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Zweite Radtour „Von Frauen – für Frauen“ im ADFC Münsterland

02.11.20
Kategorie: Radtouren, Münster

Im Münsterland: Herbstliches Bild mit Damenrädern (Foto: Martina Kocik)



"Von Frauen – für Frauen": Begrüßung mit Abstand und Maske am Servatiiplatz (Foto: Andreas K. Bittner)



Initiatorin Martina Kocik: Frauen mal vorne weg (Foto: Andreas K. Bittner)



Unterstützerinnen: Barbara (l.) und Marianne (Foto: Martina Kocik)



Stillleben mal ohne Fahrräder (Foto: Martina Kocik)



Frauen sind mitgemeint: ADFC Radtourenleitertreffen im Oktober 2020 (Bild: Adfc Münsterland)



Die Wettergöttin war uns hold. Unterstützerinnen Trixi (l.) und Marianne (Foto: Martina Kocik)



Fotografieren unter der "Golden Free Chicken Bridge" in Sandrup (Foto: Martina Kocik)



Diesmal der einzige Hahn auf der Tour. (Foto: Martina Kocik)



Annette (in grauer Jacke), hier noch unter der Hühnerbrücke, erzählte später von barocken Gartenhäusern.



Historisch: Gartenhaus an der Goldstraße (l.) – früher Sommerhaus eines adeligen Bürgermeisters. Rechts Gärtnerinnen am Gartenhaus in der Josefstraße (Fotos: Stadt Münster)


Aufgrund des großen Interesses zur Kennenlern-Radtour fand am Samstag, den 31.10.2020 nun die zweite Tour für (aktive) Frauen im ADFC Münsterland statt. Eingeladen waren alle Frauen, die beim ersten Mal nicht dabei sein konnten, aber gern mitgefahren wären. Es war wohl eine der allerletzten Touren im Kreisverband für die nächsten Wochen, denn ab heute gelten noch strengere Corona-Auflagen. Initiatorin Martina Kocik kündigt für die unfreiwillig fahrrad-freie Wartezeit digitale Treffen an.

 

Mit den steigenden Corona-Zahlen im Münsterland, der Allgemeinverfügung der Stadt Münster (vom 31.10.2020, PDF), der Rechtsverordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in ihrer aktualisierten Form (gültig ab dem 2.11.2020, PDF) sowie dem (noch zu aktualisierenden) Bußgeldkatalog (PDF) ist es amtlich: zumindest im November dieses Jahres wird es keine noch so kleine Radtour geben. Das ist schade!

Da wir im ADFC generell verantwortungsbewusst mit den Regelungen zur Eindämmung der Pandemie umgehen, stellte dies für die Planung der zweiten Tour „Von Frauen – für Frauen“ durchaus eine Herausforderung dar. Immerhin brachte ein Anruf beim Ordnungsamt Klarheit: die Tour konnte mit kleinen organisatorischen Anpassungen durchgeführt werden.

Zahlreiche Rückmeldungen, bedenkenswerte Statistik

Seit der ersten Mail im September haben sich ungefähr 80 Frauen zurückgemeldet. Einige wollten etwas Neues ausprobieren, andere wollen bewusst nur mit Frauen unterwegs sein; im selbstbestimmten Tempo, mit wohlgesetzten Pausen (auch ohne Einkehr) und vor allem kommunikativ. Tatsächlich fühlen sich mehrere von den bisherigen Angeboten im ADFC auch nicht angesprochen. Und freuen sich, wenn auch mal Frauen „vorne weg“ fahren – was nicht so oft der Fall ist.

Die sogenannte WebApp (Mitgliederverwaltung) liefert folgende Statistik:  im Kreisverband gibt es aktuell 182 registrierte Tourenleiterïnnen, darunter 30 Frauen (16,5%). Von diesen sind 76 auch TourGuide (also zertifiziert nach neuen Qualitätsstandards), darunter allerdings nur 9 Frauen (11,8%). Im aktuellen Radtourenprogramm (von 2020) sind insgesamt 168 Radtourenleiterïnnen gelistet, davon männlich: 147 und weiblich: 21. Das entspricht einem Frauenanteil von 12,5% oder anders ausgedrückt – auf sieben männliche Radtourenleiter kommt eine Frau. (Da Männer deutlich mehr Touren anbieten, ist der Anteil der Touren, die von Männern geführt werden, noch höher.) Im gesamten ADFC NRW ist die Quote erstaunlicherweise deutlich besser. Hier liegt der Anteil an weiblichen TourGuides bzw. Tourenleitern mit etwa 23% etwa doppelt so hoch wie im Münsterland.

