005 eingeführt. Diese führt durch 15 Städte NRW´s, die irgendwann einmal etwas mit Fußball zu tun hatten. Sie führt z. B. von Köln nach Mönchengladbach und von dort aus weiter nach Krefeld.

2)
Mit über 2000km Länge ist die NiederRheinroute das größte ausgeschilderte Radwanderwegenetz Deutschlands. Auf dieser Tour kann der gesamte Niederrhein in Etappen erkundet werden. Es gibt Haupt- (roter Pfeil) und Nebenstrecken (grüner Pfeil). Die NiederRheinroute wurde nach unseren Informationen 1992 eingeführt. Die Beschilderung ist meistens sechseckig, was schon lange nicht mehr der gängigen Norm entspricht.

3)
Die Euroga-Radroute führt zu den größten Kultur- und Naturschätzen in der Region zwischen Rhein und Maas. Nicht zu übersehen ist die Markierung mit gelbem Pfeil auf blauem Grund. Die Streckenlänge beträgt 556 km und sie verläuft von Korschenbroich nach Wegberg durch Mönchengladbach. Im Rahmen der Euroga wurde dieses Netz im Jahr 2002 neu erstellt.

4)
Zum Schluß bleibt noch der beliebte Niersradwanderweg. Auf dieser 100km langen Radroute können Sie – abseits der städtischen Zentren – die Niers von Mönchengladbach bis zu ihrer Mündung in Gennep (NL) erradeln. Der Niersradwanderweg wurde 2008 mit einem letzten Teilstück vom Kreis Kleve nach Gennep fertig gestellt. In Mönchengladbach ist der Niersradweg nicht beschildert, in anderen Kreisen wird durch sein Symbol auf ihn aufmerksam gemacht.

Man muß wissen, das es sich bei den Themenrouten um überregionale Projekte handelt, die vom Land oder der EU einmalig gefördert wurden. Nach Einführung werden diese an die Kommunen übergeben, die sich um die zukünftige Wartung kümmern sollen. Hierzu gibt es keine Verpflichtung! 

So stellt man auch fest, das die Beschilderung der Themenrouten unterschiedlich gehandhabt wird. Währen zum Beispiel der Kreis Viersen die Firma sci:Moers beauftragt hat, die Wartung für die Beschilderung der Themenrouten zu übernehmen, spart man sich seit drei Jahren das Geld in Mönchengladbach und überlässt den Schildern ihrem Schicksal. Das ganze sieht dann in Mönchengladbach wie folgt aus:

 

 

 

Wir möchten mit diesem Beitrag nicht falsch verstanden werden. Es geht nicht darum, die Stadt Mönchengladbach zu kritisieren, sondern vielmehr den Sachverhalt darzustellen und auf ein Problem hinzuweisen.

Unsere Empfehlung
Neben den vorgestellten Radwegenetzen fehlt unserer Stadt ein kommunales Radwegenetz, welches möglichst viele Stadtteile miteinander verbindet. Dieses Radwegenetz soll in naher Zukunft von der Stadtverwaltung Mönchengladbach geplant und eingeführt werden. Wir haben hierzu bereits Vorarbeit geleistet (www.knotennetz.de) und würden uns darüber freuen, wenn die Stadt auf unsere Arbeit aufsetzen würde. Dabei setzen wir auf ein Knotenpunktnetz, welches neben der normalen Beschilderung auf ein Nummernsystem setzt (inkl. Info-Tafeln), welches zu einer besseren Orientierung dient.

Erst, wenn es einen Plan für ein kommunales Radwegenetz gibt und die Beschilderung hierfür eingeführt wird, sollten die übrigen Radwegenetze (Radwegenetz NRW, R-Wege-Netz und Themenrouten) in die neue Beschilderung integriert werden. Hierbei sollte komplett auf die rote Beschilderung gesetzt werden, welche durch kleine Zusatzschilder (Einschübe von Piktogrammen wie Themenroute, Bahnhof, nächster Knotenpunkt) unter dem Wegweiserschild ergänzt werden. Das ganze sieht dann in etwa so aus:

 

Die alten Schilder (grün, sechseckig) müssen parallel dazu abgebaut werden!

Für die neue Beschilderung sollte ein langfristiger Wartungsvertrag mit einer externen Firma abgeschlossen werden, damit gewährleistet ist, das die Beschilderung gepflegt wird und nicht verwahrlost.


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