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Unnötige Hindernisse auf unseren Radwegen

02.06.14
Kategorie: Mönchengladbach

Der Mönchengladbacher Radfahrer hat´s nicht gerade einfach.

Nicht nur, das er ständig von sogenannten "Bettelampeln" oder schlecht ausgebauten Radwegen ausgebremst wird. Nein, auch andere Hindernisse erschweren es ihm täglich, sich vernünftig mit dem Rad durch die Stadt zu bewegen. 

Die Rede ist von sogenannten Umlaufsperren (auch „Drängelgitter“ genannt). Diese werden von manchen Straßenverkehrsbehörden auf Radwegen errichtet, um Radfahrer zum Absteigen vor Kreuzungen, unübersichtlichen Stellen und in Gefällstrecken zu zwingen und so angeblich die Verkehrssicherheit zu erhöhen oder um auf dem Weg verbotene Verkehrsmittel freizuhalten (z. B. Motorroller). Für Rollstuhlfahrer, Tandems, Fahrradanhänger und Sonderfahrzeuge sind Umlaufsperren meist unpassierbar.

 

Umlaufsperren sind schiebend neben dem Fahrrad schwieriger zu passieren als fahrend, weshalb sie von den meisten Radfahrern unter Inkaufnahme der Sturzgefahr durchfahren werden. Beschädigungen am Rad (z. B. Rücklicht) und kleinere Verletzungen (meist Hände oder Fußknöchel durch Hängen bleiben an Lenker oder Tretkurbeln) sind sowohl bei schiebender Durchquerung als auch beim Durchfahren häufig.

Die Umlaufsperre stellt selbst ein gefährliches Hindernis dar, besonders in Gefällestrecken sowie bei Dunkelheit. 

Einem eventuellen Sicherheitsgewinn steht die nicht akzeptable Behinderung sowohl für Radfahrer (besonders mit Packtaschen und Anhängern) als auch für Fußgänger (z.B. mit Kinderwagen) gegenüber. 

Es ist nicht notwendig, Radfahrer zum Absteigen zu zwingen!
Radfahrer sind keine Selbstmörder; sie verhalten sich an gefährlichen Stellen aus eigenem Interesse vorsichtig. Ziel kann nur die bessere Erkennbarmachung möglicher Gefahren sein.

Problematisch besonders bei Kindern:
Die Aufmerksamkeit wird auf die Umlaufsperre statt auf die eigentliche Gefahr gelenkt (z. B. an Straßenkreuzungen).

Auch rechtlich sind Umlaufsperren sehr fraglich, da es keinerlei zwingende Vorschrift für die Aufstellung von Umlaufsperren gibt. Dies unterliegt also allein dem Ermessen der zuständigen, verkehrssicherungspflichtigen Behörde. Umlaufsperren sind beispielsweise durch folgende Alternativen zu ersetzen:

  • Aufmerksamkeit schaffen durch Stop-Schild und auf die Fahrbahn markierte Haltelinie
  • optische Verengung einer Einmündung z. B. durch Blumenkübel oder Warnbaken (Zeichen 605; mit Kantenschutz gegen Verletzungsgefahr!)
  • Bei schlecht einsehbaren Unterführungen/Gefällestrecken Spiegel anbringen und ggf. auch am Tag ausreichend beleuchten (keine Fahrt in ein schwarzes Loch)
  • Bei unvermittelten Radweg-Einmündungen oder Kreuzungen mit Schnellstraßen notfalls ein einfaches Geländer vor Kopf am Fahrbahnrand mit versetzter Furt (Bordsteinabsenkungen); eine zusätzliche Mittelinsel erleichtert die Überquerung und erhöht zugleich die Aufmerksamkeit (siehe Bild unten).
  • Zur ausschließlichen Sperrung gegen Kfz genügen gesicherte Pfosten, missbräuchliche Nutzung durch Mofas ist ggf. in Kauf zu nehmen. 

 

Attraktiver Radverkehr ist nur auf Wegen möglich, die frei von unnötigen Hindernissen sind. Ärgerlicher als natürliche Hindernisse (z. B. Abteiberg) sind vor allem künstliche Hindernisse. Die meisten Mönchengladbacher Umlaufsperren sind aus unserer Sicht unnötig bzw. falsch installiert, daher fordern wir die Überprüfung aller Umlaufsperren im gesamten Stadtgebiet.

Um auf dieses Problem hinzuweisen, veranstalten wir am 27. Juni ein kleines Hindernis-Rundradeln. Alle weiteren Informationen hierzu finden sie hier.


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