Übrigens: Laut Radtourenprogramm gibt es in 15 von 27 Ortsgruppen im Münsterland sogar keine weiblichen Radtourenleiter.

Deshalb ist es vielleicht gar nicht so erstaunlich, dass bei der ersten Tour Anfang Oktober  (mit rund 30 Teilnehmerinnen) auch Frauen aus Gronau, Bocholt, Altenberge, Lüdinghausen, Nottuln und Ahaus mitfuhren. Corona-bedingt nahmen diesmal nur ein Dutzend Frauen (plus TourGuides) teil; auch hier reiste die Hälfte der Mitradlerinnen extra nach Münster an.

Sandrup, Hühner und Rieselfelder

Mit der tollen Unterstützung der Münsteranerinnen Barbara, Marianne und Trixi konnten die anreisenden Frauen direkt am Startpunkt Servatiiplatz in kleine Gruppen aufgeteilt werden und dann zeitversetzt losradeln. Der Mindestabstand wurde bei den Pausen auch in Sandrup  an der „Golden Free Chickenbridge Sandrup“ und auf der großen Wiese am Heidekrug (Rieselfelder) eingehalten. Die mitradelnden Frauen hatten hierfür Verständnis und haben sich während der Tour sicher gefühlt. Fahrrad – Sonne – und Indian Summer in Sprakel. 

Die oft bemühte Wettergöttin war an diesem Goldenen Herbsttag im Oktober hold, selbst wenn diesmal kein Yoga-Bein geschwungen und auch für das gern zitierte leibliche Wohl nicht gesorgt werden konnte.

Trixi (erfahrene Radtourenleiterin und Wasserbauingenieurin) erzählte ganz spontan über die Rieselfelder gestern und heute, denn nicht allen Teilnehmerinnen wussten, was hier früher verrieselt wurde.

Zurück ging es auch über die jüngst rot eingefärbte Fahrradstraße Goldstraße. Viel spannender als der radverkehrspolitische Hintergrund war allerdings ein Kurzvortrag von Annette, die in Münster als professionelle Stadt- (und Rad-)Führerin unterwegs ist. Sie erzählte lebendig die Geschichte der barocken Gartenhäuser in Münster – von denen eines noch an der Goldstraße steht.

Fazit und Ausblick

Auch bei dieser zweiten Tour wurde mehr als deutlich, dass Frauen im Kreisverband (und überhaupt im ADFC) sich eigene und andere Angebote wünschen. Die ersten Aktivitäten in diese Richtung waren – trotz Corona – inspirierend und ermutigend. Eine erste Idee war es, zukünftig z. B. nach Lüdinghausen, Epe oder Gronau zu fahren, um sich von Frauen vor Ort  deren Lieblingsecken und -touren zeigen zu lassen.

Corona sorgt nun dafür, dass erst einmal nicht mehr in Gruppe geradelt werden kann. Aber frau kann dennoch aktiv sein. Wir wollen uns in einem virtuellen Konferenzraum über http://meet.jit.si treffen, um uns auszutauschen und Ideen für die Zeit nach Covid-19 zu sammeln.

Wer sich für Einzelheiten interessiert: Jitsi ist ein Video-/Web-Konferenzsystem, das das ohne Registrierung und Anmeldung im Browser (am besten Chrome) läuft. Um ein sicheres, datenschutzkonformes Konferenz-Tool zu bieten, haben ein paar ADFC-Landesverbände sich zusammen getan und einen eigenen Jitsi-Server aufgesetzt. Hier aufrufen: https://meet.adfc-intern.de/ und einfach mal ausprobieren.

Sehr hilfreich ist auch diese Jitsi-Anleitung (PDF).

Weitere Informationen und Kontakt m.kocik(..at..)adfc-nrw.de

 

 


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