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Möbeldiscount statt Duisburger Freiheit

15.05.10
Kategorie: Aktuelles, Duisburg, Verkehrspolitik

Die aktuellen Planungen der Firma Krieger für das Gelände des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs


Lückenschluss im Radverkehrsnetz gefährdet?

Die Krieger-Gruppe, der größte deutsche Möbel-Einzelhändler, macht ernst. Das Unternehmen hat nicht nur Pläne für ein riesiges Möbel-Zentrum mit 50.000 m2 Verkaufsfläche auf dem Gelände des ehemaligen Duisburger Güterbahnhofs vorgelegt, sondern bereits das Gelände erworben.

Der Entwurf hat mit dem von Norman Foster vorgelegten Masterplan für die „Duisburger Freiheit" nur noch eine ausgedehnte Parklandschaft mit künstlichen Seen gemein. Die von Foster vorgeschlagene Büro- und Wohnbebauung entlang der Bahngleise an der Ostseite und entlang der A 59 an der Westseite, die in der Mitte die besagte Grünfläche einschließt, hat Firmenchef Kurt Krieger über Bord geworfen. „Dieser Entwurf geht am Bedarf vorbei", begründet Krieger seine Position.

Kurt Krieger möchte den Tunnel im Zuge der Koloniestraße vom Westen her bis zu den Bahngleisen abreißen. Die von ihm vorgesehene Bebauung beginnt von dort an in südlicher Richtung an den verbleibenden Bahngleisen mit einem ca. 7.000 bis 8.000 Quadratmeter großen Möbel-Discounter. Daran schließt sich dann ein Möbelmarkt der Marke „Höffner" an mit 40.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Der nächste Baukörper, der dann allerdings von den Gleisen mehr in die Mitte des Geländes rückt, ist den Plänen nach ein 40 Meter hohes Gebäude mit einem Hochregallager. Südlich der Karl-Lehr-Straße sollen die Zentrale An- und Auslieferung mit der Verwaltung angesiedelt werden. Rund 600 neue Arbeitsplätze verspricht der 62-jährige Berliner der Duisburger Politik und ab dem dritten Jahr Steuern im hohen sechsstelligen Bereich. Die Gesamtinvestitionssumme wird mit 150 Millionen Euro beziffert.

Vor den beiden Möbelhäusern würden ca. 750 Parkplätze entstehen. Weitere 250 Parkplätze sollen unter die Möbelhäuser gebaut werden. Die verbleibenden Freiflächen zwischen Bebauung bzw. Parkplätzen und der Autobahn A59 sollen in eine Parklandschaft mit künstlichen Seen verwandelt werden, deren Umsetzung und spätere Pflege Krieger finanzieren will.

In die Parklandschaft würden Fuß- und Radwege integriert, die die auch schon von Foster geplante Grünverbindung aus der City zum Sportpark Duisburg darstellen. Bisher ist ein Radweg aber nur vom Hauptbahnhof bis zum Möbelhauseingang eingezeichnet. Die sich über das Gelände schlängelnden Fußwege dürften angesichts der Autobahnnähe kaum zu verweilen einladen. Einen Ersatz für den „Grüne Ring" und die Radwegeverbindung zum Stadion können sie nicht sein.

Die Planung mit Möbellogistikzentrum und Großmöbelhaus droht hier die wichtigen Lückenschlüsse im Radnetz zu blockieren. Der ADFC ist hier gefordert, die Interessen der Radfahrer in die Planungen einfließen zu lassen. Diese zentrale Stadtfläche hat eigentlich eine bessere, hochwertigere Nutzung verdient und muss für den Radverkehr nutzbar werden.


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